Was Natur­kos­me­tik und Bio-Lebens­mit­tel in Sachen Ver­pa­ckung von­ein­an­der lernen können

15. November 2021
Gesichtsmasken sind im Quetschi-Beutel viel besser aufgehoben als pürierte Früchte. Warum das so ist, erfährst du hier.
Autor: Verena Hirsch

Verena Hirsch

Über umwelt­freund­li­che Ver­pa­ckun­gen habe ich schon mehrmals geschrie­ben. Und werde es auch noch öfter tun. Denn: Es ist eine unserer größten Her­aus­for­de­run­gen, die stetig wach­sen­den Müll­ber­ge einzudämmen.

Laut Umwelt­bun­des­amt pro­du­zie­ren wir jährlich ca. 227,5 kg Ver­pa­ckungs­müll pro Kopf. Tendenz steigend.

Natur­kos­me­tik lässt die Plastik-Hüllen fallen 

Als ich 2020 auf den Messen BIOFACH sowie VIVANESS unter­wegs war, stand das Thema Ver­pa­ckung bran­chen­über­grei­fend im Vor­der­grund. Dabei ist mir auf­ge­fal­len, dass der Kos­me­tik­be­reich hier deutlich die Nase vorn hat. Deo oder Lid­schat­ten in Papier schien kein Problem zu sein. Wohin­ge­gen sich die Lebens­mit­tel­ver­pa­ckun­gen kaum zu ver­än­dern scheinen.

Plastikfreie Kosmetik

Beson­ders positiv sind mir die fort­schritt­li­chen Ver­pa­ckun­gen des Natur­kos­me­tik-Unter­neh­mens cos­mon­dial auf­ge­fal­len. Bereits 2019 prä­sen­tier­ten sie mit ihrer Marke GRN [GRÜN] eine ganz neue Dimen­si­on von natür­li­cher Pflege. „Wow, Lid­schat­ten Paletten aus Papier!“, war damals mein Gedanke. Und damit nicht genug. Das kom­plet­te deko­ra­ti­ve Kos­me­tik­sor­ti­ment gibt es soweit möglich in Papier verpackt.

cos­mon­dial: fami­li­en­geführt und kon­zern­un­ab­hän­gig zu einem neuen Level an Natur- und Biokosmetik

Hinter cos­mon­dial steht ein sym­pa­thi­sches, fami­li­en­geführ­tes Unter­neh­men aus dem Baye­ri­schen Spessart.  Mit ihrem 50-köpfigen Team arbeiten die Gründer Silke und Stephan Becker täglich daran, Natur­kos­me­tik auf ein neues Level zu bringen – und zwar ohne Konzern im Rücken.

Mit ihren Marken benecos und GRN [GRÜN] pro­du­zie­ren sie zer­ti­fi­zier­te Natur- und Bio­kos­me­tik. Alle Produkte — aus­ge­nom­men Nagel­la­cke, Hän­de­des­in­fek­ti­on und Acces­soires – tragen das BDIH bzw. COSMOS NATURAL oder COSMOS ORGANIC Siegel für kon­trol­lier­te Natur- und Bio­kos­me­tik. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für unsere Haut.

Quetschi-Beutel: Maske statt Fruchtpü­ree bitte!

Genau solches Enga­ge­ment brauchen wir! Könnte sich die Food-Szene in Puncto Ver­pa­ckung viel­leicht etwas von der Natur­kos­me­tik abschau­en? Fakt ist: Kosmetik unter­liegt nicht den gleichen „Ver­pa­ckungs­re­geln“ wie Lebens­mit­tel, denn wir essen sie ja nicht. Aller­dings muss auch diese hygie­nisch sicher verpackt werden und vor Ver­un­rei­ni­gun­gen sowie Verderb geschützt sein.

