Ostern: Warum du keine gefärbten Eier kaufen solltest – 6 Fakten rund um das Ei

Ostern: Warum du keine gefärbten Eier kaufen solltest – 6 Fakten rund um das Ei

Bereits seit Wochen funkeln uns Osterhasen und gefärbte Eier – schokoliert oder gekocht – beim Einkaufen entgegen. Auch wenn bunte “Brotzeiteier” mittlerweile das ganze Jahr über erhältlich sind, verbinden wir bunte Eier in erster Linie mit Ostern. Wer gerne gefärbte Eier isst, dem sollten einige Aspekte bewusst sein. Was es zu beachten gibt und warum du von gefärbten Eiern aus dem Supermarkt lieber die Finger lassen solltest, erfährst du hier!

1. Da kommt das Ei her

Grundsätzlich ist die Herkunft von jedem Ei genau nachvollziehbar. Detailiierte Auskunft darüber gibt der Code, der auf allen frischen Eiern aufgedruckt ist.

5

Beispiel: 0 – DE – 1408911

Die erste Zahl zertifiziert die Haltungsform der Hennen:

0 → Biohaltung
1 → Freilandhaltung
2 → Bodenhaltung
3 → Käfig- bzw. Kleingruppenhaltung

Das darauffolgende Buchstabenkürzel ist die die Länderabkürzung, wo da Ei gelegt wurde. Eier aus Deutschland tragen das Kürzel DE, Eier aus Österreich AT sowie beispielsweise aus den Niederlanden NL. Zum Schluss folgt die Betriebskennnummer. So kann ein Ei wirklich bis zum Bauern zurückverfolgt werden.

2. Regionale Eier erkennen

Dass der Eier-Code über Herkunftsland und Art der Haltung Auskunft gibt, ist weitgehend bekannt. Was viele aber nicht wissen: Mit der Betriebsnummer lässt sich die regionale Herkunft noch genauer spezifizieren. Die ersten beiden Ziffern der Kennzahl beschreiben nämlich das Bundesland, in dem der Hühnerhof beheimatet ist. So steht 14 beispielsweise für Sachsen, 09 für Bayern und Eier mit 05 kommen aus NRW. Ein Übersicht über alle Bundesländerkürzel auf Eiern findest du hier. So kannst du neben der Haltungsform noch mehr auf die regionale Herkunft deiner Eier achten.

3. Was der Dotter über das Ei verrät 

Hast du dich schon einmal gefragt, was die Farbe des Eidotters zu sagen hat? Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass Eier mit dunklem Dotter aus “guter Haltung” stammen und Eier mit hellem aus schlechteren Haltungsbedingungen. Das ist allerdings so nicht richtig. Ausschlagend für die Farbe ist nämlich das Futter bzw. die Rasse der Hennen. Weil in Europa Eier mit dunklem Dotter bevorzugt werden, werden dem Futter Farbstoffe beigemischt. Konventionelle Eier (aus Freiland-, Boden-, Kleingruppenhaltung) haben deshalb meist einen tief orangenen Dotter, wohingegen der Dotter von Bio-Eiern hellgelb ist. Bei Letzteren sind Farbstoffe im Futter verboten. Der Dotter variiert bei Bio-Eiern deshalb natürlich von Ei zu Ei. 

3. Gefärbte Eier ohne Kennzeichnung 

Im Gegensatz zu rohen Eiern entfällt bei gekochten, bunten Eiern die Kennzeichnungspflicht. Sie gehören zur Kategorie “verarbeitetes Eiprodukt” – ähnlich wie alle Kuchen, Backwaren, Eis, Fertiggerichte etc., die Eier enthalten. Auf der Verpackung muss daher keinerlei Nachweis über Herkunft und Haltungsform gegeben werden. Da die Produkte grundsätzlich so billig wie möglich angeboten werden, liegt es nahe, dass ein großer Anteil der verarbeiteten Eier aus Boden- bzw. Käfighaltung stammt.

Sichergehen kann man bei der Herkunft verarbeiteter Eier lediglich, wenn das Endprodukt biologisch zertifiziert ist. Dann müssen alle Zutaten ebenfalls kontrolliert ökolasch erzeugt worden sein.

