Pistenzauber: 7 Tipps für möglichst nachhaltigen Wintersport

Pistenzauber: 7 Tipps für möglichst nachhaltigen Wintersport

Skifahren und Nachhaltigkeit – geht das überhaupt irgendwie zusammen? Anstatt unberührter Schneelandschaft brettern Wintersportler über Kunstschnee und Blechlawinen rollen Richtung Skigebiete. Da ist definitiv Luft nach oben: 7 Tipps, die Deinen Winterurlaub nachhaltiger machen 

In den Städten ist der Winter meist trist und grau. Wenn Frau Holle wirklich mal ihre Kissen ausschüttelt, bleibt eher grauer Matsch zurück, als ein weißes Winterkleid. Kein Wunder, dass die Sehnsucht nach einem richtigen Winterwonderland spätestens in der Vorweihnachtszeit immer größer wird.

 

Skifahren: Alles andere als nachhaltig

Wintersport ist in vielerlei Hinsicht ein Desaster für die Umwelt. Für eine Skipiste müssen kilometerweise Bäume gefällt werden. Viele Skigebiete werden stetig erweitert, um mit noch mehr Pistenkilometern werben zu können. Neben den Abfahrten nehmen auch Parkplätze, Lifte und Hotelanlagen viel Platz ein. Schneekanonen und Gondeln benötigen Unmengen an Strom. Hinzukommt die An- bzw Abreise der Touristen. Die meisten reisen mit dem Auto an und bleiben lediglich für wenige Tage.

 

7 Tipps für möglichst ökologische Schneetage

Wirklich umweltfreundlich machen meine Tipps das Skifahren und Boarden zwar nicht – dessen solltest Du dir auf jeden Fall bewusst sein. Sie können aber helfen, die Umweltbelastung durch den Wintersport zu reduzieren. Denn: Verzichten werden die meisten auf den Winterurlaub wohl trotzdem nicht.

 

Tipp 1: Umweltfreundliche Anreise

Bereits bei der Anfahrt hast Du die Möglichkeit, dich umweltschonend zu verhalten. Rund 50 Millionen Touristen reisen jährlich in die Alpen. Lediglich 5 Prozent wählen allerdings die Bahn als Transportmittel. Dabei sind viele Skigebiete gut mit dem Zug erreichbar. Natürlich ist dies etwas unbequemer als mit dem Auto und nimmt gegebenenfalls mehr Zeit in Anspruch. Dafür schont es neben der Umwelt auch oft den Geldbeutel. Für wen der Zug nicht in Frage kommt, reist am besten mit einem vollbesetzten (!) Reisebus oder bildet Fahrgemeinschaften.

 

Tipp 2: Lieber nah statt fern 

Winterabenteuer in den Rocky Mountains oder eine Schneetour in Russland? Ist bestimmt aufregend, allerdings mit der verbundenen Flugreise ein wahrer Klimakiller. In Deutschland haben wir die Alpen sozusagen vor der Haustüre. Nicht zu vergessen sind aber auch die kleinen Skigebiete in den deutschen Mittelgebirgen . Es gilt: Je näher die Piste, desto umweltfreundlicher ist die Anreise.

 

Tipp 3: Natürliche Schneeverhältnisse 

Durch den Klimawandel wird der Schnee rar. Seit einigen Jahren ist daher so gut wie jedes Wintersportgebiet auf künstliche Beschneiungsanlagen angewiesen. Die Schneekanonen sind allerdings wahre Energie- und Wasserfresser. Wirklich ändern können wir das nicht. Du kannst allerdings darauf achten, Deinen Winterurlaub so zu legen, dass gute Chancen für natürliche Schneeverhältnisse herrschen. Außerdem kannst Du Skigebiete wählen, die möglichst wenig künstlich beschneien.

 

Tipp 4: Leihen statt kaufen 

Mal ehrlich: Wie oft stehen wir im Jahr auf den Brettern? Eine eigene Ausrüstung von Helm bis Skischuhe muss deshalb nicht sein. Mittlerweile gibt es in so gut wie jedem Skigebiet einen Skiverleih – ja auch bei ganz kleinen. “Rent a Ski” ist eine tolle Möglichkeit aktuelle Modelle für die Zeit des Jahres zu leihen, in der man die Skier wirklich benützt. Noch besser: Frage doch im Freundes- und Bekanntenkreis – so kommst Du vielleicht völlig kostenlos an eine top Skiausrüstung.

 

Tipp 5: Lieber am Stück

Besonders beliebt im Skitourismus sind Tagesfahrten: 5 Uhr Abfahrt, 9 Uhr am Lift und um 17 Uhr geht’s wieder nach Hause. Anstatt viermal für einen Tag oder ein Wochenende zu fahren, ist es ratsam, eine Woche am Stück vor Ort zu bleiben. So fallen die Emissionen für An- und Abreise nur einmal an.

 

Tipp 6: Familienunterkunft statt Hotelanlage 

Natürlich ist eine moderne Hotelanlage schicker und mehr instagramable als eine kleine, einfache Pension. Allerdings verbraucht sie auch viel mehr Ressourcen und ist damit umweltschädlicher. Außerdem verdrängen Hotelkomplexe traditionelle Unterkünftige, die seit Jahren vom Tourismus leben und bereits in dritter Generation geführt werden. Zum Reisen gehört auch, sich  fair gegenüber den Einheimischen zu verhalten.

 

Tipp 7: Rücksichtnahme auf Tiere und Umwelt 

Selbstverständlich sollte eigentlich sein, die Pisten so zu hinterlassen, wie Du sie vorgefunden hast. Das heißt: Keinen Müll liegen lassen und sich auch nicht zu schade sein, mal eine fremde  Schokoriegelverpackung aufzuheben. Außerdem ist es ein NO GO, die ausgeschilderten Pisten zu verlassen. Dadurch wird die Vegetation noch mehr belastet und in den Lebensraum von Wildtiere eingedrungen.

Wie gesagt: Die aufgezeigten Ratschläge machen den Winterurlaub keineswegs nachhaltig, sondern halten den Schaden etwas in Grenzen. Dessen solltest Du Dir auf jeden fall bewusst sein, wenn du wieder in die Skibindung einrastest. Trotzdem ist es besser, sein Verhalten in kleinen Schritten zu verbessern, als weiterzumachen wie bisher.

 

Lass mich doch gerne wissen, wie Du zum Wintersport stehst und ob Du dir mehr Beiträge zum Themenfeld Fair Reisen wünscht!

 

VH