Rein pflanzlich & regional: Wie Naturschatz Naturkosmetik ganz neu definiert

Rein pflanzlich & regional: Wie Naturschatz Naturkosmetik ganz neu definiert

Bei Lebensmitteln rückt der regionale Aspekt immer mehr in den Fokus. Doch wie sieht es damit bei Naturkosmetik aus? Naturschatz hat die Antwort parat: Cremes mit regionalen Ölen und vieles mehr. Die Gründerinnen Ellen und Sigrid bringen mit ihrem Label Naturschatz ordentlich frischen Wind in die Naturkosmetik-Szene. Ich habe mit Ellen gesprochen – wie es überhaupt zu Naturschatz kam, was genau ihre Produkte von der Masse abhebt und wie du gute Naturkosmetik erkennst.

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Als ich vor dem Naturkosmetik Regal stand, habe ich nur ein Meer voller Plastik gesehen.

Ellen, wie bist du eigentlich zum Thema Naturkosmetik gekommen?

Angefangen hat alles vor circa fünf Jahren. Damals habe ich aus gesundheitlichen Gründen begonnen, mich vegan zu ernähren. Dadurch kam dann auch die Frage auf, was ich eigentlich auf meine Haut gebe – denn sie ist ja schließlich unser größtes Organ.

In meinem Bad war damals viel konventionelle und auch viel vom Hausarzt verschriebene, echt aggressive Kosmetik. Als ich mir die Inhaltsstoffe mittels Code Check genauer angesehen habe, war ich echt schockiert über die u.a. krebserregenden Stoffe. Daraufhin habe ich alles auf Naturkosmetik umgestellt und auch verschiedenste Marken ausprobiert. Schließlich hat mich aber nichts so wirklich überzeugt.

Was genau hat dich denn an dem – ja eigentlich sehr breiten – Angebot an Naturkosmetik gestört bzw. was hat dir gefehlt?

Einerseits bin ich mit fast keinem Produkt klargekommen. Dazu muss ich sagen, dass ich schon immer eine Problemhaut habe. Natürlich benötigt die Haut immer Zeit, sich an neue Produkte zu gewöhnen. Bei mir hat aber auch nach langer Anwendung nichts angesprochen bzw. meine Hautprobleme wurden eigentlich noch schlimmer. 

Andererseits habe ich vor dem Naturkosmetik-Regal immer nur ein Meer aus Plastik gesehen und dies einfach nicht verstanden. Als ich mich genauer mit den Inhaltsstoffen beschäftigt habe, hatte ich bei der Hälfte nur Fragezeichen im Kopf. Außerdem fehlte mir bei all den fancy Ölen aus aller Welt der regionale und saisonale Bezug – der ja zum Glück im Lebensmittelbereich bereits angekommen ist. 

 

Wie kam dann der konkrete Schritt, mit Naturschatz eine eigene Naturkosmetik herzustellen?

Es war dann tatsächlich mein Eigenbedarf und die Tatsache, dass das Angebot auf dem Markt nicht zufriedenstellend für mich war. Dann haben meine Geschäftspartnerin Sigrid  und ich angefangen, uns selbst in die Küche zu stellen. Wir haben im Internet nach Creme Rezepten gesucht, Blogs durchforstet, Bücher bestellt und alles durchgearbeitet. Wir haben auch alle Öle durchprobiert und uns Schritt für Schritt rangetastet.

Also vom DIY-Projekt zur eigenen Naturkosmetik Marke?

Ja, genau! Irgendwann haben wir Freunden davon erzählt, die es dann auch ausprobieren wollten oder eben zu verschiednen Anlässen verschenkt. Das Feedback wurde dann eben immer besser und wir haben unsere Rezepte immer weiter verbessert.

Was ist an den Naturschatz Produkten anders?

Jede Creme benötigt eine Flüssigkeit. Wir verwenden statt purem Wasser – denn das hat ja per se keine Wirkung – Pflanzenextrakte aus beispielsweise Kamille und Linden.

Dann verzichten wir auf Alkohol. Dieser muss zwar nicht als offizieller Konservierungsstoff deklariert werden, wird aber häufig zur Konservierung verwendet – und trocknet die Haut aber auch aus. Auch hier verwenden wir eine pflanzliche  Konservierung auf Zucker-Mais-Basis. Unser Ansicht nach ist es nicht sinnvoll, komplett auf Konservierung in Kosmetik zu verzichten. Dadurch könnten sich dann Bakterien in der Creme entwickeln, die unserer Haut mehr schaden. Unser pflanzlicher Konservierer hat sogar den positiven Nebeneffekt, dass er zusätzlich Feuchtigkeit spendet.