 

4. Zero Waste Eier färben

Am besten besorgst du dir regionale Bio-Eier und färbst sie zu Ostern selber. Dazu ist keine spezielle Eierfarbe notwendig. Mit diesen kleinen Tricks bekommst du ganz leicht gefärbte Eier:

Orange Eier

1 EL Kurkuma ins Wasser rühren und Eier 10 Minuten lang kochen.

Lila und grüne Eier

Eier mit Rotkohl bzw. dem Sud 10 Minuten lang kochen. Um grüne Eier zu erhalten, einfach 1 TL Natron dazu geben.

Rote Eier

Eier in Roter Beete Saft 10 Minuten lang kochen.


5. Haltbarkeit von Eiern 

Das ausgewiesene Mindesthaltbarkeitsdatum von Eier beträgt nach dem Legen 28 Tage. Durchschnittlich sind sie allerdings bei korrekter Lagerung (am besten im Kühlschrank) 21 Tage darüber hinaus haltbar. Ob rohe Eier noch zu verzehren sind, lässt sich mit einem ganz einfachen Trick testen:

Fülle ein Trinkglas mit Wasser und lege das Ei hinein. Sinkt es zu Boden, ist es noch einwandfrei verzehrbar. Hebt es sich vom Boden ab und schwimmt im Glas, solltest du das Ei nicht mehr essen.

 

6. Was passiert mit den männlichen Küken? 

Die meisten Eier kommen nicht vom idyllischen Bauernhof, sondern aus großen Legebetrieben. Von einem schönen Leben der Hennen kann hier nicht gesprochen werden. Von 40 Millionen Legehennen in Deutschland sind gerade mal 11 Prozent Bio-Hennen. Da zum Eierlegen keine männlichen Küken gebraucht werden können, werden diese nach dem Schlüpfen geschreddert oder vergast – auch in manchen Biobetrieben. Mittlerweile gibt es viele Initiativen, damit die männlichen Küken (vorerst) am Leben bleiben. Allen voran hat beispielsweise Naturland bereits 2011 die Initiative Ei Care ins Leben gerufen.

Gefärbte Eier zu Ostern – Fazit

Insgesamt finde ich Eier kein leichtes Thema. Mein Credo bleibt auch hier: Qualität vor Quantität! Wenn du gerne Eier isst, dann bitte wenig, bewusst und ausgewählt. Erkundige dich nach Biobetrieben in deiner Nähe oder kaufe Bio-Eier, die in einer Verbindung zu Initiativen stehen, die männliche Küken länger als einen Tag leben lassen. Sollen zum Osterbrunch gefärbte Eier serviert werden, empfehle ich aufgrund der genannten Gründe, Eier auch jeden Fall selber zu färben.

Über Allmydeer

Hallo, ich bin Verena!
Hier zeige ich Dir, wie wertvoll ein achtsamer Umgang mit sich selbst und der Umwelt ist – nachhaltig, reflektiert & fair!

Folge mir!

Abonniere den
Allmydeer-Newsletter!

Werbung
Gemüsereste verwerten: Zero Waste Gewürzpaste – DIY

Gemüsereste verwerten: Zero Waste Gewürzpaste – DIY

Kann das weg oder ist das noch essbar? Die Antwort lautet ESSBAR! Schalen, Strunk und Abschnitte von Gemüse landen diesmal nicht im Müll. Mit dem folgenden Rezept kannst du Gemüsereste verwerten und weitere Speisen damit würzen – perfekt, wenn kein Kompost oder Biotonne zur Verfügung steht!

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele “Lebensmittel-Abfälle” tatsächlich noch genießbar sind. Kochen wir mit frischem Gemüse, fallen schnell diverse Blätter, Schalen und Abschnitte an. Diese landen nicht auf dem Teller, sondern eher im Müll. Viele erahnen gar nicht, welch köstliche Zero-Waste-Rezepte sie daraus kreieren lassen.

 

Keine Biotonne? Einfach Gemüsereste verwerten  

Leider steht in immer weniger Wohnungsanlage eine Biotonne zur Verfügung. Wer keinen Garten oder Platz für eine Wurmkiste hat, muss die Bioabfälle über den Restmüll entsorgen. Um das zu vermeiden, können die Gemüsereste einfach gesammelt und beispielsweise zu einer vielseitigen Gewürzpaste verarbeitet werden.

