Bereits seit Wochen funkeln uns Oster­ha­sen und gefärbte Eier – scho­ko­liert oder gekocht – beim Ein­kau­fen entgegen. Auch wenn bunte “Brot­zeit­ei­er” mitt­ler­wei­le das ganze Jahr über erhält­lich sind, ver­bin­den wir bunte Eier in erster Linie mit Ostern. Wer gerne gefärbte Eier isst, dem sollten einige Aspekte bewusst sein. Was es zu beachten gibt und warum du von gefärb­ten Eiern aus dem Super­markt lieber die Finger lassen solltest, erfährst du hier!

1. Da kommt das Ei her

Grund­sätz­lich ist die Herkunft von jedem Ei genau nach­voll­zieh­bar. Detail­i­ier­te Auskunft darüber gibt der Code, der auf allen frischen Eiern auf­ge­druckt ist.

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Beispiel: 0 – DE – 1408911

Die erste Zahl zer­ti­fi­ziert die Hal­tungs­form der Hennen:

0 → Bio­hal­tung
1 → Frei­land­hal­tung
2 → Boden­hal­tung
3 → Käfig- bzw. Klein­grup­pen­hal­tung

Das dar­auf­fol­gen­de Buch­sta­ben­kür­zel ist die die Län­der­ab­kür­zung, wo da Ei gelegt wurde. Eier aus Deutsch­land tragen das Kürzel DE, Eier aus Öster­reich AT sowie bei­spiels­wei­se aus den Nie­der­lan­den NL. Zum Schluss folgt die Betriebs­kenn­num­mer. So kann ein Ei wirklich bis zum Bauern zurück­ver­folgt werden.

2. Regio­na­le Eier erkennen

Dass der Eier-Code über Her­kunfts­land und Art der Haltung Auskunft gibt, ist weit­ge­hend bekannt. Was viele aber nicht wissen: Mit der Betriebs­num­mer lässt sich die regio­na­le Herkunft noch genauer spe­zi­fi­zie­ren. Die ersten beiden Ziffern der Kennzahl beschrei­ben nämlich das Bun­des­land, in dem der Hüh­ner­hof behei­ma­tet ist. So steht 14 bei­spiels­wei­se für Sachsen, 09 für Bayern und Eier mit 05 kommen aus NRW. Ein Über­sicht über alle Bun­des­län­der­kür­zel auf Eiern findest du hier. So kannst du neben der Hal­tungs­form noch mehr auf die regio­na­le Herkunft deiner Eier achten.

3. Was der Dotter über das Ei verrät 

Hast du dich schon einmal gefragt, was die Farbe des Eidot­ters zu sagen hat? Oft wird fälsch­li­cher­wei­se ange­nom­men, dass Eier mit dunklem Dotter aus “guter Haltung” stammen und Eier mit hellem aus schlech­te­ren Hal­tungs­be­din­gun­gen. Das ist aller­dings so nicht richtig. Aus­schla­gend für die Farbe ist nämlich das Futter bzw. die Rasse der Hennen. Weil in Europa Eier mit dunklem Dotter bevor­zugt werden, werden dem Futter Farb­stof­fe bei­gemischt. Kon­ven­tio­nel­le Eier (aus Freiland‑, Boden‑, Klein­grup­pen­hal­tung) haben deshalb meist einen tief oran­ge­nen Dotter, wohin­ge­gen der Dotter von Bio-Eiern hellgelb ist. Bei Letz­te­ren sind Farb­stof­fe im Futter verboten. Der Dotter variiert bei Bio-Eiern deshalb natür­lich von Ei zu Ei. 