Ab einer gewissen Konzentration kann auch Glycerin austrocknend wirken. Deshalb haben wir nach Ölen gesucht, die wir stattdessen verwenden können.

Bei den Zutaten legt ihr einen besonderen Schwerpunkt auf Regionalität. Wisst ihr dann immer genau, wo welcher Rohstoff herkommt?

Unsere Pflanzenöle und -extrakte kommen komplett aus Europa. Wir versuchen möglichst viel aus Deutschland und Österreich zu beziehen – aber auch Italien, Frankreich, Spanien und Bulgarien. 

Die Produzenten lassen sich da allerdings gar nicht so sehr in die Karten schauen, denn es könnte ja mal zu Ernteausfällen kommen. Dann könnte die genaue Herkunft nicht mehr garantiert werden. Das mussten wir auch erst lernen. Wir hatten anfangs die Vorstellung, genau zu wissen, von welchem Bauer aus Frankreich beispielsweise das Lavendelöl kommt. Aber wir sind hartnäckig geblieben und können unseren Kunden jetzt zu jedem Öl das Herkunftsland ausweisen. Die Transparenz schafft Vertrauen, das bei Kosmetikprodukten sehr wichtig ist.

Mit den Naturschatz Tiegeln macht ihr ja auch ein Statement was die Verpackung angeht..

Über die Verpackung haben wir uns ganz lange unterhalten. Wir wollten, dass unsere Produkte restlos aufgebraucht werden können, – ohne sie in Kleinteile zerlegen zu müssen – sowie umweltfreundliche Verpackungsmaterialien. Deshalb wurde es der Violettglas-Tiegel. Dieser kann im grünen Altglas entsorgt oder upgecycelt werden. Der Deckel ist aus Bakelit und kann im Restmüll entsorgt werden. Hier haben wir uns bewusst gegen Verbundsstoffe entschieden, die sehr schlecht zu recyceln sind. Leider gab es zu dem Zeitpunkt auf dem Markt keine Alternative zu einem Deckel aus Bakelit in Kombination mit dem Glastiegel.

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Bislang haben wir uns gegen ein Siegel entschieden, aber für viel Transparenz in der Kommunikation unseren Kunden gegenüber.

Eine Naturschatz Creme im 50 ml Tiegel kostest gut 50 Euro. Das mag für Naturkosmetik-Einsteiger/innen auf den ersten Blick teuer erscheinen. Kannst Du erklären, wie dieser Preis zustande kommt?

Der Preis ist auf die hochwertigen Inhaltsstoffe zurückzuführen. Anstelle von Wasser, das üblicherweise der Hauptbestandteil einer Creme ist, verwenden wir Pflanzenextrakte aus Gurke oder Kamille. Außerdem finden sich in unseren Cremes hochpreisige Samenöle aus Himbeeren oder Trauben, die besonders tiefenwirksam sind. Und auch bei Konservierung und Emulgator haben wir uns für die aus unserer Sicht besten und hautfreundlichsten Lösungen entschieden. Natürlich spiegelt sich die Qualität im Preis wider. Allerdings sind unsere Gesichtscremes gerade aufgrund dieser hohen Konzentration an wirksamen Inhaltsstoffen sehr ergiebig. Wenn 50 ml für sechs Monate reichen, dann ist das nicht nur nachhaltig, sondern schont auch den Geldbeutel.

Jetzt reden wir die ganze Zeit über Naturkosmetik – der Begriff ist ja nicht gesetzlich geschützt. Was hältst du von den gängigen Siegeln, die es auf dem Markt gibt?

Gegenüber Siegeln bin ich zwiegespalten. Zum einen gibt es sehr viele verschiedene Siegel und zum anderen wirkt es für den/die Konsumenten/in wie ein Stempel, dass das Produkt „gut“ ist. Aber die wenigsten setzen sich damit auseinander, was wirklich hinter dem Produkt oder der Firma steckt.

Wir erfüllen alle Voraussetzungen der gängigen Siegel auf dem Markt und gehen sogar über deren Anforderungen hinaus: : Indem wir alle Inhaltsstoffe aus Europa beziehen und dadurch einen geringeren C02-Fußabdruck haben, indem wir diesen Fußabdruck durch eine Spende an Klimaschutzprojekte in Indien kompensieren, indem wir unser Geschäftskonto bei einer nachhaltigen Bank haben, … All diese Punkte könnten mit einem Siegel gar nicht abgedeckt werden.

