Gesunde Johannisbeer Streuseltaler – backen mit regionalen Beeren

Gesunde Johannisbeer Streuseltaler – backen mit regionalen Beeren

Johannisbeer Streuseltaler liegen beim Bäcker das ganze Jahr über in der Theke. Saison haben Johannisbeeren allerdings nur  von Juni bis August! Jetzt ist also genau die richtige Zeit, die süß-säuerlichen Früchte lecker zu verarbeiten! Deshalb wartet hier ein einfaches und gesundes Rezept für das beliebte Johannisbeergebäck auf dich! Deinem nächsten Streuseltaler steht also nichts mehr im Weg! 

Gesunde Johannisbeer Streuseltaler 

Als Basis für die Taler verwende ich einen Hefeteig. Statt nährstoffarmem Weizenauszugsmehl backe ich persönlich gerne mit Dinkelvollkornmehl. Da ich kein Backfett zuhause hatte, habe ich Joghurt für den Teig genommen – das macht das Rezept auch etwas leichter. Der Joghurt kann aber gerne durch 50g Bio Butter oder Margarine ersetzt werden. Für die Süße habe ich Kokosblütenzucker aus meinen Vorräten verwendet. Das ist natürlich kein regionales Produkt, aber trotzdem brauche ich solche Produkte natürlich noch auf. Empfehlen würde ich Bio Zuckerrübensirup, Apfelsüße oder einfach die Süße deiner Wahl.

Saison von Johannisbeeren

Weiße, rote und schwarze Johannisbeeren gibt es grundsätzlich in den Sommermonaten von Juni bis August. Teilweise können die Beeren auch noch im September geerntet werden. Johannisbeeren sind nicht lange lagerbar und sollten frisch rasch verzehrt werden!

Rezept: Johannisbeer Streuseltaler  

Zutaten: (für 8 Taler)

  • 250g frische Johannisbeeren
  • 100 ml lauwarme pflanzliche Milch (opt. Bio Milch)
  • 1/2 Würfel Hefe 
  • 300g Dinkelmehl 
  • 80g Zucker 
  • 50g Joghurt 
  • 1 Prise Salz 
  • 1 Bio Ei (alternativ 2 EL Apfelmark)
  • 4 EL feine Haferflocken 
  • 3 EL weiche Bio Butter oder Nussmus

Zubereitung:

TEIG

1. Die Milch in eine kleine Schüssel geben und die Hefe darin auflösen. Die Mischung 10 Minuten ruhen lassen.
2. Danach das Mehl in eine große Rührschüssel geben und mit der Hefe-Milch-Mischung vermengen.
3. Anschließend das Ei, Zucker, Salz und Joghurt in die Schüssel geben und gut verkneten. Den Teig eine Stunde abgedeckt ruhen lassen.
4. Den Hefeteig auf eine bemehlte Fläche geben, nochmal durchkneten und in acht gleich große Stücke teilen. 
5. Die Teigportionen zu kleinen Talern formen. Die Taler nochmal ruhen lassen und in der Zwischenzeit die Streusel vorbereiten.

STREUSEL und JOHANNISBEEREN

1. Dafür die Haferflocken und das Nussmus bzw. Bio Butter in eine Schüssel geben und mit den Händen zu Streusel formen
2. Die Johannisbeeren waschen und von den Stielen entfernen.
3. Nun die Taler mit den Johannisbeeren und Streuseln belegen.
4. Die Taler bei 180°C ca. 25 Minuten backen.

VERZIERUNG

Nach dem Auskühlen können die fertigen Johannisbeer Streuseltaler noch mit Puderzucker bestäubt oder mit Zuckerguss bepinselt werden. Sie schmecken aber auch einfach so 🙂 

 

Streuseltaler gelingen auch vegan 

Da ich noch abgelaufene Eier gerettet hatte, habe ich diese auch verwendet. Natürlich können die Johannisbeer Streuseltaler auch rein pflanzlich gebacken werden. Ich persönlich schaue immer zuerst, was ich zuhause habe und ersetze dann teilweise Zutaten. Rezepte sollen eine Richtung geben bzw. Inspirationen liefern. Sie sollten aber nicht als starre Vorgaben gesehen werden! 

