Rein pflanz­lich & regional: Wie Natur­schatz Natur­kos­me­tik ganz neu defi­niert

von Mai 27, 2019Saisonal & Regional

Rein pflanz­lich & regional: Wie Natur­schatz Natur­kos­me­tik ganz neu defi­niert

von | Mai 27, 2019

Bei Lebens­mit­teln rückt der regio­na­le Aspekt immer mehr in den Fokus. Doch wie sieht es damit bei Natur­kos­me­tik aus? Natur­schatz hat die Antwort parat: Cremes mit regio­na­len Ölen und vieles mehr. Die Grün­de­rin­nen Ellen und Sigrid bringen mit ihrem Label Natur­schatz ordent­lich frischen Wind in die Natur­kos­me­tik-Szene. Ich habe mit Ellen gespro­chen – wie es über­haupt zu Natur­schatz kam, was genau ihre Produkte von der Masse abhebt und wie du gute Natur­kos­me­tik erkennst.

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Als ich vor dem Natur­kos­me­tik Regal stand, habe ich nur ein Meer voller Plastik gesehen.

Ellen, wie bist du eigent­lich zum Thema Natur­kos­me­tik gekommen?

Ange­fan­gen hat alles vor circa fünf Jahren. Damals habe ich aus gesund­heit­li­chen Gründen begonnen, mich vegan zu ernähren. Dadurch kam dann auch die Frage auf, was ich eigent­lich auf meine Haut gebe – denn sie ist ja schließ­lich unser größtes Organ.

In meinem Bad war damals viel kon­ven­tio­nel­le und auch viel vom Hausarzt ver­schrie­be­ne, echt aggres­si­ve Kosmetik. Als ich mir die Inhalts­stof­fe mittels Code Check genauer ange­se­hen habe, war ich echt scho­ckiert über die u.a. krebs­er­re­gen­den Stoffe. Dar­auf­hin habe ich alles auf Natur­kos­me­tik umge­stellt und auch ver­schie­dens­te Marken aus­pro­biert. Schließ­lich hat mich aber nichts so wirklich über­zeugt.

Was genau hat dich denn an dem – ja eigent­lich sehr breiten – Angebot an Natur­kos­me­tik gestört bzw. was hat dir gefehlt?

Einer­seits bin ich mit fast keinem Produkt klar­ge­kom­men. Dazu muss ich sagen, dass ich schon immer eine Pro­blem­haut habe. Natür­lich benötigt die Haut immer Zeit, sich an neue Produkte zu gewöhnen. Bei mir hat aber auch nach langer Anwen­dung nichts ange­spro­chen bzw. meine Haut­pro­ble­me wurden eigent­lich noch schlim­mer. 

Ande­rer­seits habe ich vor dem Natur­kos­me­tik-Regal immer nur ein Meer aus Plastik gesehen und dies einfach nicht ver­stan­den. Als ich mich genauer mit den Inhalts­stof­fen beschäf­tigt habe, hatte ich bei der Hälfte nur Fra­ge­zei­chen im Kopf. Außerdem fehlte mir bei all den fancy Ölen aus aller Welt der regio­na­le und sai­so­na­le Bezug – der ja zum Glück im Lebens­mit­tel­be­reich bereits ange­kom­men ist. 

 

Wie kam dann der konkrete Schritt, mit Natur­schatz eine eigene Natur­kos­me­tik her­zu­stel­len?

Es war dann tat­säch­lich mein Eigen­be­darf und die Tatsache, dass das Angebot auf dem Markt nicht zufrie­den­stel­lend für mich war. Dann haben meine Geschäfts­part­ne­rin Sigrid  und ich ange­fan­gen, uns selbst in die Küche zu stellen. Wir haben im Internet nach Creme Rezepten gesucht, Blogs durch­fors­tet, Bücher bestellt und alles durch­ge­ar­bei­tet. Wir haben auch alle Öle durch­pro­biert und uns Schritt für Schritt ran­ge­tas­tet.

Also vom DIY-Projekt zur eigenen Natur­kos­me­tik Marke?

Ja, genau! Irgend­wann haben wir Freunden davon erzählt, die es dann auch aus­pro­bie­ren wollten oder eben zu ver­schied­nen Anlässen ver­schenkt. Das Feedback wurde dann eben immer besser und wir haben unsere Rezepte immer weiter ver­bes­sert.

