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„Mist, den Aufstrich im Kühlschrank habe ich ja total vergessen!“ – so klingt es, wenn unter dem Deckel ein weißer Film zum Vorschein kommt. Wer kennt es nicht: Wir kaufen ein, lagern, gehen spontan essen und sind dann schnell übers Wochenende weg. Was eigentlich noch im Kühlschrank liegt, bemerken wir erst, wenn sich bereits Schimmel breit gemacht hat. Doch das muss nicht sein. Mit kleinen Tricks kann solch unnötige Lebensmittelverschwendung ganz leicht vermieden werden

Es ist Mittwoch und die dritte Woche der 4-Wochen-Challenge gegen Lebensmittelverschwendung in vollem Gange! Nachdem wir bereits viele grundlegende Aspekte besprochen und tolle schmackhafte Zero-Waste-Rezepte ausprobiert haben, wollen wir die nächsten Tage etwas an unseren festgefahrenen Gewohnheiten rütteln.

#UseUpDontBuy – ran an den Vorratsschrank!

Bevor Du heute wie üblich nach Feierabend den Supermarkt ansteuerst, um das knurrende Loch in deinem Bauch zu stillen, wirf doch erst einmal einen Blick in Deine Küchenschränke! Hier ruht bestimmt noch etwas Essbares. Nicht selten sind es Produkte, die wir gar nicht mehr auf dem Schirm hatten. Von alleine werden diese allerdings nicht weniger und auch nicht besser.

 

So kommen wir zur Challenge-Aufgabe Nr. 3: Nimm 3 Produkte aus Deinen Vorräten, die Du diese Woche verbrauchen möchtest. Bei mir sind es Mandelsplitter, Buchweizen und Kartoffelknödel.

Am besten stellst Du die ausgewählten Dinge gut sichtbar in deiner Küche auf. Vielleicht ist bereits das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum überstrichen. Wie wir bereits wissen, ist das kein Grund, das Nahrungsmittel zu entsorgen. Lese dazu gerne noch mal im Artikel der ersten Woche nach.

Schluss mit Lebensmittelverschwendung: Mahlzeiten und Einkäufe planen

Die effektivste Methode, seine eingekauften Lebensmittel auch zu verbrauchen, ist schlichtweg etwas Planung. So wie wir unsere Arbeit und Termine koordinieren, um den Überblick zu behalten, funktioniert es auch mit der Ernährung. Dazu ist kein steifer Mahlzeitenplan notwendig. Etwas Struktur und Überblick hilft hier schon ganz viel.

Überlege Dir vor jedem Einkauf, für wie viele Mahlzeiten du jetzt Essen besorgen willst. Nur für heute Abend oder soll es für die ganz Woche reichen? Idealerweise setzt Du dich einmal in der Woche kurz hin und notierst, wie oft Du die kommenden 7 Tage zuhause, auswärts oder unterwegs essen wirst. Im nächsten Schritt kannst du überlegen, was du gerne essen möchtest. Schau dazu am besten immer erst in den Kühlschrank und deine Schränke. Auch hier gilt: Erst aufbrauchen, dann neu kaufen.

 

Ein Beispiel:

  Frühstück Mittag Abend Vorrat/Kühlschrank Einkaufen
Montag Müsli mit Joghurt und Obst Kantine Spaghetti mit Gemüsesoße Müsli, Joghurt, Spaghetti, Dosentomaten Apfel, Zucchini, Paprika, Zwiebel
Dienstag Buchweizenbrei mit Mandelsplitter und Obst Kantine Essen mit Freunden

Buchweizen

Mandelsplitter

Birne
Mittwoch          
Donnerstag          

 

Mit solch einer groben Planung lassen sich auch alte Vorräte (Buchweizen, Mandelsplitter) spielerisch einbauen und verbrauchen. Wie gesagt: Es soll kein starrer Ernährungsplan sein. Sondern eine grobe Richtung vorgeben, um den Überblick nicht zu verlieren und unnötige Lebensmittelabfälle zu verhindern.

Danach marschieren wir mit einem Einkaufszettel los. Ziel ist es, nur das zu kaufen, was wir notiert haben. Ja, leicht gesagt bei all dem Überangebot soweit das Auge reicht. Eigentlich wird uns ununterbrochen vorgegaukelt, was wir denn noch alles unbedingt benötigen und ganz klar zum Schnäppchenpreis kaufen sollten. Wir werden getriggert mit Limited Editions und Niedrig-Preisen. Wirklich brauchen tun wir das meiste davon nicht. Sei dir dessen bewusst, wenn Deine Hand automatisch nach einer Neuentdeckung greift. So entstehen ganz leicht Fehlkäufe, die dann wiederum gegebenenfalls in der Tonne landen. So sparst Du nicht nur Müll, sondern schonst auch Deinen Geldbeutel

ZERO-WASTE-TIPP:
Du musst spontan auf Reisen und hast einen vollen Kühlschrank? Dann gib es doch an Freunde oder Nachbarn weiter!

Essengehen und TO GO geht auch ohne Lebensmittelverschwendung

Wenn wir in Restaurants gehen, wird uns die Entscheidung bei so vielen wunderbaren Gerichten nicht gerade leicht gemacht. Am liebsten würden wir alles einmal kosten. Oft sind dann doch die Augen größer als der Magen und wir fühlen uns nach der Vorspeise eigentlich schon so gut wie satt. Vom Hauptgang schaffen wir dann nur drei Bisse, denn ein Dessert muss auf jeden Fall noch sein. Was wir nicht aufessen können, geht zurück in die Küche und wird.. genau: weggeworfen. Wir sehen es zwar nicht, aber es passiert. Täglich. Was Du tun kannst?

Überlege Dir erst, wie viel Hunger du wirklich hast. Schaffe ich meine bestellten 3 Gänge? Schlage vor, sich Speisen zu teilen und lass Dir deine Reste einpacken – schmeckt am nächsten Tag mindestens genauso gut. Besonders groß ist die Verschwendung bei All-You-Can-Eat-Buffets. Am besten meidest Du solche so gut es geht bzw. füllst Dir den Teller mehrmals mit kleinen Portionen. So verhinderst Du, dass Berge auf den Tellern bleiben und bist auch ein Vorbild für die anderen Gäste.

 

ZERO-WASTE-TIPP:
Eine mitgebrachte Box spart zusätzlich den Verpackungsmüll, wenn Du deine Portion nicht ganz aufessen kannst.

 

Gleiches gilt beim Essen unterwegs. Viele To-Go-Mahlzeiten sind aufwendig in Plastik verpackt. Lasse dir die Brezel auf die Hand geben oder bringe Deine eigenen Behältnisse mit. Am besten kochst Du am Abend zuvor eine doppelte Portion und packst die Hälfte in eine Box für unterwegs. So weißt Du, dass die Mahlzeit schmeckt und sicher aufgegessen wird.

Jetzt bist wieder Du dran! Weißt Du bereits, was diese Woche endlich aufgebraucht werden soll? Schreibe doch gerne in die Kommentare, was die kommenden Tag endlich verwertet werden soll. Natürlich kannst Du mir auch immer Fragen stellen. Ich freue mich über jede Rückmeldung!

(VH)

 

*Transparenz: In Kooperation mit RaboDirect