Gleichzeitig sind Siegel ein sehr kostspieliger Faktor, vor allem für kleine, junge Unternehmen wie wir. Bislang haben wir uns gegen ein Siegel entschieden, aber für viel Transparenz in der Kommunikation unseren Kunden gegenüber.

Plant ihr für Naturschatz in Zukunft eine Zertifizierung?

Grundsätzlich wäre es recht schnell realisierbar, weil die Produkte die Anforderungen erfüllen. Allerdings sehen wir aktuell nicht den Bedarf und auch nicht den Mehrwert für unsere Kunden. Vielmehr hoffen wir auf einheitliche EU-Standards oder staatliche Regelungen, die für den Kunden verständlich sind und einheitlich Anwendung finden.

Welche Tipps würdest Du bei der Suche nach Naturkosmetik geben? Gibt es Orientierungshilfen? Woran erkenne ich gute Naturkosmetik?

Ich würde neben den Siegeln die Code Check App empfehlen. Diese ist echt hilfreich und super einfach zu bedienen. Per Barcode-Scan werden alle bedenklichen Inhaltsstoffe aufgelistet und nach dem Ampelsystem bewertet. Das gibt eine gute Hilfe im Siegel-Dschungel und gibt eben auch genauen Aufschluss über gute Produkte ohne Siegel.

 

Du möchtest Naturschatz testen?

Alle Produkte findest du im Onlineshop oder beim Händler vor Ort. Mit dem Code allmydeer10 erhältst du 10% Rabatt auf deine Bestellung*.

 

 

www.naturschatz-kosmetik.com
Interviewgast: Ellen
Bilder: (c) Naturschatz

 

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Hier zeige ich Dir, wie wertvoll ein achtsamer Umgang mit sich selbst und der Umwelt ist – nachhaltig, reflektiert & fair!

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10 Teile für 10 Outfits – mein Fazit zur 10×10 Challenge

10 Teile für 10 Outfits – mein Fazit zur 10×10 Challenge

Der Schrank ist voll und trotzdem findet sich nichts Passendes zum Anziehen. Das Szenario kommt Dir bekannt vor? Dann ist es Zeit für die 10x10 Challenge! Was das genau ist und wie sie für mehr Klarheit im Kleiderschrank sorgen kann,  erfährst Du jetzt.

Dass wir zu viele Kleidungsstücke besitzen, ist nichts Neues. Im Durchschnitt besitzt jede/r Deutsche/e 95 Teile und jährlich kommen um die 60 Stück hinzu. Dabei liegt auf der Hand, dass diese niemals regelmäßig getragen werden können. Und trotzdem scheint es für viele unmöglich, die Garderobe auf das Wesentliche zu reduzieren.


10x10 Challenge: Für mehr Minimalismus im Kleiderschrank

Eine wunderbare Möglichkeit, den Kleiderschrank testweise zu verkleinern und einen Zugang zu minimalistischer Mode zu erhalten, ist die sogenannte 10x10 Challenge. Dabei geht es darum, an 10 aufeinanderfolgenden Tagen 10 verschiedene Kleidungsstücke zu tragen. Was nur 10 Stück? Lass Dich nicht abschrecken – 10 Teile sind vielfältiger als Du vielleicht zunächst denken magst.


So funktioniert die 10x10 Challenge

Suche Dir 10 Kleidungsstücke aus. Dazu zählen Tops, Oberteile, Pullis, T-Shirts, Hosen, Leggins, Jacken und Schuhe. Nicht mitgezählt werden Unterwäsche, Socken und Accessoires. Du kannst die Regeln natürlich frei gestalten. Wenn für Dich die genannte Aufteilung unmöglich erscheint, dann nimm zum Beispiel die Schuhe erstmal raus. Wichtig ist, dass es (wie der Name schon sagt) eine Herausforderung ist. 

 

Meine Auswahl 

– 2x Basic Tops in schwarz und weiß
– 2x Oberteile in schwarz und gestreift
– 2x Cardigans in blau und beige
– 1x blaue Jeans
– 1x schwarze Leggins
– 1x dunkelblaue Winterjacke
-1x braune Stiefletten

Wozu überhaupt?