 

Verwertet werden können:

  • Schalen (Karotte, Sellerie, Kohlrabi, Pastinake, Zwiebel,…)
  • Blätter (Karottengrün, Blumkohlblätter, Kohlrabi, Radieschen, …)
  • Strunke (Brokkoli, Blumenkohl,…)
  • Abschnitte

Photo by Burana Reyhepi on Unsplash

Zutaten Gewürzpaste:

500g Gemüsereste
80g Salz
1 EL Olivenöl
frische oder getrocknete Kräuter

Zubereitung:

Die Gemüsereste ein bis zwei Wochen in einer sauberen Box sammeln und im Kühlschrank lagern. Vor der Verarbeitung alles gründlich waschen und prüfen, dass das Gemüse schimmelfrei ist.  Sollten Schimmelspuren erkennbar sein, bitte alles entsorgen und nicht mehr weiterverarbeiten.

Sind die gesammelten Reste in Ordnung, kann alles in einen Mixtopf gegeben und zerkleinert werden. Das Zerkleinern so lange wiederholen, bis eine Art Mus entsteht. Dann das Salz, Olivenöl und eventuell Kräuter hinzugeben. Alles nochmal gut durchmixen.

Die Paste in einen Topf geben, aufkochen lassen und unter ständigem Rühren etwas 20 Minuten köcheln lassen. Danach in saubere Gläser füllen und im Kühlschrank lagern.

 

Photo by Mink Mingle on Unsplash


Verwendung Gewürzpaste

Mit der fertigen Mischung kannst du jegliche herzhafte Gerichte verfeinern. Sie kann in Rezepten einfach anstatt fertiger Gemüsebrühe verwendet werden. Die Gemüse-Würzpaste eignet sich unter anderem hervorragend zum Marinieren von Tofu oder Tempeh.

 

Lust auf mehr Reste-Küche?

Zero-Waste-Küche: 3 pfiffige Rezepte, die du so noch nicht gesehen hast

Trester weiterverarbeiten: Rezept für vegetarische Bratlinge

 

Trester weiterverarbeiten: Rezept für vegetarische Bratlinge

Trester weiterverarbeiten: Rezept für vegetarische Bratlinge

Bewusst kochen kann so einfach sein! Das Beste dabei: Mit frischen Zutaten und einer Portion Kreativität werden auch aus Resten vielfältige Leckereien. Mit diesem einfachen Rezept gelingen pflanzliche Bratlinge mit und ohne Sojamilch-Trester

Kochen und Lebensmittel selber herstellen verbinden wir oft mit viel Aufwand und wenig Ertrag. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Sojamilch selber machen ist dafür das beste Beispiel. Selbst ohne Hochleistungs-Küchengeräte kann jede*r den Pflanzendrink ganz leicht selber herstellen und Tetra Paks vermeiden. Nach dem Abfiltern der Sojamilch bleibt der sogenannte Okara – der Trester der Sojabohnen – übrig. Um Abfall handelt es sich dabei keineswegs, sondern um eine fantastische Grundlage für leckere Rezepte.

Kurz erklärt: Als Trester werden die festen Rückstände bezeichnet, die beispielsweise noch dem Pressen von Apfelsaft übrig bleiben. Trester fällt unter anderem bei der Herstellung von Speiseöl und eben auch von pflanzlicher Milch an. Bei der Sojamilchproduktion wird dieser Okara genannt.


Trester verarbeiten: Rezept für vegetarische Bratlinge
 

Egal ob süß oder salzig – aus Okara lässt sich für jeden Hunger etwas zaubern. Ein aktueller Favorit: schmackhafte Bratlinge mit Karotte und Weißkohl. Sie gewinnen vielleicht keinen Schönheitswettbewerb, aber geschmacklich stehen sie auf dem Treppchen ganz oben, und stillen den herzhaften Hunger.

 

Zutaten für 6 Patties:

200g Okara / alternativ weiße Bohnen
1 TL Backpulver
1 EL geschrotete Leinsamen 
100g Dinkelvollkornmehl 
1 Karotte
1 Hand voll Weißkohl
1/2 TL Kreuzkümmel
1 TL Gemüsebrühe
2 TL Paprika edelsüß
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Den Okara gut auspressen und in eine große Schüssel geben. Alternativ die Bohnen mit etas Wasser pürieren. Dazu die geschroteten Leinsamen, Mehl und Backpulver geben und gut verrühren. Während die Leinsamen quellen, Karotte und Kohl waschen und in möglichst kleine Stücke schneiden. Das Gemüse zusammen mit den Gewürzen in die Schüssel geben und gleichmäßig vermengen.

