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Kaufen und wegwerfen, kaufen und wegwerfen, kaufen und wegwerfen – so lautet ein weit verbreitetes  Mantra unserer Konsumgesellschaft. Was wie ein schlechter Witz klingt, ist traurigerweise die Realität. Mit jährlich 18 Millionen Tonnen an Lebensmittelabfall deutschlandweit ist die Wegwerf-Mentalität längst im Nahrungsmittelsektor angekommen. Im Rahmen der 4-Wochen-Challenge gegen Lebensmittelverschwendung zeige ich Dir, was Du tun kannst, damit wir nicht länger für die Tonne produzieren

Am Montag startete RaboDirect die 4-Wochen-Challenge gegen Lebensmittelverschwendung. Es freut mich ganz besonders, meinen Teil dazu beitragen zu dürfen. Einen kleinen Teaser zum Ablauf und zu den Inhalten der Challenge bzw. wer RaboDirect eigentlich ist, findest Du in meinem letzten Artikel. Wöchentlich aktuelle Beiträge, Herausforderungen, Tipps und Informationen findest Du auf meinem Instagram-Account, auf YouTube bei Max sowie auf seinem Instagram-Profil und der Website von RaboDirect.

Was sich ändern muss

Bei einem so großen, vielschichtigen Problem einen einheitlichen Ansatz zu finden, ist gar nicht so einfach. Die gute Nachricht: Es ist machbar. Wir alle können etwas tun und das ist gar nicht so schwer. Anfangen müssen wir immer bei uns selbst. Wir können nicht erwarten, dass andere etwas ändern, wenn wir selbst unseren Trott nicht verlassen möchten. “Besser machen statt besser wissen”, bringt es das Zitat der Social Business Beraterin Julia Post ziemlich auf den Punkt. Wir müssen alle aktiv werden. Und weil gemeinsam vieles leichter fällt, gehen wir die Sache gemeinsam mit unserer 4-Wochen-Challenge gegen Lebensmittelverschwendung an. Ich hoffe, Du bist auch dabei!

Das Ding mit der Wertschätzung

Genug zu essen zu haben, ist für uns selbstverständlich.  Der nächste Supermarkt liegt unweit entfernt und das Angebot ist nicht rar. Ja, es ist das Überangebot, wodurch wir völlig den Bezug zu unseren Nahrungsmitteln verlieren. Die Milch kommt nicht mehr von der Kuh, sondern aus dem Kühlregal. Wir kochen nicht mehr selbst, sondern holen uns ein fertiges Gericht aus der Tiefkühltruhe. Deshalb frage Dich: Was ist Dir dein Essen wert?  Mach Dir einfach mal paar Gedanken über Deine Nahrungsbeschaffung, die Zeit, die Du dafür investiert und wie Du allgemein zu diesem Thema stehst. Das ist meiner Meinung nach der Schlüssel, um überhaupt bereit zu sein, etwas zu ändern.

 

NeONBRAND on unsplash

Die Qual der Wahl vorm Kühlregal

 

Die Sache mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum

Neben unserem verlorenen Bezug zur Nahrung, ist das kleine Datum, das auf vielen Produkten aus dem Supermarkt zu finden ist, eine große Problemquelle bei der Lebensmittelverschwendung. Dadurch wandern massenhaft Lebensmittel in den Müll, die eigentlich noch lange genießbar gewesen wären. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) muss laut EU-Recht auf allen abgepackten Nahrungsmittel angegeben werden. Viele interpretieren dieses Datum fälschlicherweise als alarmierenden Warnhinweis, ab diesem Zeitpunkt bloß die Finger davon zu lassen – oder zur Sicherheit bereits ein paar Tage zuvor. “Mindestens haltbar bis” wird gleichgesetzt mit “Garantiert schädlich ab”, was vollkommener Unsinn ist. Beim MHD handelt es sich um kein Verfallsdatum oder gar eine Warnung, sondern lediglich um eine Qualitätsgarantie seitens des Herstellers. Diese versuchen sich dadurch vor Beschwerden zu schützen und wählen insbesondere bei Kühlware einen kürzeren Haltbarkeitszeitraum. Dadurch landen allerdings viel zu viele Produkte frühzeitig in der Tonne, obwohl sie noch lange nicht verdorben wären.

Erst kürzlich habe ich einen Sojajoghurt gegessen, der bereits über 4 Wochen abgelaufen war“, berichtete Laura im Rahmen meiner Zerowaste-Challenge im Februar 2018. Wie lange ein Produkt tatsächlich exakt haltbar ist, kann niemand sagen. Dabei spielen viele verschiedene Faktoren, wie Lebensmittelart, Lagerung und Transport eine Rolle.

 Unser Körper weiß es besser

Anstatt sich auf eine Zahl zu fixieren, sollten wir wieder mehr unseren Sinnen vertrauen: SEHEN / RIECHEN / SCHMECKEN. Sieht das Produkt anders aus als gewohnt? Sind bereits Schimmelsporen erkennbar? (Natürlich kann sich beispielsweise bei Milchprodukten Wasser an der Oberfläche absetzen. Das ist aber völlig normal.) Wenn per Augenschein nichts auffällig ist, kann der Geruch mehr Aufschluss geben. Riecht es säuerlich oder verdorben, solltest Du besser die Finger davon lassen. Wenn bis dahin alles gut wirkt, kannst ein kleiner Löffel probiert werden. Schmeckt es wie gewohnt, kannst Du es in der Regel ohne Sorgen genießen.

Dieser Test ist vor allem bei Kühlware empfehlenswert. Bei Trockenware, wie Salz, Nudeln oder Reis ist ein MHD noch abwegiger. Diese sind meist noch Jahre lang gut bzw. können eigentlich gar nicht schlecht werden. 

Unterscheide das Verbrauchsdatum

Vom Mindesthaltbarkeitsdatum zu unterscheiden ist das Verbrauchsdatum. Dieses findet man auf frischem Fleisch und Fisch mit dem Hinweis “zu verbrauchen bis”. Jene Produkte sollten nach diesem Datum nicht mehr verzehrt werden.

Damit wäre auch schon die erste Woche der Challenge geschafft – lass den ganzen Input erstmal sacken. Nächste Woche erwarten Dich etwas extravagante Rezepte, die Du so wahrscheinlich noch nie gesehen hast. 

(VH)

 

*Transparenz: In Kooperation mit RaboDirect