Oft scheitern wir beim Thema Ausmisten an der Angst, etwas vermissen zu können. Plötzlich brauchen wir doch alles und der ganze Schrank ist voller vermeintlicher Lieblingsteile. Bei der 10x10 Challenge kann der ganze Kleiderschranke für’s Erste unangetastet bleiben – egal wie voll er ist. So bietet die Challenge eine gute Möglichkeit, eine stark reduzierte Auswahl an Kleidungstücken innerhalb eines fixen Zeitraums zu testen. Und dadurch ohne Angst um die restliches Klamotten die Vielfalt und Vorzüge einer minimalistischen Garderobe entdecken.

Außerdem ist es eine gute Übung, um seinen Stil zu finden und auch dadurch Fehlkäufe in Zukunft zu vermeiden. Was ziehe ich gern an? Was steht mir? Worin fühle ich mich wohl? Wahrscheinlich wirst Du auch zu Kleidungstücken greifen, die Du ohnehin regelmäßig trägst. Vermisst Du ein Teil ganz besonders in den 10 Tagen, weißt Du, dass es garantiert Teil deines Kleiderschrankes bleiben sollte.


Der Test: Mein Fazit zur 10x10 Challenge 

Als Laura zur Challenge aufrief, hatte ich ehrlich gesagt noch nicht wirklich Ahnung, was eine 10x10 Challenge genau ist. Aber ich hab einfach spontan mitgemacht und wirklich einiges dabei gelernt.

Zugegeben: Ich besitze nicht wirklich viele Klamotten. Auch Shoppen macht mir überhaupt keinen Spaß. Seitdem ich mir 2017 ein Jahr lang nichts Neues zum Anziehen gekauft habe, bin ich fast immun gegen neue Klamotten geworden.


Erkenntnis Nr 1: Flecken sofort auswaschen

Bereits am dritten Tag der 10x10 Challenge lieferte mir ein Fleck auf einem Cardigan eine Art Aha-Effekt. Normalerweise hätte ich ihn deshalb zur Schmutzwäsche getan und mir etwas Neues aus meinem Schrank genommen. Diesmal habe ich den Fleck allerdings sofort mit der Hand ausgewachsen, da ansonsten ein Teil meiner wertvollen 10 Kleidungsstücke gefehlt hätte. Bisher war ich schlichtweg zu faul oder zu sehr in meinen Gewohnheiten festgefahren, den Fleck per Hand zu entfernen.

 

“Buy less, choose well, make it last.”

Vivienne Westwood

Erkenntnis Nr. 2: Nur wenige Klamotten “in Gebrauch haben”

Außerdem ist mir bewusst geworden, wie schnell ich Klamotten wechsle. Nach einem Tag fliegt das Top irgendwo im Zimmer herum und am nächsten Tag habe ich es bereits vergessen und hole ein frisches aus dem Regal. Warum nicht einfach 2 bis 3 Tage das Gleiche anziehen, wenn es nicht schmutzig oder verschwitzt ist? Irgendwie ist es echt krass verankert, dass man nicht mit gleicher Garderobe mehrere Tage hintereinander gesehen werden darf. 


Wiederholung der 10x10 Challenge? JA BITTE!

Insgesamt fielen mir die 10 Tage nicht schwer. Aber ich habe wirklich einiges über meine Beziehung zu meinen Klamotten gelernt. Außerdem werde ich einen Cardigan durch die Challenge aussortieren, weil ich mich schlichtweg nicht wohl darin fühle und ihn nur einmal während der 10 Tage getragen habe. Dafür ist mir umso mehr meine Jeans ans Herz gewachsen, die ich fast jeden Tag trug. Ich werde die Challenge definitiv wiederholen und dadurch meinen Kleiderschrank Schritt für Schritt auf das Wesentliche reduzieren.

 

Pistenzauber: 7 Tipps für möglichst nachhaltigen Wintersport

Pistenzauber: 7 Tipps für möglichst nachhaltigen Wintersport

Skifahren und Nachhaltigkeit – geht das überhaupt irgendwie zusammen? Anstatt unberührter Schneelandschaft brettern Wintersportler über Kunstschnee und Blechlawinen rollen Richtung Skigebiete. Da ist definitiv Luft nach oben: 7 Tipps, die Deinen Winterurlaub nachhaltiger machen 

In den Städten ist der Winter meist trist und grau. Wenn Frau Holle wirklich mal ihre Kissen ausschüttelt, bleibt eher grauer Matsch zurück, als ein weißes Winterkleid. Kein Wunder, dass die Sehnsucht nach einem richtigen Winterwonderland spätestens in der Vorweihnachtszeit immer größer wird.