 Je nachdem wie feucht bzw. trocken die Masse ist, noch etwas Mehl oder Wasser hinzugeben. Dann aus 6 Bratlinge formen. Die Patties können mit etwas Öl in der Pfanne kross gebraten oder im Ofen bei 170 Grad ca. 30 Minuten gebacken werden.


Trester-Bratlinge 
vielfältig kombinieren
 

 Die fertigen Bratlinge schmecken super als Burger-Patties zwischen zwei Brötchenhälften oder auch einfach pur als herzhafter Snack zwischendurch. Es ist noch etwas Reis vom Vortag übrig? Dann lege noch zwei Bratlinge und etwas frisches Gemüse dazu und Du hast ein super Mittagessen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt!

 

 

Du bist auf den Geschmack der Zero-Waste Küche gekommen? Dann findest Du hier 3 pfiffige Rezepte, die Du so noch nicht gesehen hast!

(VH)

 

Sojamilch selber machen – ohne Küchenmaschine

Sojamilch selber machen – ohne Küchenmaschine

 

Tetra Pak ade: So kannst Du Sojamilch selber machen – ganz einfach und ohne Hight-Tech-Küchengeräte. Probier’s doch gleich mal aus!  

Mandel, Cashew, Hafer, Dinkel, Reis… Die Auswahl an pflanzlichen Milchalternativen ist mittlerweile unglaublich vielfältig. Der Nachteil: Sie sind ausschließlich in Tetra Paks erhältlich. Während Kuhmilch auch in Pfandflaschen im Kühlregal steht, machen Pflanzendrinks in Sachen Zero Waste bis jetzt eine schlechtere Figur.

Pflanzliche Milch: Sojamilch selber machen

Getreide- und Nussmilch lassen sich verhältnismäßig einfach auch in der heimischen Küche zubereiten. Das Rezept für eine wunderbare Hafermilch hat zum Beispiel Swenja auf Lager. Bei Sojamilch wird es da schon schwieriger. Aber nichts ist unmöglich! So kann jeder seine Sojamilch ganz einfach selber zubereiten:

 

 

 

Zutaten für 1 l Sojamilch:

1 TL Natron
Wasser

Küchenutensilien:
Pürierstab
sauberes Küchentuch
großer Topf
große Schüssel
saubere Gläser zum Abfüllen

Zubereitung:

Die Sojabohnen 4 – 6 Stunden in Wasser einweichen (am besten über Nacht). Danach absieben und mit frischem Wasser spülen. Die Sojabohnen in einen großen Topf geben, mit frischem Wasser großzügig überdecken, 1 Teelöffel Natron dazugeben und aufkochen. Die Hitze auf mittlere Stufen reduzieren und 40 Minuten köcheln lassen. (Achtung: es kann stark schäumen, deshalb besser einen großen Topf verwenden.)

Wenn die Bohnen weich sind, den Topfinhalt absieben. Die abgetropften Sojabohnen zusammen mit 0,5 l frischem Wasser pürieren. Danach weitere 0,5 l frisches Wasser dazugeben und nochmal kurz aufkochen.

Sojamilch selber machen: Milch abfiltern

Das saubere Küchentuch über eine Schüssel legen und die Flüssigkeit nach und nach hineingeben und vorsichtig durch das Tuch pressen  (alternativ kann dazu ein Nussmilchbeutel oder ein ganz feines Sieb verwendet werden).

Zum Schluss bleibt im Küchentuch der Sojatrester – sog. Okara – zurück. Dieser kann für leckere Burger-Parties verwendet werden.
Die gefilterte Sojamilch am besten mit einem Trichter in saubere Flaschen füllen und direkt in den Kühlschrank stellen.

Gut zu wissen: Herkömmliche Pflanzendrinks sind oft gesüßt. Die pure Sojamilch kann Dir also ziemlich herb vorkommen. Eine angenehme Süße verleiht beispielsweise Kokosblütenzucker oder Honig. Am besten aber erst direkt bei der Verwendung süßen.

Jetzt steht der müllfreien Sojamilch nichts mehr im Weg! Solltest Du mein Rezept ausprobieren, freue ich mich sehr über Feedback!