Doch mit der Marke GRN [GRÜN] zeigt cos­mon­dial, dass sich ein Sei­ten­blick zu anderen Branchen lohnt: Bei Flüs­sig­kei­ten oder Pasten ist Pappe tabu. Da kann der Wille noch so groß sein. Als das Unter­neh­men mit der Marke GRN [GRÜN] auf der Suche nach geeig­ne­ten Ver­pa­ckun­gen für ihre Masken war, half ihnen der Blick in die Lebens­mit­tel-Regale weiter. Hängen geblie­ben sind sie dabei bei den Quet­schies. Ja genau, die Quetsch­beu­tel mit pürier­ten Früchten für Kinder. Diese stehen oft wegen der über­mä­ßi­gen Ver­pa­ckung für etwas Obst in der Kritik.

Ganz unsinnig sind die Quetsch­beu­tel aller­dings nicht. Als Ver­pa­ckung für Masken sind sie nämlich super! Mit einer wie­der­ver­schließ­ba­ren Öffnung können mehrere Anwen­dun­gen in einer Einheit abge­füllt werden und ohne Aus­trock­nen gelagert werden. Außerdem lässt sich durch Zusam­men­rol­len auch der letzte Rest des Inhalts „her­aus­quet­schen“. Der Punkt geht hier ein­deu­tig an die Masken.

rPET: Ist recy­cel­tes Plastik nachhaltig?

Nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckun­gen sind also bei Kosmetik in vie­ler­lei Hinsicht möglich. Auch für Plas­tik­ver­pa­ckun­gen gibt es mitt­ler­wei­le einige Alter­na­ti­ven. So verpackt cos­mon­dial für ihre neue Pro­dukt­li­nie benecos­BIO Duschgel, Shampoo, Spülung, Kör­per­lo­tion und Seifen in Flaschen aus recy­cel­tem Plastik. Genauer gesagt rPET. Dieses Material wird auch „Rezyclat der Super­la­ti­ve“ genannt und besteht zu 100% aus Alt-PET. Dieses wird über­wie­gend aus PET-Flaschen her­ge­stellt, die gerei­nigt und zu Flakes zer­klei­nert werden. Das ist dann das Roh­ma­te­ri­al für neue Verpackungen.

Die Vorteile von recy­cel­tem PET:

  • ver­braucht weniger Energie in der Herstellung
  • ist zu 100% wiederverwertbar
  • ist was­ser­fest und bestän­dig gegen Öle, Fette und Alkohole
  • lebens­mit­tel­taug­lich
  • ist sehr leicht und robust

Das heißt, das rPET auch für die Ver­pa­ckung von Lebens­mit­tel ein­ge­setzt werden kann. Das Problem ist, dass rPET in lebens­mit­tel­ech­ter Qualität nur begrenzt ver­füg­bar ist. Falsche Ent­sor­gun­gen sowie Ver­un­rei­ni­gun­gen erschwe­ren die Pro­duk­ti­on. Außerdem kon­kur­riert sie mit der ther­mi­schen Ver­wer­tung – sprich Ver­bren­nung – von Kunst­stof­fen. Das macht rPET auch bis zu 50 % teurer als neues PET.

Rezyclat ist ein Über­be­griff für recy­cel­te Kunst­stof­fe, die wieder als neuer Rohstoff ein­ge­setzt werden.

Fazit:  Mehr Aus­tausch für weniger Müll

Fort­schritt­li­che Ver­pa­ckun­gen ent­ste­hen natür­lich nicht von heute auf morgen. Eine Umstel­lung ist oft mit neuen Maschi­nen, Logistik und Inves­ti­tio­nen ver­bun­den. Das kann nicht jedes Unter­neh­men stemmen. Meiner Meinung nach sollten viel mehr Unter­neh­men nach links und rechts schauen und sich auch bran­chen­über­grei­fend unter­hal­ten und aus­tau­schen. cos­mon­dial geht hier mit gutem Beispiel voran.

 

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Übrigens: In diesem Artikel habe ich darüber geschrie­ben, ob Natur­kos­me­tik wirklich besser ist und was die Siegel bedeuten.

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