 

Skifahren: Alles andere als nachhaltig

Wintersport ist in vielerlei Hinsicht ein Desaster für die Umwelt. Für eine Skipiste müssen kilometerweise Bäume gefällt werden. Viele Skigebiete werden stetig erweitert, um mit noch mehr Pistenkilometern werben zu können. Neben den Abfahrten nehmen auch Parkplätze, Lifte und Hotelanlagen viel Platz ein. Schneekanonen und Gondeln benötigen Unmengen an Strom. Hinzukommt die An- bzw Abreise der Touristen. Die meisten reisen mit dem Auto an und bleiben lediglich für wenige Tage.

 

7 Tipps für möglichst ökologische Schneetage

Wirklich umweltfreundlich machen meine Tipps das Skifahren und Boarden zwar nicht – dessen solltest Du dir auf jeden Fall bewusst sein. Sie können aber helfen, die Umweltbelastung durch den Wintersport zu reduzieren. Denn: Verzichten werden die meisten auf den Winterurlaub wohl trotzdem nicht.

 

Tipp 1: Umweltfreundliche Anreise

Bereits bei der Anfahrt hast Du die Möglichkeit, dich umweltschonend zu verhalten. Rund 50 Millionen Touristen reisen jährlich in die Alpen. Lediglich 5 Prozent wählen allerdings die Bahn als Transportmittel. Dabei sind viele Skigebiete gut mit dem Zug erreichbar. Natürlich ist dies etwas unbequemer als mit dem Auto und nimmt gegebenenfalls mehr Zeit in Anspruch. Dafür schont es neben der Umwelt auch oft den Geldbeutel. Für wen der Zug nicht in Frage kommt, reist am besten mit einem vollbesetzten (!) Reisebus oder bildet Fahrgemeinschaften.

 

Tipp 2: Lieber nah statt fern 

Winterabenteuer in den Rocky Mountains oder eine Schneetour in Russland? Ist bestimmt aufregend, allerdings mit der verbundenen Flugreise ein wahrer Klimakiller. In Deutschland haben wir die Alpen sozusagen vor der Haustüre. Nicht zu vergessen sind aber auch die kleinen Skigebiete in den deutschen Mittelgebirgen . Es gilt: Je näher die Piste, desto umweltfreundlicher ist die Anreise.

 

Tipp 3: Natürliche Schneeverhältnisse 

Durch den Klimawandel wird der Schnee rar. Seit einigen Jahren ist daher so gut wie jedes Wintersportgebiet auf künstliche Beschneiungsanlagen angewiesen. Die Schneekanonen sind allerdings wahre Energie- und Wasserfresser. Wirklich ändern können wir das nicht. Du kannst allerdings darauf achten, Deinen Winterurlaub so zu legen, dass gute Chancen für natürliche Schneeverhältnisse herrschen. Außerdem kannst Du Skigebiete wählen, die möglichst wenig künstlich beschneien.

 

Tipp 4: Leihen statt kaufen 

Mal ehrlich: Wie oft stehen wir im Jahr auf den Brettern? Eine eigene Ausrüstung von Helm bis Skischuhe muss deshalb nicht sein. Mittlerweile gibt es in so gut wie jedem Skigebiet einen Skiverleih – ja auch bei ganz kleinen. “Rent a Ski” ist eine tolle Möglichkeit aktuelle Modelle für die Zeit des Jahres zu leihen, in der man die Skier wirklich benützt. Noch besser: Frage doch im Freundes- und Bekanntenkreis – so kommst Du vielleicht völlig kostenlos an eine top Skiausrüstung.

 

Tipp 5: Lieber am Stück

Besonders beliebt im Skitourismus sind Tagesfahrten: 5 Uhr Abfahrt, 9 Uhr am Lift und um 17 Uhr geht’s wieder nach Hause. Anstatt viermal für einen Tag oder ein Wochenende zu fahren, ist es ratsam, eine Woche am Stück vor Ort zu bleiben. So fallen die Emissionen für An- und Abreise nur einmal an.

 

Tipp 6: Familienunterkunft statt Hotelanlage 

Natürlich ist eine moderne Hotelanlage schicker und mehr instagramable als eine kleine, einfache Pension. Allerdings verbraucht sie auch viel mehr Ressourcen und ist damit umweltschädlicher. Außerdem verdrängen Hotelkomplexe traditionelle Unterkünftige, die seit Jahren vom Tourismus leben und bereits in dritter Generation geführt werden. Zum Reisen gehört auch, sich  fair gegenüber den Einheimischen zu verhalten.