(VH)

 

Dauerhaft Lebensmittelabfälle vermeiden – mit diesen 5 Tipps klappt’s garantiert

Dauerhaft Lebensmittelabfälle vermeiden – mit diesen 5 Tipps klappt’s garantiert

ANZEIGE

Eigentlich wissen wir ja, dass wir nur das einkaufen sollten, was wir auch verbrauchen. Aber wie so oft hapert es bereits nach ein paar Tagen bei der Umsetzung. Deshalb habe ich dir 5 einfache Tipps zusammengestellt, die dir bei der (wirklich) dauerhaften Umsetzung helfen!

In der 4-Wochen-Challenge gegen Lebensmittelverschwendung zusammen mit RaboDirect und Max Green haben wir in den vergangenen Tagen so einiges gelernt – warum wir das MHD nicht bei der Zahl nehmen sollten und wie wir aus vermeintlichen Küchenabfällen noch kreative Mahlzeiten zaubern können. Außerdem ging es letzte Woche darum, die angesammelten Vorräte effektiv zu verbrauchen und worauf wir beim Essen in Restaurants sowie unterwegs achten sollten. Ganz schön viele Aspekte auf einmal; diese können wir natürlich nicht alle gleichzeitig und perfekt zu jeder Zeit umsetzen. Das soll auch überhaupt nicht das Ziel sein. Viel mehr möchte ich (einfache) Mittel und Wege aufzeigen, wie wir der unnötigen Lebensmittelverschwendung im Alltag einen Riegel vorschieben können. Denn noch einmal zur Erinnerung: 18 Millionen Tonnen landen jährlich allein in Deutschland im Müll. 18 Millionen Tonnen!

 

5 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier. Anstatt uns aber über unsere „schlechten“ Angewohnheiten zu ärgern, sollten wir uns lieber darauf konzentrieren, uns positive anzueignen. Natürlich benötigen neue Routinen Zeit und fühlen sich auch manchmal etwas mühselig an – aber fange einfach an und bleibe dran! Los geht’s:

1. Jede Woche einen Vorrat aufbrauchen

Niemand benötigt langjährige Regalhüter. Damit diese erst gar nicht entstehen, nimm dir jede Woche eine Sache aus deinem Küchenschrank, die Du leeren möchtest. Am besten positionierst Du deine Wahl, beispielsweise eine Packung Nudeln, an einer Stelle, die regelmäßig in deinem Blickfeld ist.

2. Essen mit anderen teilen

Dir schmecken manche Sachen einfach nicht mehr oder Du schafft es nicht, diese alleine zu verbrauchen? Kein Problem! Frag doch mal im Freundes- und Bekanntenkreis nach. Alternativ kannst Du dich auch bei foodsharing oder UXA anmelden. Die Website bzw. App bieten dir eine kostenlose Plattform, Lebensmittel weiterzugeben bzw. von anderen anzunehmen. Auch regionale Tafeln nehmen Lebensmittelspenden an.

 

TIPP:
Veranstalte mit deinen Freunden regelmäßig Kochabende, an denen ihr lediglich eure Vorräte verwertet! 

3. Mahlzeiten grob planen

Die wohl effektivste Methodekeine Lebensmittel wegwerfen zu müssen, ist es, seine Mahlzeiten zu planennie hungrig und dafür immer mit Einkaufszettel einkaufen zu gehen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das vor allem am Anfang sehr schwer fällt. Wichtig: Das Leben läuft nie nach Plan. Es geht nicht um eine exakte Einhaltung des Plans, sondern um eine grobe Struktur. Allein zu wissen, wie viele Mahlzeiten man zuhause einnehmen wird, hilft bereits bei der Einkaufsplanung und verhindert, dass Unnötiges gekauft wird.