Was ist an den Natur­schatz Pro­duk­ten anders?

Jede Creme benötigt eine Flüs­sig­keit. Wir ver­wen­den statt purem Wasser – denn das hat ja per se keine Wirkung – Pflan­zen­ex­trak­te aus bei­spiels­wei­se Kamille und Linden.

Dann ver­zich­ten wir auf Alkohol. Dieser muss zwar nicht als offi­zi­el­ler Kon­ser­vie­rungs­stoff dekla­riert werden, wird aber häufig zur Kon­ser­vie­rung ver­wen­det – und trocknet die Haut aber auch aus. Auch hier ver­wen­den wir eine pflanz­li­che  Kon­ser­vie­rung auf Zucker-Mais-Basis. Unser Ansicht nach ist es nicht sinnvoll, komplett auf Kon­ser­vie­rung in Kosmetik zu ver­zich­ten. Dadurch könnten sich dann Bak­te­ri­en in der Creme ent­wi­ckeln, die unserer Haut mehr schaden. Unser pflanz­li­cher Kon­ser­vie­rer hat sogar den posi­ti­ven Neben­ef­fekt, dass er zusätz­lich Feuch­tig­keit spendet.

Ab einer gewissen Kon­zen­tra­ti­on kann auch Glycerin aus­trock­nend wirken. Deshalb haben wir nach Ölen gesucht, die wir statt­des­sen ver­wen­den können.

Bei den Zutaten legt ihr einen beson­de­ren Schwer­punkt auf Regio­na­li­tät. Wisst ihr dann immer genau, wo welcher Rohstoff herkommt?

Unsere Pflan­zen­öle und ‑extrakte kommen komplett aus Europa. Wir ver­su­chen mög­lichst viel aus Deutsch­land und Öster­reich zu beziehen – aber auch Italien, Frank­reich, Spanien und Bul­ga­ri­en. 

Die Pro­du­zen­ten lassen sich da aller­dings gar nicht so sehr in die Karten schauen, denn es könnte ja mal zu Ern­te­aus­fäl­len kommen. Dann könnte die genaue Herkunft nicht mehr garan­tiert werden. Das mussten wir auch erst lernen. Wir hatten anfangs die Vor­stel­lung, genau zu wissen, von welchem Bauer aus Frank­reich bei­spiels­wei­se das Laven­del­öl kommt. Aber wir sind hart­nä­ckig geblie­ben und können unseren Kunden jetzt zu jedem Öl das Her­kunfts­land aus­wei­sen. Die Trans­pa­renz schafft Ver­trau­en, das bei Kos­me­tik­pro­duk­ten sehr wichtig ist.

Mit den Natur­schatz Tiegeln macht ihr ja auch ein State­ment was die Ver­pa­ckung angeht..

Über die Ver­pa­ckung haben wir uns ganz lange unter­hal­ten. Wir wollten, dass unsere Produkte restlos auf­ge­braucht werden können, – ohne sie in Klein­tei­le zerlegen zu müssen – sowie umwelt­freund­li­che Ver­pa­ckungs­ma­te­ria­li­en. Deshalb wurde es der Vio­lett­glas-Tiegel. Dieser kann im grünen Altglas entsorgt oder upge­cy­celt werden. Der Deckel ist aus Bakelit und kann im Restmüll entsorgt werden. Hier haben wir uns bewusst gegen Ver­bund­s­stof­fe ent­schie­den, die sehr schlecht zu recyceln sind. Leider gab es zu dem Zeit­punkt auf dem Markt keine Alter­na­ti­ve zu einem Deckel aus Bakelit in Kom­bi­na­ti­on mit dem Glas­tie­gel.

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Bislang haben wir uns gegen ein Siegel ent­schie­den, aber für viel Trans­pa­renz in der Kom­mu­ni­ka­ti­on unseren Kunden gegen­über.

Eine Natur­schatz Creme im 50 ml Tiegel kostest gut 50 Euro. Das mag für Natur­kos­me­tik-Ein­stei­ger/in­nen auf den ersten Blick teuer erschei­nen. Kannst Du erklären, wie dieser Preis zustande kommt?

