(Oster) Eier-Fakten: Warum du keine gefärbten Eier kaufen solltest und was du außerdem über Eier wissen musst

6. April 2020
Gefärbte Eier haben zu Ostern Hochsaison. Warum du diese nicht kaufen solltest und was der Eier-Code wirklich aussagt erfährst du hier.
Autor: Verena Hirsch

Verena Hirsch

Gefärbte Eier verbinden wir überwiegend mit Ostern. Doch diese solltest du lieber im Regal stehen lassen. In 5 Fakten rund um’s Ei erfährst du, was bunte Eier mit dem Eier-Code zu tun hat, wie lange Eier wirklich haltbar und wie du sie ganz natürlich färben kannst.

1) Was der Eier-Code wirklich aussagt

Grundsätzlich ist die Herkunft von jedem einzelnen, frischen Ei genau nachvollziehbar – vom Land über die Region bis hin zum konkreten Hühnerstall. Darüber und über die Haltungsform der Hennen gibt der aufgedruckte Code aus Zahlen und Buchstaben genau Aufschluss.

Beispiel:

0 – DE – 0917432

Die erste Ziffer kategorisiert die Haltungsform der Hühner. Hier gibt es vier mögliche Kategorien von 0 für Biohaltung bis 3 für Käfighaltung.

0 – Biohaltung

1 – Bodenhaltung

2 – Freilandhaltung

3 – Käfig- bzw. Kleingruppenhaltung

Was der Eier-Code wirklich aussagt

 

Auf die Haltungskennzahl folgt ein Buchstabenkürzel für das Land, wo das Ei gelegt wurde. Eier aus Deutschland beispielsweise tragen das Kürzel DE, Eier aus Österreich AT oder solche aus den Niederlanden NL. Die letzte Zahlenabfolge ist die Betriebskennnummer. So lässt sich ein Ei wirklich bis zum Bauernhof zurückverfolgen. Auf www.was-steht-auf-dem-ei.de kannst du den Eier-Code eingeben.

Regionale Eier direkt beim Einkaufen erkennen

Dass der Eier-Stempel über Herkunftsland und Art der Haltung Auskunft gibt, hast du vielleicht schon mal gehört. Was du aber wahrscheinlich noch nicht weißt: Mit der Betriebsnummer lässt sich die regionale Herkunft gleich im Supermarkt genauer spezifizieren. Die ersten beiden Ziffern der Kennzahl beschreiben nämlich das Bundesland, in dem der Hühnerhof beheimatet ist. So steht 09 für Bayern,  05 für NRW und 14 für Sachsen. So kannst du beim Einkaufen neben der Haltungsform auch auf die regionale Herkunft deiner Eier achten.

01 = Schleswig-Holstein

02 = Hamburg

03 = Niedersachsen

04 = Bremen

05 = Nordrhein-Westfalen

06 = Hessen

07 = Rheinland-Pfalz

08 = Baden-Württemberg

09 = Bayern

10 = Saarland

11 = Berlin

12 = Brandenburg

13 = Mecklenburg-Vorpommern

14 = Sachsen

15 = Sachsen-Anhalt

16 = Thüringen

2) Gefärbte Eier müssen nicht gekennzeichnet werden

Im Gegensatz zu rohen Eiern entfällt bei gekochten, bunten Eiern die Kennzeichnungspflicht. Sie gehören zur Kategorie “verarbeitetes Eiprodukt” – ähnlich wie alle Kuchen, Eis oder Fertiggerichten, die Eier enthalten. Auf der Verpackung muss daher keinerlei Nachweis über Herkunft und Haltungsform gegeben werden. Da die Produkte gewöhnlich so billig wie möglich angeboten werden, liegt es nahe, dass ein großer Anteil der verarbeiteten Eier aus Boden- bzw. Kleingruppenhaltung stammen.

Sicher gehen kannst du, wenn du biologische Lebensmittel kaufst. Hier müssen alle Zutaten – auch verarbeitete Eier – aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft stammen.

Warum du gefärbte Eier nichts kaufen solltest

3) Eier natürlich färben

Du möchtest gerne bunte Eier zu Ostern? Kein Problem! Auch im Bioladen gibt es bereits gefärbte Eier zu kaufen oder du färbst sie einfach selber. Dafür besorgst du dir am besten regionale Bio-Eier und verwendest natürliche Eierfarben.

Eier Orange färben:

2 EL Kurkuma Pulver in 1 L Wasser einrühren und weiße Eier 10 Minuten darin kochen.

Eier Lila bzw. Grün färben:

Eier mit Rotkohl bzw. dem Sud 10 Minuten lang kochen. Um grüne Eier zu erhalten, einfach 1 TL Natron dazu geben.

Eier Rot färben:

Eier in Roter Beete Saft 10 Minuten lang kochen

gefärbte Eier in einem Korb

4) So lange sind Eier haltbar

Das ausgewiesene Mindesthaltbarkeitsdatum von Eiern beträgt nach dem Legen 28 Tage. Durchschnittlich sind sie allerdings bei korrekter Lagerung (am besten im Kühlschrank) 21 Tage darüber hinaus haltbar. Ob rohe Eier noch zu verzehren sind, lässt sich mit einem ganz einfachen Trick testen:

Fülle ein Trinkglas mit Wasser und lege das Ei hinein. Sinkt es zu Boden, ist es noch einwandfrei verzehrbar. Hebt es sich vom Boden ab und schwimmt im Glas, solltest du das Ei nicht mehr essen.

Eier-Code

5) Was mit den männlichen Küken passiert

Die meisten Eier kommen nicht vom idyllischen Bauernhof, sondern aus großen Legebetrieben. Von einem schönen Leben der Hennen kann hier nicht die Rede sein. Von 40 Millionen Legehennen in Deutschland sind gerade mal 11 Prozent Bio-Hennen. Da zum Eierlegen keine männlichen Küken gebraucht werden können, werden diese nach dem Schlüpfen geschreddert oder vergast – auch in manchen Biobetrieben. Mittlerweile gibt es viele Initiativen, damit die männlichen Küken (vorerst) am Leben bleiben. Allen voran hat beispielsweise Naturland bereits 2011 die Initiative Ei Care ins Leben gerufen.

Auch bei Eiern gilt: Qualität vor Quantität

Eier sind ein heikles Thema. Wenn du gerne Eier isst, dann bitte wenig, bewusst und ausgewählt. Erkundige dich nach Biobetrieben in deiner Nähe. Kaufe Bio-Eier, die in einer Verbindung zu Initiativen stehen, die männliche Küken länger als einen Tag leben lassen. Beim Kochen und Backen lassen sich Eier auch total einfach durch Apfelmus, Leinsamen oder Sojamehl ersetzen. Vielleicht probierst du beim Osterbrunch mal ein veganes Tofu Rührei aus!

Hier geht es zu meinem Tofu-Rührei Rezept!

 

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