15 Dos und Don’ts für das Ein­kau­fen während Corona

20. März 2020
Vorräte aufstocken ja, Hamsterkäufe nein. In diesen 15 Tipps erfährst du, was beim Einkaufen während Corona wirklich wichtig ist!
Autor: Verena Hirsch

Verena Hirsch

Ob im Super­markt, im Bioladen oder auf dem Wochen­markt – beim Ein­kau­fen ist das Coro­na­vi­rus bereits seit Wochen spürbar. Hams­ter­käu­fe hin­ter­las­sen neben leeren Regalen auch ein mulmiges Gefühl im Bauch. Warum über­mä­ßi­ge Vorräte aber alles andere als sinnvoll sind und was du beim Ein­kau­fen während Corona tun und lassen solltest, habe ich in 15 Punkten zusammengefasst.

1. Keine Hams­ter­käu­fe tätigen

Dieser Punkt ist ungemein wichtig. Es besteht nämlich über­haupt kein Grund, über­mä­ßig große Einkäufe zu machen. Bun­des­er­näh­rungs­mi­nis­te­rin Julia Klöckner sowie der deutsche Lebens­mit­tel­ver­band betonen mehrfach, dass in Deutsch­land die Ver­sor­gung mit Lebens­mit­tel gesi­chert ist. Weiter betont Klöckner, dass die Super­märk­te wei­ter­hin offen bleiben. Während Aus­gangs­sper­ren kann eben­falls ganz normal ein­ge­kauft werden.

„In Deutsch­land haben wir aktuell keine Ver­sor­gungs­eng­päs­se. Ich appel­lie­re daher an die Bürger, ihre Vorräte mit Bedacht, Augenmaß und umsich­tig auf­zu­sto­cken – dann ist genügend für alle ver­füg­bar…“ – Julia Klöckner

Quelle: dpa

Auch wenn die Regale teil­wei­se leer sind, werden sie wieder auf­ge­füllt. Der Handel muss seine Lie­fer­ket­te an die gestei­ger­te Nach­fra­ge anpassen. Das dauert natür­lich und passiert nicht von heute auf morgen.

„Wenn ich nicht mitmache, bekomme ich am Ende auch nichts mehr!

Leere Regale hin­ter­las­sen ein komi­sches Gefühl. So bangen auch die­je­ni­gen um Lebens­mit­tel, die eigent­lich nicht das Bedürf­nis nach über­mä­ßi­gen Vorräten hatten. Das fördert die Ver­un­si­che­rung und kurbelt die Hams­ter­käu­fe weiter an. 

Warum horten wir eigent­lich Lebens­mit­teln und co?
Das Coro­na­vi­rus ver­un­si­chert und schürt Ängste. Durch das Horten von Lebens­mit­teln oder Dro­ge­rie­ar­ti­keln haben wir das Gefühl, “etwas zu tun” zu können bzw. nicht ohn­mäch­tig zu sein. 

2. Keine Bilder von leeren Regalen verbreiten 

Außerdem ist es wichtig, den unge­woll­ten Sze­na­ri­en aus dem Super­markt nicht noch mehr Raum zu geben. In Nach­rich­ten und Zei­tun­gen wird ohnehin laufend über die Hams­ter­käu­fe aufgrund von Corona berich­tet. Wozu dann Bilder von noch einem leer geräum­ten Super­markt auf Insta­gram posten oder via WhatsApp weiterleiten? 

3. Einkäufe reflek­tiert aufstocken

Es gibt natür­lich viel gute Gründe, gerade jetzt mehr als gewöhn­lich ein­zu­kau­fen. Mahl­zei­ten außer Haus wie Restau­rant­be­su­che, Mensa-Essen oder Schul­ver­pfle­gung fallen nun schließ­lich weg. Umso wich­ti­ger ist es, rational und bewusst in die Regale zu greifen. Statt einer Packung Nudel landen nun zwei im Wagen – aber eben nicht drei. Um besser ein­schät­zen zu können, wie viel du ein­kau­fen musst, können dir die nächsten Punkte viel­leicht helfen. 

4. Mache eine Inventur deiner Vorräte

Einen Über­blick über die eignen Vorräte zu haben, ist jetzt wich­ti­ger denn je. Schreibe dir am besten eine Liste, was in deinen Regalen und Schub­la­den steht. Bestimmt findest du das ein oder andere Produkt, mit dem du nicht mehr gerech­net hättest! Viel­leicht hast du auch eine Tafel oder Notiz­buch, das sich zum Pro­to­koll deiner Lebens­mit­tel­be­stän­de eignet. 

Trotz Coronavirus Vorräte sinnvoll aufstocken statt Hamstereinkäufe tätigen

5. Wochen­plä­ne erstel­len und Ein­kaufs­zet­tel schreiben 

Mit Wochen­plä­nen kannst du deine Mahl­zei­ten über­sicht­lich planen und weißt, was du ein­kau­fen musst. Lass dich hier gerne von deinen ohnehin vor­han­den Vorräten aus deiner Inven­tur­lis­te inspi­rie­ren. In meiner Kate­go­rie Rezepte findest du einige herz­haf­te sowie süße Ideen und Inspi­ra­tio­nen zum Kochen. Ansons­ten ist auch das ganze Internet voll davon. 

Anhand der Wochen­plä­ne und Vor­rats­lis­te schreibst du dann einen Einkaufszettel. 

6. Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen 

Weil man es nicht oft genug sagen kann: Wasche dir vor und nach dem Ein­kau­fen gründ­lich mit Seife min­des­ten 20 Sekunden lang die Hände. Hast du einen weiteren Heimweg, kannst du nach dem Ein­kau­fen auch Hand­des­in­fek­ti­ons­mit­tel benutzen.

7. Während Corona soli­da­risch einkaufen

Neben der Angst, selbst nicht genug zu bekommen, sollten wir trotzdem stets an andere denken. Deine Lieb­lings­nu­deln sind endlich wieder im Regal? Dann nimm trotzdem nur eine Packung, anstatt den rest­li­chen drei. So bekommen zwei andere KundeIn­nen auch noch ihre Lieb­lings­nu­deln. Wenn wir die Super­märk­te plündern, bleibt nichts mehr für Bedürf­ti­ge, die wirklich darauf ange­wie­sen sind. Es ist nämlich wirklich genug für alle da. 

Ein­kau­fen während Corona: An den Schutz der Ver­käu­fe­rIn­nen denken 

8. Nicht jeden Tag in die Läden gehen

Versuche nicht öfter als ein bis zwei mal pro Woche ein­kau­fen zu gehen. Das erspart unnö­ti­gen Kontakt mit anderen Personen und schützt auch die Mit­ar­bei­te­rIn­nen in den Märkten. Je weniger Kontakte diese haben, desto geringer ist ihr Risiko während Corona zu erkran­ken und aus­zu­fal­len. Ein­kau­fen ist einer der wenigen Gründe, um aktuell noch das Haus zu ver­las­sen, aber kein Ersatz für Freizeitaktivitäten! 

9. Kein Übermaß an leicht ver­derb­li­chen Lebens­mit­teln kaufen 

Vergiss nicht, dass all deine Einkäufe auch gegessen werden müssen. Je mehr wir ein­kau­fen, desto schnel­ler ver­lie­ren wir den Über­blick über unseren Kühl­schrank. Damit steigt auch die Wahr­schein­lich­keit, dass Lebens­mit­tel verderben.

Auch wenn das Min­dest­halt­bar­keits­da­tum ver­stri­chen ist, bedeutet dies nicht, dass die Lebens­mit­tel nicht mehr genieß­bar sind. 

Einkaufen während Corona: Frisches Gemüse der Saison

10. Den Ver­käu­fe­rIn­nen freund­lich und mit Respekt begegnen 

Ein freund­li­cher Umgang mit dem Personal sollte eigent­lich selbst­ver­ständ­lich sein. Aus eigener Erfah­rung weiß ich aber, dass dies nicht so ist. Sei nett, lächle und lade deine Gefühle über die aktu­el­len Umstände nicht bei den Ver­käu­fe­rIn­nen ab. Wir sollten dankbar für die Arbeit sein, bei der sie sich täglich einer enormen Anzahl an Menschen aussetzen.

11. Den Anwei­sun­gen der Läden befolgen 

Mitt­ler­wei­le gibt es einige Vor­keh­run­gen, um die Gesund­heit beim Ein­kau­fen während Corona noch mehr zu schützen. Teil­wei­se dürfen nur noch begrenzt Menschen in die Läden oder Absper­run­gen regeln Abstände, die ein­ge­hal­ten werden müssen. Halte diese einfach ein, ohne sie zu kom­men­tie­ren, auch wenn du sie auf den ersten Blick nicht nach­voll­zie­hen kannst.

12. Abstand halten 

Social Distancing gilt auch beim Ein­kau­fen. Lasse in der Schlange ca. 1,5 Meter Abstand und quetsche dich nicht zwischen Regalen hindurch. Das mag nicht immer einfach sein, aber versuche es. Das ist am besten umsetz­bar, wenn wir nicht alle am Freitag und Samstag ein­kau­fen gehen. Erledige deine Einkäufe also auch unter der Woche. 

13. Örtliche Tafeln unterstützen 

Wegen der Hams­ter­käu­fe bleibt zur Zeit für Tafeln nicht mehr viel bis gar nichts übrig. Von gewöhn­lich drei Paletten erhielt die Regens­bur­ger Tafel bei­spiels­wei­se ledig­lich eine halbe Palette. Außerdem gehören viel ehren­amt­li­che Hel­fe­rIn­nen zu den Risi­ko­grup­pen und fallen daher aus. Hier ist jede Hilfe zu gebrauchen.

14. Kon­takt­los bezahlen 

Beim kon­takt­lo­sen Bezahlen mit Karte entsteht der gerings­te Kontakt mit Personen und Ober­flä­chen. Zahle also wenn möglich mit Karte – auch hier wieder beson­ders zum Schutz des Per­so­nals. Für die Benut­zung des Pinpads kannst du ein Taschen­tuch ver­wen­den, das du nach dem Ver­las­sen des Ladens entsorgst.

15. Einkäufe für andere übernehmen

Menschen aus Risi­ko­grup­pen sowie die­je­ni­gen, die unter häus­li­cher Qua­ran­tä­ne stehen, sind auf Leute ange­wie­sen, die für sie Ein­kau­fen über­neh­men. Die Einkäufe dann ganz ohne Kontakt vor die Tür stellen. 

 

Noch mehr Tipps und Inspi­ra­tio­nen rund um Lebens­mit­tel sinnvoll ver­wer­ten, findest du hier:

Dau­er­haft Lebens­mit­tel­ab­fäl­le ver­mei­den: Mit diesen 5 Tipps klappt’s garan­tiert

Ein­kau­fen, kochen, auf­brau­chen ganz leicht ohne Verschwendung 

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