 

Tipp 7: Rücksichtnahme auf Tiere und Umwelt 

Selbstverständlich sollte eigentlich sein, die Pisten so zu hinterlassen, wie Du sie vorgefunden hast. Das heißt: Keinen Müll liegen lassen und sich auch nicht zu schade sein, mal eine fremde  Schokoriegelverpackung aufzuheben. Außerdem ist es ein NO GO, die ausgeschilderten Pisten zu verlassen. Dadurch wird die Vegetation noch mehr belastet und in den Lebensraum von Wildtiere eingedrungen.

Wie gesagt: Die aufgezeigten Ratschläge machen den Winterurlaub keineswegs nachhaltig, sondern halten den Schaden etwas in Grenzen. Dessen solltest Du Dir auf jeden fall bewusst sein, wenn du wieder in die Skibindung einrastest. Trotzdem ist es besser, sein Verhalten in kleinen Schritten zu verbessern, als weiterzumachen wie bisher.

 

Lass mich doch gerne wissen, wie Du zum Wintersport stehst und ob Du dir mehr Beiträge zum Themenfeld Fair Reisen wünscht!

 

VH

Ist Naturkosmetik wirklich besser?

Ist Naturkosmetik wirklich besser?

Ein Blick entlang der Drogerieregale lässt schnell erkennen, dass es für nahezu jedes Produkt auch eine grünere Alternative zu kaufen gibt. Diese ist etwas kostspieliger, aber verspricht im Gegenzug natürlich(er) zu sein. Worin liegt bei Naturkosmetik konkret der Unterschied? Vielleicht ohne Tierleid oder bio oder einfach healthy oder was?

Keine gesetzliche Definition 

Bislang ist in Deutschland der Begriff Naturkosmetik nicht gesetzlich definiert und geschützt. Das schafft Raum für viele Interpretationen, wovon die Kosmetikindustrie reichlich Gebrauch macht. Nachhaltige undökologische Pflegeprodukte sind längst keine Nische mehr, sodass viele Marken ihr Produkt “ohne xy” und mit verschiedenen Siegeln anpreisen. Hier lauert die Gefahr des “Greenwashings” – eine beliebte Methode, um Verbrauchern mehr Natürlichkeit zu suggerieren, obwohl keine vertrauenswürdige Prüfung vorliegt.

Klarheit bei Naturkosmetik-Siegel

Also ist im Endeffekt doch alles das Gleiche? Nein, das absolut nicht! Viele Hersteller sind darum bemüht, möglichst naturbelassene Produkte aus nachhaltiger Produktion auf den Markt zu bringen. Es gibt daher freiwillige Vereinigungen, die mit Gütesiegeln Klarheit für die Konsumenten schaffen. Hier sind mineralöl-basierte Rohstoffe wie beispielsweise Parabene, Silikone und PEG’s verboten. Außerdem wird garantiert, dass die Produzenten den ökologischen Pflanzenanbau fördern und nachhaltig handeln. Um ein Pseudo-Naturprodukt von strengen Zertifizierungen zu unterscheiden, bedarf es einer intensiven Siegelkunde. Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, stelle ich Dir die wichtigsten etablierten Naturkosmetik-Labels vor, bei denen Du beruhigt zugreifen kannst!

 

Demeter ist einer der strengsten biologischen Anbauverbände. Produkte, die dieses Label tragen, müssen mindestes aus 90% bio- dynamischen Erzeugnissen bestehen. Biologisch-dynamisch bedeutet, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb als ein Organismus mit eigener Charakteristik angesehen wird. Dieses Siegel bestätigt die Bio-Qualität der Pflegeprodukte (Biokosmetik). Beispielsweise tragen die Produkte von Martina Gebhardt dieses Siegel, welches als strengste Zertifizierung bei natürlichen Pflegeprodukten gilt.

Die internationale Non-Profit-Organisation NaTURE vergibt Qualitätssiegel für echte Naturkosmetik. Hier wird beim Standard in drei Klassifizierungen unterschieden: Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bio-Anteil und Biokosmetik. Bei Ersterem müssen die Inhaltsstoffe natürlichen, naturnahen oder naturidentischen Ursprungs sein, allerdings nicht aus biologischem Anbau. Die zweite Stufe erfordert mindestens 70% der Inhaltsstoffe aus kontrolliert ökologischem Anbau (Naturkosmetik mit Bio-Anteil). Bei Biokosmetik müssen mindestens 95% der Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau sein. Dieses Siegel tragen beispielsweise Lavera, Primavera, Dr. Hauschka, etc.