 

Lust auf mehr Rezepte?

 

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Das perfekte Brot zum Grillen: Herzhaftes Monkey Bread mit würziger Senfnote

Das perfekte Brot zum Grillen: Herzhaftes Monkey Bread mit würziger Senfnote

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Mal ehrlich: Beim Grillen dreht sich immer alles darum, was auf dem Rost landet. Dabei steckt gerade in den Beilagen enorm viel Potential. Anstatt langweiligem Baguette kommt bei mir deshalb ein herzhaftes Monkey Bread auf den Tisch! Doch nicht nur die Form, sondern auch würziges Senfmehl verleiht dem Brot einen rustikalen Flair – perfekt für ausgiebige Grillabende! Also nichts wie ran an das Rezept für ein herzhaftes Monkey Bread!  

 

Monkey Bread: Einfach mal Abwechslung schaffen 

Jede/r liebt doch einfache Rezepte! Was ich daran besonders toll finde: Geschmacksrichtungen lassen sich je nach Saison, Lust oder Anlass ganz einfach austauschen – so wird ein Rezept garantiert nicht langweilig! Du erinnerst dich vielleicht an mein Bärlauch Monkey Bread? Die Bärlauchzeit ist um, aber Monkey Bread ist einfach das ganze Jahr über genial! Für die Grillsaison verfeinere ich das Brot dem pikanten Senfmehl von Bio Planète.

HEIMISCH & SAISONAL
Für das Senfmehl verarbeitet Bio Planète nur die feinen Saaten der aktuellen Ernte. Diese kommen ausschließlich von Landwirt Eckhard Voigt aus Sachsen. Dabei handelt es sich um die Samen des weißen Senfs der Sorte Martigena, welche auch als Gewürzsenf bekannt sind. 

 

Rezept für mein herzhaftes Monkey Bread mit Senfmehl 

Zutaten: (1 Brot)

  • 450g Mehl (z.B. Dinkelmehl)
  • 30g Senfmehl von Bio Planète
  • 1 TL Salz 
  • 1/2 Würfel frische Hefe bzw. 1 Päckchen Trockenhefe
  • ca. 250 ml lauwarmes Wasser

Zubereitung:

1. Die Hefe in einer kleinen Schüssel mit etwas lauwarmem Wasser auflösen.

2. Das Mehl, das Salz, die Hefe und das Wasser in eine große Schüssel geben und gut durchkneten. Die benötigte Wassermenge variiert je nach Mehlsorte. Ist der Teig zu mehlig, einfach noch mehr Wasser nachgeben.

3. Den Teig mit einem Küchentuch abdecken und mindestens 1 Stunde an einem warmen Ort ruhen lassen.

Monkey Bread formen

4. Anschließend teilst du den Teig in zwei gleich große Hälften. Zu einer Teighälfte gibst du 30g Senfmehl und knetest ihn nochmal gut durch, sodass sich die gelbe Farbe gleichmäßig verteilt. (ggf. etwas Wasser nachgeben).

5. Nun nimmst du die andere Teighälfte und knetest diese ebenfalls nochmal gut durch. Dann kannst du aus beiden Teighälften gleich große Kugeln formen. 
TIPP: Rolle die fertigen Kugeln aus dem Senfteig nochmal in etwas Senfmehl. Das gibt es eine tolle Optik beim Backen!

6. Danach eine beliebe Backform oder ein Backblech einfetten und die Kugeln schachbrettartig zu einem Monkey Bread anordnen. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt 😉 

7. Das Monkey Bread bei 160 Grad ca. 45 Minuten Backen. FERTIG!

 

Ein herzhaftes Monkey Bread ist immer der Hingucker 

Das herzhafte Monkey Bread schmeckt pur oder lässt sich auch super in Saucen und Aufstriche dippen! Die fein scharfe Note des Senfmehls verleiht dem Brot einen pikanten Geschmack. Und alle, die es milder mögen, greifen einfach zu den Monkey-Kugeln ohne Senfmehl

Lust auf noch mehr Senf-Kreationen?