„Seit ich selbst Listen schreibe, kaufe ich viel weniger ein als früher.“  – Ronni Kahn, australische Foodaktivistin gegenüber der SZ

 

4. So viel wie möglich verwerten

Mit meinen Zero-Waste-Rezepten habe ich dir bereits gezeigt, was Du aus Blumenkohlblättern, Möhrengrün-Pesto und Kohlrabiblättern so Leckeres kochen kannst. Was außerdem (u.a.) noch essbar ist:

– Radieschenblätter

– Stiel vom Brokkoli

– Schale von Kiwis

– Kartoffel- sowie Karottenschale

Weitere Zero-Waste-Verwertungsoptionen:

– altes Brot/Brötchen zu Knödelverarbeiten

– Essig/Öl von eingelegtem Gemüse als Salatdressing verwenden

– überreifes Obst zu Smoothies oder Mus verarbeiten

– aus Gemüseschalen Brühe kochen

5. Darüber sprechen

 Themen bleiben nur präsent, wenn wir nicht aufhören, darüber zu sprechen. Erzähle deinen Freunden von dem Problem der Lebensmittelverschwendung. Das trägt die Botschaft nicht nur weiter, sondern motiviert uns selber.

TIPP:
Menschen lassen sich leichter überzeugen, wenn sie konkrete Handlungsalternativen bekommen. Kombinieredie Schilderungen über die Problematik der Lebensmittelverschwendung also gleich mit ein oder zwei einfachen Alltagstipps!

 

 

Sinnvoll sparen

Unterm Strich wirst Du mit den aufgeführten Tipps nicht nur unnötige Lebensmittelabfälle sparen, sondern auch bares Geld – denn schließlich musste alles einmal beim Einkaufen bezahlt werden. Verschwendung und Sparen – eigentlich zwei Gegensätze, die sich doch so nahe sind. Diesen Zusammenhang erkennt auch RaboDirect. Mit den Spareinlagen ihrer Kunden ermöglicht die Direktbank der RabobankGruppe, weltweit Projekte gegen Lebensmittelverschwendung zu fördern. Außerdem fördert sie Initiativen zur globalen Nahrungsmittelsicherheit. Mit dem Leitgedanken „Banking for Food“ zeigt RaboDirect, dass wirklich jeder Verantwortung übernehmen kann.

 

Damit endet die 4-Wochen-Challenge gegen Lebensmittelverschwendung. Ich hoffe, dass dieses „Ende“ auch gleichzeitig der Anfang ist, dauerhaft umzudenken und wieder mehr Wert in unserer täglichen Nahrung zu sehen. Natürlich wird es auch in Zukunft viele weitere Themen rund um Lebensmittelverschwendung geben. Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich gerne bei mir! An dieser Stelle auch noch mal ein großes DANKE für die tollen Rückmeldungen zur Challenge – bin wirklich begeistert, wie viele mitgemacht haben!

(VH)

 

*Transparenz: In Kooperation mit RaboDirect

 

“100 Dinge” im Kino – Wird Minimalismus jetzt Mainstream?

“100 Dinge” im Kino – Wird Minimalismus jetzt Mainstream?

Mit 100 Dingen kamen unsere Urgroßeltern aus. Heute besitzen wir durchschnittlich 10.000 Sachen, die wir natürlich unbedingt brauchen – und wenn nicht, dann machen sie wenigstens glücklich. Oder etwa doch nicht? Meine Gedanken zur aktuellen Komödie von Florian David Fitz

Auf den Film wurde ich zufällig durch einen Trailer der Kinovorschau aufmerksam. Große Erwartungen hatte ich ehrlich gesagt nicht – vielmehr war ich unheimlich gespannt, was man servieren werde, wenn Fitz, Schweighöfer und Minimalismus zusammen in einem Topf landen. Ich möchte hier keine professionelle Filmkritik abgeben, sondern meine Gedankengänge als ganz normale Kinobesucherin mit Euch teilen.

Kurz zum Inhalt

Paul (Florian David Fitz) und Toni (Matthias Schweighöfer) sind seit ihrer Kindheit beste Freunde und führen zusammen ein Start-Up. Sie entwickeln eine App namens “Nana”, die sich individuell an ihre Nutzer anpasst und wie ein Freund interagieren kann – oder anhand der gesammelten Daten zu noch mehr Konsum verleiten soll. Um die App verkaufen zu können, muss Paul ohne seines Wissens als Versuchskaninchen herhalten. Dadurch geraten die Kumpels in Streit und schließen im Suff eine Wette ab: 100 Tage ohne Konsum. Sie müssen alles abgeben, was sie besitzen und dürfen sich pro Tag eine Sache zurückholen.

Klischee oder Konsumkritik?