Der Preis ist auf die hoch­wer­ti­gen Inhalts­stof­fe zurück­zu­füh­ren. Anstelle von Wasser, das übli­cher­wei­se der Haupt­be­stand­teil einer Creme ist, ver­wen­den wir Pflan­zen­ex­trak­te aus Gurke oder Kamille. Außerdem finden sich in unseren Cremes hoch­prei­si­ge Samenöle aus Him­bee­ren oder Trauben, die beson­ders tie­fen­wirk­sam sind. Und auch bei Kon­ser­vie­rung und Emul­ga­tor haben wir uns für die aus unserer Sicht besten und haut­freund­lichs­ten Lösungen ent­schie­den. Natür­lich spiegelt sich die Qualität im Preis wider. Aller­dings sind unsere Gesichts­cremes gerade aufgrund dieser hohen Kon­zen­tra­ti­on an wirk­sa­men Inhalts­stof­fen sehr ergiebig. Wenn 50 ml für sechs Monate reichen, dann ist das nicht nur nach­hal­tig, sondern schont auch den Geld­beu­tel.

Jetzt reden wir die ganze Zeit über Natur­kos­me­tik – der Begriff ist ja nicht gesetz­lich geschützt. Was hältst du von den gängigen Siegeln, die es auf dem Markt gibt?

Gegen­über Siegeln bin ich zwie­ge­spal­ten. Zum einen gibt es sehr viele ver­schie­de­ne Siegel und zum anderen wirkt es für den/die Konsumenten/in wie ein Stempel, dass das Produkt „gut“ ist. Aber die wenigs­ten setzen sich damit aus­ein­an­der, was wirklich hinter dem Produkt oder der Firma steckt.

Wir erfüllen alle Vor­aus­set­zun­gen der gängigen Siegel auf dem Markt und gehen sogar über deren Anfor­de­run­gen hinaus: : Indem wir alle Inhalts­stof­fe aus Europa beziehen und dadurch einen gerin­ge­ren C02-Fuß­ab­druck haben, indem wir diesen Fuß­ab­druck durch eine Spende an Kli­ma­schutz­pro­jek­te in Indien kom­pen­sie­ren, indem wir unser Geschäfts­kon­to bei einer nach­hal­ti­gen Bank haben, … All diese Punkte könnten mit einem Siegel gar nicht abge­deckt werden.

Gleich­zei­tig sind Siegel ein sehr kost­spie­li­ger Faktor, vor allem für kleine, junge Unter­neh­men wie wir. Bislang haben wir uns gegen ein Siegel ent­schie­den, aber für viel Trans­pa­renz in der Kom­mu­ni­ka­ti­on unseren Kunden gegen­über.

Plant ihr für Natur­schatz in Zukunft eine Zer­ti­fi­zie­rung?

Grund­sätz­lich wäre es recht schnell rea­li­sier­bar, weil die Produkte die Anfor­de­run­gen erfüllen. Aller­dings sehen wir aktuell nicht den Bedarf und auch nicht den Mehrwert für unsere Kunden. Vielmehr hoffen wir auf ein­heit­li­che EU-Stan­dards oder staat­li­che Rege­lun­gen, die für den Kunden ver­ständ­lich sind und ein­heit­lich Anwen­dung finden.

Welche Tipps würdest Du bei der Suche nach Natur­kos­me­tik geben? Gibt es Ori­en­tie­rungs­hil­fen? Woran erkenne ich gute Natur­kos­me­tik?

Ich würde neben den Siegeln die Code Check App emp­feh­len. Diese ist echt hilf­reich und super einfach zu bedienen. Per Barcode-Scan werden alle bedenk­li­chen Inhalts­stof­fe auf­ge­lis­tet und nach dem Ampel­sys­tem bewertet. Das gibt eine gute Hilfe im Siegel-Dschun­gel und gibt eben auch genauen Auf­schluss über gute Produkte ohne Siegel.

 

Du möchtest Natur­schatz testen?

Alle Produkte findest du im Online­shop oder beim Händler vor Ort. Mit dem Code allmydeer10 erhältst du 10% Rabatt auf deine Bestel­lung*.

 

 

www.naturschatz-kosmetik.com
Inter­view­gast: Ellen
Bilder: © Natur­schatz

 

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