Apropos dippen: Bei Bio Planète gibt es noch mehr Rezeptideen rund um das feine Senfmehl aus Deutschland. Auch zum Grillen passt eine Barbecue-Sauce oder ein mildes Senfdressing. Außerdem findest du eine Anleitung, wie du ganz einfach Senf selber machen kannst. 

 

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Was bedeutet nachhaltige Ernährung? – zu Gast im UPON MY LIFE Podcast

Was bedeutet nachhaltige Ernährung? – zu Gast im UPON MY LIFE Podcast

Was ist eigentlich eine nachhaltige Ernährung? Diese Frage und einige mehr hat mir Christine im Podcast upon my life gestellt. Was es für mich bedeutet, sich möglichst umweltfreundlich zu ernähren und welche Kompromisse ich dafür eingehe, erfährst du hier!  
 

Nachhaltige Ernährung – wie geht das?

Bei meiner Lebensmittelauswahl beachte ich grundsätzlich folgende Kriterien und ziehe diese in meine Abwägungen mit ein:

  • Bio Lebensmittel aus kontrolliert ökologischem Anbau
  • Herkunft der Lebensmittel / Regionalität
  • Möglichst wenig Verpackung
  • Saisonalität
  • Ressourcenverbrauch

 

Kompromisse bei einer nachhaltigen Ernährung
Dabei muss ich natürlich auch ich oft Kompromisse eingehen. Nicht selten stehe ich vor der Frage – unverpackt oder bio? Regional oder bio? In Supermärkten ist das oft gar nicht so einfach. Das Thema Bio und Plastik habe ich übringens bereits in meinem Artikel Bio in Plastik: wie passt das zusammen? behandelt.  

 

Wie jede/r Lebensmittel teilen kann
Außerdem rede ich mit Christine über das Thema Lebensmittelverschwendung und die Verwertung von saisonalem Obst und Gemüse. So kann man zum Beispiel ganz einfach Essen miteinander tauschen bzw. sich gegenseitig abgeben. Dabei ist Kommunikation ein ganz wichtiger Punkt – denn wenn wir nicht darüber reden, können wir auch nicht erfahren, wer gerade zu viel Obst und Gemüse hat. Also, trau dich einfach!! 

 

 

Hier geht’s zur Podcastfolge über nachhaltige Ernährung 

 

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Rein pflanzlich & regional: Wie Naturschatz Naturkosmetik ganz neu definiert

Rein pflanzlich & regional: Wie Naturschatz Naturkosmetik ganz neu definiert

Bei Lebensmitteln rückt der regionale Aspekt immer mehr in den Fokus. Doch wie sieht es damit bei Naturkosmetik aus? Naturschatz hat die Antwort parat: Cremes mit regionalen Ölen und vieles mehr. Die Gründerinnen Ellen und Sigrid bringen mit ihrem Label Naturschatz ordentlich frischen Wind in die Naturkosmetik-Szene. Ich habe mit Ellen gesprochen – wie es überhaupt zu Naturschatz kam, was genau ihre Produkte von der Masse abhebt und wie du gute Naturkosmetik erkennst.

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Als ich vor dem Naturkosmetik Regal stand, habe ich nur ein Meer voller Plastik gesehen.

Ellen, wie bist du eigentlich zum Thema Naturkosmetik gekommen?

Angefangen hat alles vor circa fünf Jahren. Damals habe ich aus gesundheitlichen Gründen begonnen, mich vegan zu ernähren. Dadurch kam dann auch die Frage auf, was ich eigentlich auf meine Haut gebe – denn sie ist ja schließlich unser größtes Organ.

In meinem Bad war damals viel konventionelle und auch viel vom Hausarzt verschriebene, echt aggressive Kosmetik. Als ich mir die Inhaltsstoffe mittels Code Check genauer angesehen habe, war ich echt schockiert über die u.a. krebserregenden Stoffe. Daraufhin habe ich alles auf Naturkosmetik umgestellt und auch verschiedenste Marken ausprobiert. Schließlich hat mich aber nichts so wirklich überzeugt.

