Sailed Coffee: FAIR­se­geln statt CO2 Pumpen

von | Mrz 15, 2018 | Bio, Ernäh­rung, Öko-Wissen, Zero Waste | 0 Kom­men­ta­re

Fairtra­de Kaffee ist mitt­ler­wei­le keine Sel­ten­heit mehr – wenn auch noch lange nicht selbst­ver­ständ­lich. Aber wann ist ein Kaffee wirklich ‘fair’? Dieser Frage ist TEIKEI COFFEE auf den Grund gegangen und hat ein globales, zukunfts­fä­hi­ges Ver­sor­gungs­sys­tem auf die Beine gestellt. Fair zu Mensch und Natur – so trans­pa­rent war Kaffee noch nie

“Warst du schon bei dem gese­gel­ten Kaffee? Der Stand mit dem höl­zer­nen Schiff!”, wurde ich auf der BioFach 2018 zum Stand von TEIKEI gelotst. Ohne diesem auf­merk­sa­men Hinweis, wäre ich wahr­schein­lich über­flu­tet von den vielen Reizen der Messe blind daran vor­bei­ge­lau­fen.

 

Regio­na­le Konzepte im globalen Handel

Mög­li­cher­wei­se hast Du schon mal was von  Soli­da­ri­scher Land­wirt­schaft (Solawi) oder Com­mu­ni­ty Sup­por­ted Agri­cul­tu­re (CSA) gehört. Hier werden die geern­te­ten Lebens­mit­tel nicht über die freie Markt­wirt­schaft ver­trie­ben, sondern gelangen in ein eigenes Ver­tei­lungs­sys­tem, das von den Teil­neh­mern­In­nen selbst orga­ni­siert und finan­ziert wird. Die Land­wirt­schaft wird somit  von der Gemein­schaft getragen. Dieses Prinzip ermög­licht den Land­wir­ten eine Exis­tenz­si­che­rung, die nicht von Sub­ven­tio­nen, Markt­prei­sen und dem Ern­te­er­trag abhängt. Durch die Vor­fi­nan­zie­rung und der Abnah­me­ga­ran­tie wird  Ver­ant­wor­tung und Risiko  (z.B. von Ern­te­aus­fäl­len) unter allen Betei­lig­ten auf­ge­teilt. Diesen Ansatz über­trägt die Non-Proft-Orga­ni­sa­ti­on TEIKEI auf den inter­na­tio­na­len Markt: Eine feste Ver­brau­cher­ge­mein­schaft in Deutsch­land und der Schweiz finan­ziert im Vorfeld die Erzeu­gung von (wirklich) fairem und bio­dy­na­mi­schem Kaffee, der nahezu CO2-frei nach Deutsch­land trans­por­tiert wird. Dafür können die Genos­sen­In­nen exzel­len­ten Kaffee in Europa genießen, ohne externe Kosten (Schad­stoff-Ausstoß, soziale Aus­beu­tung) zu ver­ur­sa­chen. Klingt wie ein Öko-Märchen – ist aber wahr. 

Wirklich fairer Kaffee

Der Teikei Kaffee wird in Mexiko bio­lo­gisch sowie nach den Prin­zi­pi­en der Agro­forst­wirt­schaft. Das bedeutet, dass für Kaf­fee­plan­ta­gen keine Flä­chen­ab­hol­zung statt­fin­det. Für ein Kilo Kaffee erhalten die Klein­bau­ern umge­recht einen Lohn von 7,80 Euro, was die Ver­gü­tung bei her­kömm­lich fairtra­de-zer­ti­fi­zier­tem Kaffee um einiges über­steigt. Die geern­te­ten Kaf­fee­boh­nen werden durch das Segel­schiff Avontuur der Rederei Tim­ber­co­ast über den Atlantik gesegelt. Dieser Trans­port per Wind erfolgt nahezu CO2-frei. Ledig­lich für die finale Einfahrt in den Ham­bur­ger Hafen und die damit ver­bun­de­ne Bin­nen­schiff­fahrt fallen ca. 1,1 Tonnen CO2 an. Ein Fracht­schiff, das Trans­port­mit­tel Nummer eins im Welt­han­del, mit eben­falls 114 Tonnen Ladung würde ver­gleichs­wei­se 10,41 Tonnen CO2 ver­brau­chen.

 

Drei Säulen der Nach­hal­tig­keit 

Im Ergebnis ist für mich Teikei Coffee ein mus­ter­haft nach­hal­ti­ges Produkt nach dem 3‑Säulen-Prinzip. Es balan­ciert die Säulen UMWELT, WIRT­SCHAFTund MENSCH in gleich­wer­ti­ger Weise aus und ist somit zukunfts­fä­hig.  Ein geson­der­ter Beitrag zur genauen Bedeu­tung von Nach­hal­tig­keit folgt auf jeden Fall bald! 

 

Die Avontuur befindet sich gerade auf ihrem Kurs nach Hamburg. Dort wird sie vor­aus­sicht­lich Mitte Mai ankern! Über die genaue Ankunft halte ich Dich natür­lich auf dem Lau­fen­den und werde dir Ein­bli­cke geben, falls ich per­sön­lich vor Ort sein kann!
*Aktua­li­sie­rung vom 07.12.2018
Der erste Kaffee ist heil in Hamburg ein­ge­trof­fen! 

Alles Liebe Verena

 

Quellen:
www.teikeicoffee.org
www.timbercoast.com
www.solidarische-landwirtschaft.org/das-konzept/
www.nachhaltigkeit.info/artikel/1_3_a_drei_saeulen_modell_1531.htm