Erd­bee­ren voller Pes­ti­zi­de? Darum solltest du nur Bio Erd­bee­ren kaufen

25. Mai 2020
Erbeeren sind leider oft voller Pestizide. Hier erfährst du, warum du unbedingt Bio Erdbeeren kaufen solltest und Erdbeerfelder nicht zu empfehlen sind.
Autor: Verena Hirsch

Verena Hirsch

Rot, saftig, süß – so lieben wir Erd­bee­ren. Jetzt in der Saison können wir auch endlich ohne Reue genießen – oder etwa doch nicht? An giftige Pes­ti­zi­de denkt bei Erd­bee­ren wohl kaum jemand. Deshalb habe ich hier zusam­men­ge­fasst, wo die Erd­bee­ren aus dem Super­markt eigent­lich her­kom­men, warum gerade bei Erd­bee­ren Bio so wichtig ist und warum auch Erd­beer­fel­der nicht wirklich zu emp­feh­len sind.

Endlich Erd­beer­zeit! Gerade füllen sich die Obst­the­ken mehr und mehr mit dem hei­mi­schen Som­mer­obst. Und immerhin: Der über­wie­gen­de Anteil davon kommt aus Deutsch­land. Aller­dings werden trotzdem jährlich über 100.000 Tonnen aus dem nahen und fernen Ausland impor­tiert. Die meisten Import-Erd­bee­ren stammen aus Spanien. Teil­wei­se kommen die Früchte  auch aus Italien, den Nie­der­lan­den oder Nordafrika.

Leckere Erdbeeren sind oft leider mit Pestiziden belastet.

Erd­bee­ren – das dre­ckigs­te Obst der Welt?

Erd­bee­ren sind grund­sätz­lich enorm emp­find­lich. Im Anbau sind sie all­ge­mein sehr pfle­ge­be­dürf­tig und erfor­dern viel Hand­ar­beit. Außerdem ver­der­ben sie recht schnell nach der Ernte. Deshalb kommen bei kon­ven­tio­nel­len Erd­bee­ren sehr große Mengen an chemisch-syn­the­ti­schen Pflan­zen­schutz­mit­teln zum Einsatz. Nur so kann der Ertrag hoch und der Preis mög­lichst niedrig gehalten werden. Auf dem ame­ri­ka­ni­schen Markt gelten laut Envi­ro­men­tal Working Group (EWG) Erd­bee­ren sogar als das am stärks­ten belas­te­te Obst und Gemüse. Sie stehen somit auch 2020 wieder auf Platz 1 der soge­nann­ten »Dirty Dozent« – einer Liste mit zwölf Obst- und Gemü­se­sor­ten, die im Anbau am meisten gespritzt werden.

So mit Pes­ti­zi­den belastet sind Erd­bee­ren in Deutschland 

Dieses Ranking lässt sich zwar grund­sätz­lich nicht 1:1 auf Deutsch­land über­tra­gen, liefert aber einen guten Anhalts­punkt. Im Jahr 2012 hat Green­peace mit dem Ein­kaufs­rat­ge­ber »Essen ohne Pes­ti­zi­de« ein ähn­li­ches Ranking für den deut­schen Markt ver­öf­fent­licht. Hier schnitt die Erdbeere aller­dings nicht deutlich besser ab. Sowohl Erd­bee­ren aus Deutsch­land, als auch aus Ägypten, Spanien etc. wiesen Rück­stän­de von Pes­ti­zi­den auf. Sie können laut Green­peace nicht unein­ge­schränkt emp­foh­len werden.

Erdbeeren Pestizide: So belastet sind erdbeeren

Auch das Nie­der­säch­si­sche Lan­des­amt für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (LAVES) unter­such­te 2018 Erd­bee­ren auf Pes­ti­zi­de. Von den 103 unter­such­ten Proben waren ledig­lich 6 frei von jeg­li­chen Rück­stän­den. In 90% der Fälle wurden Mehr­fach­rück­stän­de ver­schie­de­ner Wirk­stof­fe nach­ge­wie­sen.

Dieses Bild bestä­ti­gen auch Ergeb­nis­se von Öko Test. Im Mai 2018 wurden Erd­bee­ren aus 10 großen Super­märk­ten und Dis­coun­tern unter die Lupe genommen. Von 30 Proben wurden in 27 Rück­stän­de von Spritz­mit­teln gefunden. Nicht besser steht es auch um ver­ar­bei­te­te Produkte aus Erd­bee­ren. Kürzlich im April 2020 konnte Öko Test in 13 von 20 getes­te­ten Erd­beer­mar­me­la­den sowie ‑kon­fi­tü­ren Pes­ti­zi­de nachweisen.

Warum auch Erd­beer­fel­der nur bedingt zu emp­feh­len sind 

Erd­bee­ren zum selber Pflücken scheinen eine ver­meint­lich bessere Alter­na­ti­ve zur Schale aus dem Dis­coun­ter zu sein. Nun, wer zum Erd­beer­feld vor Ort fährt, spart natür­lich Trans­port­we­ge ein und unter­stützt die lokalen Anbieter*innen. Aller­dings werden auch diese Felder gespritzt – sofern sie nicht explizit als bio­lo­gisch gekenn­zeich­net sind.

Außerdem kommt hinzu, dass die Felder meist an viel befah­re­nen Straßen liegen. Dadurch können die Erd­bee­ren zusätz­lich mit Abgasen, Rei­fen­ver­schleiß und Fahr­bahn­ab­rieb in Berüh­rung kommen. Experten sehen vor allem Fahr­bahn­ab­flüs­se sehr kritisch. Dadurch können giftige Schwer­me­tal­le auf die Felder und somit die Erd­bee­ren gelangen. 

Erd­bee­ren am besten regional und bio kaufen

Erdbeeren am besten regional und bio kaufen

Wenn du also im wahrsten Sinne des Wortes kein »Gift« essen möchtest, empfehle ich dir regio­na­le Erd­bee­ren aus öko­lo­gi­schem Anbau. Hier wird auf chemisch-syn­the­ti­sche Pes­ti­zi­de ver­zich­tet. Dadurch steigt natür­lich das Pensum an Hand­ar­beit und die Erträge fallen teil­wei­se nied­ri­ger aus. Regio­na­le Bio Erd­bee­ren sind deshalb ent­spre­chend teurer – eine 500g Schale kostet ca. 4,99€ bis 6,99€. 

Kaufe also lieber weniger Erd­bee­ren und genieße dafür bewuss­ter! Du wirst den Unter­schied auf jeden Fall schme­cken, versprochen!

Erdbeeren Pestizide belastet

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