Was genau hat dich denn an dem – ja eigentlich sehr breiten – Angebot an Naturkosmetik gestört bzw. was hat dir gefehlt?

Einerseits bin ich mit fast keinem Produkt klargekommen. Dazu muss ich sagen, dass ich schon immer eine Problemhaut habe. Natürlich benötigt die Haut immer Zeit, sich an neue Produkte zu gewöhnen. Bei mir hat aber auch nach langer Anwendung nichts angesprochen bzw. meine Hautprobleme wurden eigentlich noch schlimmer. 

Andererseits habe ich vor dem Naturkosmetik-Regal immer nur ein Meer aus Plastik gesehen und dies einfach nicht verstanden. Als ich mich genauer mit den Inhaltsstoffen beschäftigt habe, hatte ich bei der Hälfte nur Fragezeichen im Kopf. Außerdem fehlte mir bei all den fancy Ölen aus aller Welt der regionale und saisonale Bezug – der ja zum Glück im Lebensmittelbereich bereits angekommen ist. 

 

Wie kam dann der konkrete Schritt, mit Naturschatz eine eigene Naturkosmetik herzustellen?

Es war dann tatsächlich mein Eigenbedarf und die Tatsache, dass das Angebot auf dem Markt nicht zufriedenstellend für mich war. Dann haben meine Geschäftspartnerin Sigrid  und ich angefangen, uns selbst in die Küche zu stellen. Wir haben im Internet nach Creme Rezepten gesucht, Blogs durchforstet, Bücher bestellt und alles durchgearbeitet. Wir haben auch alle Öle durchprobiert und uns Schritt für Schritt rangetastet.

Also vom DIY-Projekt zur eigenen Naturkosmetik Marke?

Ja, genau! Irgendwann haben wir Freunden davon erzählt, die es dann auch ausprobieren wollten oder eben zu verschiednen Anlässen verschenkt. Das Feedback wurde dann eben immer besser und wir haben unsere Rezepte immer weiter verbessert.

Was ist an den Naturschatz Produkten anders?

Jede Creme benötigt eine Flüssigkeit. Wir verwenden statt purem Wasser – denn das hat ja per se keine Wirkung – Pflanzenextrakte aus beispielsweise Kamille und Linden.

Dann verzichten wir auf Alkohol. Dieser muss zwar nicht als offizieller Konservierungsstoff deklariert werden, wird aber häufig zur Konservierung verwendet – und trocknet die Haut aber auch aus. Auch hier verwenden wir eine pflanzliche  Konservierung auf Zucker-Mais-Basis. Unser Ansicht nach ist es nicht sinnvoll, komplett auf Konservierung in Kosmetik zu verzichten. Dadurch könnten sich dann Bakterien in der Creme entwickeln, die unserer Haut mehr schaden. Unser pflanzlicher Konservierer hat sogar den positiven Nebeneffekt, dass er zusätzlich Feuchtigkeit spendet.

Ab einer gewissen Konzentration kann auch Glycerin austrocknend wirken. Deshalb haben wir nach Ölen gesucht, die wir stattdessen verwenden können.

Bei den Zutaten legt ihr einen besonderen Schwerpunkt auf Regionalität. Wisst ihr dann immer genau, wo welcher Rohstoff herkommt?

Unsere Pflanzenöle und -extrakte kommen komplett aus Europa. Wir versuchen möglichst viel aus Deutschland und Österreich zu beziehen – aber auch Italien, Frankreich, Spanien und Bulgarien. 

Die Produzenten lassen sich da allerdings gar nicht so sehr in die Karten schauen, denn es könnte ja mal zu Ernteausfällen kommen. Dann könnte die genaue Herkunft nicht mehr garantiert werden. Das mussten wir auch erst lernen. Wir hatten anfangs die Vorstellung, genau zu wissen, von welchem Bauer aus Frankreich beispielsweise das Lavendelöl kommt. Aber wir sind hartnäckig geblieben und können unseren Kunden jetzt zu jedem Öl das Herkunftsland ausweisen. Die Transparenz schafft Vertrauen, das bei Kosmetikprodukten sehr wichtig ist.