Neben NaTRUE ist auch BDIH eine populäre Öko-Kosmetik-Zertifizierung in Deutschland. Produkte mit diesem Siegel bestätigen reine Naturkosmetik, dass deren Inhaltsstoffe soweit wie möglich aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. Wildsammlung stammen. Ein gelabeltes Kosmetikprodukt darf zusätzlich die Bezeichnung “bio” tragen, wenn mindestens 95% der Bestandteile biologisch sind.

Das in Frankreich gegründete internationale Label ECOCERT vergibt ihre Siegel in zwei verschiedenen Abstufungen: Für die Zertifizierung als Naturkosmetik müssen 50% der pflanzlichen Bestandteile und 5% der Rohstoffe aus kontrolliert biologischer Herkunft sein. Biokosmetik erfordert 95% der pflanzlichen Inhaltsstoffe sowie 10% der Rohstoffe aus biologischem Anbau. Bei dieser Siegelvergabe wird außerdem auch die Verpackung auf nachhaltige und umweltfreundliche Materialien geprüft.

TIERVERSUCHFREI & VEGAN

Zu unterscheiden gilt es außerdem vegane und tierversuchsfreie Kosmetikartikel.
Folgende Siegel zertifizieren ein tierversuchsfreies Produkt! Allerdings müssen die Inhaltsstoffe gleichzeitig nicht zwingend vegan (durch Milch, Honig, Wachs) sein. Keine Tierversuche sowie keine tierischen Inhaltsstoffe bestätigt die Veganblume.

Grundsätzlich sind Tierversuche für Kosmetika in Europa verboten, aber es finden sich auch hier Schlupflöcher. Auf der sicheren Seite bist Du bei den aufgezeigten Siegeln. Naturkosmetik-Marken müssen sich natürlich genauso an die gesetzlichen Vorgaben (inkl. Schlupflöcher) halten. Deshalb empfehle ich Dir auf die aufgeführten etablierten Zertifizierungen zu achten. Oft findest Du auch mehrere Prüfsiegel in Kombination für noch mehr Klarheit.

Deine Prioritäten 

Naturkosmetik ist also nicht gleich Naturkosmetik. Unterm Strich kommt es auf Deine Ansprüche und Erwartungen an die Produkte an, ob es sich wirklich um die “bessere” Wahl handelt! Mehr Naturbelassenheit, kontrolliert biologische Erzeugnisse, vegan, nachhaltige Verpackung,.. – all diese Punkte gewährleisten einzeln oder kumulativ verschiedene Zertifizierungen. Wie in jeder Branche gibt es auch hier “schwarze Schafe”, die lediglich mehr Natürlichleicht vorgaukeln! Also genau hinschauen, hinterfragen und informieren!

Ich hoffe mit diesem Beitrag zu etwas mehr Aufschluss beim Thema Naturkosmetik beitragen zu können. Meine Anführungen sind keineswegs abschließend, denn alle Zertifizierungen sind sehr vielschichtig.
Alles Liebe
Verena

 

Organic Cup – meine Menstruationstasse

Organic Cup – meine Menstruationstasse

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Wie wär es, anstatt mit den alljährlichen Vorsätzen „weniger Süßigkeiten und mehr Sport“ mal mit „weniger Müll und mehr Umweltbewusstsein” ins neue Jahr zu starten? Klingt gut, oder! Deshalb zeige ich Dir, wie du mit einer kleinen Tasse viel Müll vermeiden kannst, dadurch die Umwelt schonst und auch noch Geld sparst

Von der Natur veranlasst, kann man als Frau regelmäßig jeden Monat viel Müll produzieren. Ja, heute mal ein Lady – Thema, aber alle Jungs lesen jetzt trotzdem weiter, denn das Thema Müll betrifft jeden von uns und dieses konkrete Beispiel gebt ihr einfach an eure weiblichen Mitmenschen weiter! 😉

 

Monatshygiene: Veränderung braucht Zeit

Jede Verhaltensänderung beginnt mit dem Bewusstsein für sein aktuelles Handeln und die tatsächliche Umsetzung ist ein Prozess. Nachhaltige Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen.

So auch bei mir. Natürlich habe auch ich schon vor ein paar Jahren Wind von der Menstruationstasse bekommen. Richtig befasst hatte ich mich jedoch nicht mit diesem Thema, weil ich keinen konkreten Sinn dahinter gesehen habe. Vor ein paar Monaten ist mir jedoch plötzlich aufgefallen, dass da einmal im Monat der Mülleimer im Badezimmer ganz schön schnell überquillt.. Meistens bleibt es ja nicht lediglich bei den benutzen Tampons, Binden & co., sondern es kommt noch mehrfach Klopapier rum, weil man ja keine benutzten Tampon im Müll sehen will… Oben drauf kommt noch die meist sehr aufwändige Verpackung der Hygiene-Produkte. 