3. Gefärbte Eier ohne Kenn­zeich­nung 

Im Gegen­satz zu rohen Eiern entfällt bei gekoch­ten, bunten Eiern die Kenn­zeich­nungs­pflicht. Sie gehören zur Kate­go­rie “ver­ar­bei­te­tes Eipro­dukt” – ähnlich wie alle Kuchen, Back­wa­ren, Eis, Fer­tig­ge­rich­te etc., die Eier ent­hal­ten. Auf der Ver­pa­ckung muss daher kei­ner­lei Nachweis über Herkunft und Hal­tungs­form gegeben werden. Da die Produkte grund­sätz­lich so billig wie möglich ange­bo­ten werden, liegt es nahe, dass ein großer Anteil der ver­ar­bei­te­ten Eier aus Boden- bzw. Käfig­hal­tung stammt.

Sicher­ge­hen kann man bei der Herkunft ver­ar­bei­te­ter Eier ledig­lich, wenn das End­pro­dukt bio­lo­gisch zer­ti­fi­ziert ist. Dann müssen alle Zutaten eben­falls kon­trol­liert ökolasch erzeugt worden sein.

 

4. Zero Waste Eier färben

Am besten besorgst du dir regio­na­le Bio-Eier und färbst sie zu Ostern selber. Dazu ist keine spe­zi­el­le Eier­far­be not­wen­dig. Mit diesen kleinen Tricks bekommst du ganz leicht gefärbte Eier:

Orange Eier

1 EL Kurkuma ins Wasser rühren und Eier 10 Minuten lang kochen.

Lila und grüne Eier

Eier mit Rotkohl bzw. dem Sud 10 Minuten lang kochen. Um grüne Eier zu erhalten, einfach 1 TL Natron dazu geben.

Rote Eier

Eier in Roter Beete Saft 10 Minuten lang kochen.


5. Halt­bar­keit von Eiern 

Das aus­ge­wie­se­ne Min­dest­halt­bar­keits­da­tum von Eier beträgt nach dem Legen 28 Tage. Durch­schnitt­lich sind sie aller­dings bei kor­rek­ter Lagerung (am besten im Kühl­schrank) 21 Tage darüber hinaus haltbar. Ob rohe Eier noch zu ver­zeh­ren sind, lässt sich mit einem ganz ein­fa­chen Trick testen:

Fülle ein Trink­glas mit Wasser und lege das Ei hinein. Sinkt es zu Boden, ist es noch ein­wand­frei ver­zehr­bar. Hebt es sich vom Boden ab und schwimmt im Glas, solltest du das Ei nicht mehr essen.

 

6. Was passiert mit den männ­li­chen Küken? 

Die meisten Eier kommen nicht vom idyl­li­schen Bau­ern­hof, sondern aus großen Lege­be­trie­ben. Von einem schönen Leben der Hennen kann hier nicht gespro­chen werden. Von 40 Mil­lio­nen Lege­hen­nen in Deutsch­land sind gerade mal 11 Prozent Bio-Hennen. Da zum Eier­le­gen keine männ­li­chen Küken gebraucht werden können, werden diese nach dem Schlüp­fen geschred­dert oder vergast – auch in manchen Bio­be­trie­ben. Mitt­ler­wei­le gibt es viele Initia­ti­ven, damit die männ­li­chen Küken (vorerst) am Leben bleiben. Allen voran hat bei­spiels­wei­se Natur­land bereits 2011 die Initia­ti­ve Ei Care ins Leben gerufen.

Gefärbte Eier zu Ostern – Fazit

Ins­ge­samt finde ich Eier kein leichtes Thema. Mein Credo bleibt auch hier: Qualität vor Quan­ti­tät! Wenn du gerne Eier isst, dann bitte wenig, bewusst und aus­ge­wählt. Erkun­di­ge dich nach Bio­be­trie­ben in deiner Nähe oder kaufe Bio-Eier, die in einer Ver­bin­dung zu Initia­ti­ven stehen, die männ­li­che Küken länger als einen Tag leben lassen. Sollen zum Oster­brunch gefärbte Eier serviert werden, empfehle ich aufgrund der genann­ten Gründe, Eier auch jeden Fall selber zu färben.

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