Nach einem sehr verheißungsvollen Vorspann hatte ich es während den ersten 20 Minuten bereits bereut, ein Ticket gelöst zu haben. Mir kam der Film viel zu platt und zu klischeehaft ins Rollen: Auf der Suche nach Investoren für Ihre App kommen Toni und Paul mit zwei anderen innovativen Köpfen ins Gespräch. Sie tragen weite, beigefarbene Leinenhemden. Hinter einem Ohr baumeln zwei Dreadlocks. Sie stellen sich als Minimalisten vor, die ebenfalls eine App entwickelt haben. Allerdings soll diese den Menschen helfen, sich leichter von ihren Besitztümern zu trennen.  Hier wird meiner Meinung nach das in der Gesellschaft verbreitete Klischee, Minimalisten seien nur Vollzeit-Ökos, die im Aussteiger-Look und ohne Deo unterwegs sind, zu fett unterstrichen. Warum keine ebenso hippen jungen Leute in weißem T-Shirt und schwarzer Hose? Naja, im Publikum war es natürlich ein Lacher, über den ich nicht wirklich lachen konnte.

Im weiteren Verlauf geht der Film jedoch tiefer. Durch den Verlust ihrer materiellen Besitztümer, schießen Paul und Toni plötzlich bisher unbekannte Fragen durch den Kopf: Was brauchen wir wirklich zum Leben? Machen uns Dinge glücklich? Und wenn nicht, was macht uns dann glücklich? Auf der Suche nach der Antwort finden sich die Hauptdarsteller schon mal im Schoß von Pauls Oma bzw. Mutter wieder. 

Unterhaltung meets Gesellschaftskritik

Teil der Wette ist es auch, sich nichts zu essen kaufen zu dürfen. Lediglich der Kühlschrank im Start-Up-Büro steht den Buddies zur Verfügung. Als Paul auf der Suche nach etwas Essbarem in alten Obstkisten wühlt, kommt plötzlich das Thema Lebensmittelverschwendung ins Spiel. Doch ausgerechnet der Internet-Milliardär David Zuckerman erklärt ihm (auf Englisch mit deutschen Untertiteln), dass 40 Prozent aller Lebensmittel weggeschmissen werden. Ein gewollter Schlenker, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob er wirklich im Publikum ankam. Zum Ende hin bringt Fitz sogar noch kurz die Idee einer solidarischen Landwirtschaft ins Geschehen: Paul schlägt, seiner Belegschaft vor, vom Erlös der App ein Stück Land zu kaufen, dies gemeinsam zu bewirtschaften und Waren untereinander zu tauschen. Wieder eine schöne Idee, die aber sehr versteckt übermittelt wird.

“Jede Sache, die wir besitzen, frisst Aufmerksamkeit”, äußerte sich Fitz im Interview mit der FAZ. Ein entscheidender Aspekt, den der Film nur indirekt vermittelt. “Nimmt der Tag den gar kein Ende?”, beklagt sich Paul um 08:45 Uhr bei Toni gleich zu Beginn der Challenge. Solche Szenen hätte der Film noch einige mehr vertragen.

Es ist natürlich eine große Herausforderung, gesellschaftskritische Themen in eine unterhaltende Komödie zu integrieren. Ich finde es großartig, dass Florian David Fitz dies versucht. 100 Dinge ist definitiv ein Film, der sich an alle richtet und eben nicht nur an eine selektive Gruppe, die sich bereits viel mit den angesprochenen Themen befasst. Auf Instagram habe ich meine Abonnenten nach ihrer Meinung zu 100 Dinge gefragt:

“Super Film! Bringt einem zum Nachdenken”

“Finde ich super, dass dieses Thema so zum “Mainstream” Zugang findet”

“Da kommt man wirklich ins Nachdenken”

“Ökos sollten sich den Film nicht ansehen”

Mein Fazit

100 Dinge ist ein qualitativ hochwertiger Film, der sich bemüht, viele gesellschaftliche Probleme aufzugreifen und gleichzeitig das Publikum zu unterhalten. Die Message passt auf jeden Fall zur konsumlastigen Vorweihnachtszeit. Ich hoffe, dass die Botschaften auch wirklich bei den Kinozuschauern ankommt und sie mehr mitnehmen, als 110 Minuten Freundschaftsrivalität mit viel nackter Haut.

Jetzt bin ich auf Eure Meinung gespannt! Habt Ihr den Film bereits gesehen? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!

VH