Nach dieser Erkenntnis machte ich mich auf die Suche nach Alternativen und entdeckte dabei den grünen Onlineshop NAJOBA. Zwischen einer großen Auswahl stieß ich auf die  ÖKO Menstruationstasse – MASMI ORGANIC CARE. Diese besteht aus dem hypoallergenen (sehr verträglichen) medizinisch zugelassen Kunststoff TPE und ist frei von Silikone, BPA sowie PVC. Dieses zertifizierte Naturkosmetikprodukt ist somit geeignet für Allergiker und außerdem recyclebar. Man kann zwischen den Größen S, M und L wählen.

 

 

Versprochen wird eine einfache Handhabung, Schutz der Scheidenflora und eine Lebensdauer von 12 Jahren! Für knappe  20 € klingt das meiner Meinung nach super!

Die Menstruationstasse im Praxistest 

Aber was taugt die grüne Menstruationstasse wirklich? Das habe ich in meinem Alltag selbst getestet! Ich gebe zu, dass ich sehr gespannt, etwas nervös und vielleicht auch etwas skeptisch am Anfang war! Anhand der Größenempfehlung habe ich mich für die Größe M entschieden. Es wird sehr ausführlich beschrieben, für wen welche Größe passend ist. Die Tasse wird in einem kleinen Stoffbeutel und einer sehr ausführlichen Beschreibung geliefert. Vor dem ersten Gebrauch muss man die Tasse für wenige Minuten auskochen, dann ist sie auch schon einsatzbereit.

Die Benutzungshinweise sind wirklich top! Es wird sehr genau alles erklärt, sodass keine Unklarheiten entstehen. Auch werden verschieden Methoden vorgestellt, wie die Tasse am besten eingeführt wird. Es ist wirklich sehr vergleichbar mit einer Tamponbenutzung. Nach jedem Zyklus muss die Tasse erneut ausgekocht werden. Während der Blutung wird sie nach dem Entleeren einfach mit klarem Wasser ausgewaschen. 

Nach dem ersten Einsetzen fühlte ich mich wie bei meinen ersten Tamponversuchen. Bei den ersten paar Schritten war die Tasse noch leicht zu spüren, aber bereits beim zweiten Einsetzen saß sie perfekt und ich vergaß sogar, dass ich sie benutzte. Nach ca. 2 bis 4 Stunden lehrte ich sie. Das Entnehmen der Tasse funktioniert nach 1 bis 2 Versuchen auch problemlos. 

Hält sie dicht? Ja, bei normaler Alltagstätigkeit auf jeden Fall. Auch nach längeren Spaziergängen war alles gut. Nicht dicht war sie beim Schulterstand im Yoga… aber okay, damit kann ich leben.

Ich war in meiner Testphase sehr viel zuhause bzw. an Orten, wo direkt neben der Toilette ein Waschbecken verfügbar war. Während einer Zugfahrt habe ich die Tasse mit vorher abgefülltem Leitungswasser ausgewaschen. Wenn das Waschbecken von der Toilettenkabine getrennt ist, wird es schwieriger. Auch hier könnte man eine Wasserflasche oder eine Ersatztasse mit in die Kabine nehmen. 

Mein Fazit zur Menstruationstasse

Mich persönlich hat die ökologische Menstruationstasse völlig überzeugt. Wenn man viel auf öffentliche Toiletten angewiesen ist, kann es auch jeden Fall schwierig werden. Hier könnte man sich eine Ersatztasse zulegen oder eben einen Mittelweg finden: Zuhause die Tasse verwenden und unterwegs notfalls auf Einweghygieneartikel zurückgreifen. Viele Menschen denken zu stark in schwarz und weiß! Es gibt kein entweder oder, sondern immer einen Kompromiss.

Das Ergebnis meines Tests: kein einziger Tampon, 3 Slipeinlagen und ein wahnsinnig gutes Gewissen. Daumen hoch würde ich sagen!

Hast Du bereits Erfahrungen mit Menstruationstassen oder ähnlichen Hygieneprodukten? Ich freue mich auf Deine Meinung!

Alles Liebe

Verena

*Transparenz: Der Artikel wird unterstützt durch najoba.de