Vorsichtig Pestizide! Darum solltest du nur Bio Erdbeeren kaufen

von | Jun 18, 2019

Rot, saftig, süß – so lieben wir Erdbeeren. Die knalligen Früchte sind eine der beliebtesten Obstsorten in Deutschland. Sie zieren den Sonntagskuchen, schmecken als Eis und sind sowieso immer zu schnell aufgegessen. Jetzt in der Saison können wir auch endlich ohne Reue zuschlagen – oder etwa doch nicht? Hier erfährst du, warum sich gerade bei Erdbeeren bio definitiv lohnt und Erdbeerfelder so gar keine gute Idee sind.  

 

Jetzt ist Erdbeerzeit!

Die Obsttheken sind gerade voll mit Erdbeeren, denn die haben im Juni Hochsaison. Ca. 3,5 Kilo verputzt jede/r von uns jährlich. Die roten Beeren sind wegen ihrer Süße auch besonders bei Kindern beliebt. Außerdem enthalten Erdbeeren viel Wasser, was sie zum Sommerobst schlechthin machen. Aber wo kommen all diese leckeren Früchtchen eigentlich her?

Erdbeeren hauptsächlich aus heimischem Anbau

Die gute Nachricht zuerst: Der überwiegende Anteil der angebotenen Erdbeeren stammt tatsächlich aus Deutschland. Allerdings werden trotzdem große Mengen (über 100.000 Tonnen) aus dem nahen und fernen Ausland importiert. Über 77.000 Tonnen Beeren stammen aus Spanien. Teilweise kommen die Früchte u.a. auch aus Italien oder Ägypten 

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Das gilt natürlich nur während der regionalen SAISON! Die Erdbeerzeit beginnt im Mai und endet spätestens Anfang August. Wer also im März oder Oktober Erdbeeren kauft, kann keine heimischen Früchte erwarten

Dirty Dozen: Erdbeeren, das dreckigste Obst der Welt?

Unabhängig von der Herkunft der Erdbeeren werden bei allen konventionellen Erzeugnissen sehr große Mengen an Pestiziden eingesetzt. Die Erdbeere ist sehr pflegebedürftig und empfindlich. Außerdem erfordert sie im Anbau viel Handarbeit. Um dennoch den Ertrag hoch und die Preise niedrig zu halten, wird gerade bei dieser beliebten Frucht ordentlich mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln nachgeholfen. Auf dem amerikanischen Markt gelten laut EWG Erdbeeren sogar als das am stärksten belastete Obst bzw. Gemüse. 

DIRTY DOZEN und CLEAN FIFTEEN
Jedes Jahr veröffentlicht die EWG (Enviromental Working Group) Studien über die Pestizidbelastung von Obst und Gemüse, die auf dem amerikanischen Markt angeboten werden. Die zwölf Früchte mit den meisten Rückständen werden Dirty Dozen (“dreckiges Dutzend”) und die am wenigsten Belasteten 15 Clean Fifteen (“saubere Fünfzehn”) genannt.

 

So belastet sind Erdbeeren in Deutschland 

Dieses Ranking lässt sich nicht 1:1 auf Deutschland übertragen, gibt aber eine gute Orientierung. Im Jahr 2012 wurde von Greenpeace ein ähnliches Ranking für den deutschen Markt veröffentlicht. Hier schnitt die Erdbeere allerdings nicht deutlich besser ab. Sowohl Erdbeeren aus Deutschland, Ägypten, Spanien etc. wiesen Rückstände von Pestiziden auf und können laut Greenpeace nicht uneingeschränkt empfohlen werden.

Auch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) untersuchte 2013 Erdbeeren auf Pestizide. Von den 52 untersuchten Proben waren lediglich drei frei von jeglichen Rückständen. In 88 % der Fälle wurden Mehrfachrückstände verschiedener Wirkstoffe nachgewiesen – in einer Probe sogar elf. Auch hier machten die unterschiedlichen Herkunftsländer keinen nennenswerten Unterschied aus. 

 

Warum auch Erdbeerfelder nicht zu empfehlen sind 

Erdbeeren zum selber Pflücken scheint doch eigentlich nur Vorteile zu haben: Man erntet saisonales und regionales Obst, kann viel naschen und hat Spaß. Der Aspekt der Regionalität ist natürlich richtig. Wer zum Erdbeerfeld vor Ort fährt, spart durch den direkten Bezug Transportwege. Allerdings werden auch diese Felder – sofern sie nicht explizit als biologisch gekennzeichnet sind – gespritzt.

Außerdem kommt hinzu, dass die Felder meist an viel befahrenen Straßen liegen. Dadurch können die Erdbeeren zusätzlich mit Abgasen, Reifenverschleiß und Fahrbahnabrieb in Berührung kommen. Experten sehen vor allem Fahrbahnabflüsse sehr kritisch. Dadurch können giftige Schwermetalle auf die Felder und somit die Erdbeeren gelangen. 

Erdbeeren am besten regional und bio kaufen 

Wenn du also im wahrsten Sinne des Wortes kein Gift essen möchtest, empfehle ich dir regionale Erdbeeren aus ökologischem Anbau. Natürlich sind diese entsprechend teurer (ca. 4,99 bis 6,99€ pro 500g), denn es wird zum Schutz von Insekten und Bodenfruchtbarkeit auf Pestizide verzichtet. Dadurch sind die Erträge niedriger als beim konventionellen Anbau und die erforderliche Handarbeit höher. Kaufe also einfach weniger Erdbeeren und genieße dafür bewusster! Der unvergleichliche Geschmack der Bio Erdbeeren ist es auf jeden Fall wert!

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