Mit den Naturschatz Tiegeln macht ihr ja auch ein Statement was die Verpackung angeht..

Über die Verpackung haben wir uns ganz lange unterhalten. Wir wollten, dass unsere Produkte restlos aufgebraucht werden können, – ohne sie in Kleinteile zerlegen zu müssen – sowie umweltfreundliche Verpackungsmaterialien. Deshalb wurde es der Violettglas-Tiegel. Dieser kann im grünen Altglas entsorgt oder upgecycelt werden. Der Deckel ist aus Bakelit und kann im Restmüll entsorgt werden. Hier haben wir uns bewusst gegen Verbundsstoffe entschieden, die sehr schlecht zu recyceln sind. Leider gab es zu dem Zeitpunkt auf dem Markt keine Alternative zu einem Deckel aus Bakelit in Kombination mit dem Glastiegel.

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Bislang haben wir uns gegen ein Siegel entschieden, aber für viel Transparenz in der Kommunikation unseren Kunden gegenüber.

Eine Naturschatz Creme im 50 ml Tiegel kostest gut 50 Euro. Das mag für Naturkosmetik-Einsteiger/innen auf den ersten Blick teuer erscheinen. Kannst Du erklären, wie dieser Preis zustande kommt?

Der Preis ist auf die hochwertigen Inhaltsstoffe zurückzuführen. Anstelle von Wasser, das üblicherweise der Hauptbestandteil einer Creme ist, verwenden wir Pflanzenextrakte aus Gurke oder Kamille. Außerdem finden sich in unseren Cremes hochpreisige Samenöle aus Himbeeren oder Trauben, die besonders tiefenwirksam sind. Und auch bei Konservierung und Emulgator haben wir uns für die aus unserer Sicht besten und hautfreundlichsten Lösungen entschieden. Natürlich spiegelt sich die Qualität im Preis wider. Allerdings sind unsere Gesichtscremes gerade aufgrund dieser hohen Konzentration an wirksamen Inhaltsstoffen sehr ergiebig. Wenn 50 ml für sechs Monate reichen, dann ist das nicht nur nachhaltig, sondern schont auch den Geldbeutel.

Jetzt reden wir die ganze Zeit über Naturkosmetik – der Begriff ist ja nicht gesetzlich geschützt. Was hältst du von den gängigen Siegeln, die es auf dem Markt gibt?

Gegenüber Siegeln bin ich zwiegespalten. Zum einen gibt es sehr viele verschiedene Siegel und zum anderen wirkt es für den/die Konsumenten/in wie ein Stempel, dass das Produkt „gut“ ist. Aber die wenigsten setzen sich damit auseinander, was wirklich hinter dem Produkt oder der Firma steckt.

Wir erfüllen alle Voraussetzungen der gängigen Siegel auf dem Markt und gehen sogar über deren Anforderungen hinaus: : Indem wir alle Inhaltsstoffe aus Europa beziehen und dadurch einen geringeren C02-Fußabdruck haben, indem wir diesen Fußabdruck durch eine Spende an Klimaschutzprojekte in Indien kompensieren, indem wir unser Geschäftskonto bei einer nachhaltigen Bank haben, … All diese Punkte könnten mit einem Siegel gar nicht abgedeckt werden.

Gleichzeitig sind Siegel ein sehr kostspieliger Faktor, vor allem für kleine, junge Unternehmen wie wir. Bislang haben wir uns gegen ein Siegel entschieden, aber für viel Transparenz in der Kommunikation unseren Kunden gegenüber.

Plant ihr für Naturschatz in Zukunft eine Zertifizierung?

Grundsätzlich wäre es recht schnell realisierbar, weil die Produkte die Anforderungen erfüllen. Allerdings sehen wir aktuell nicht den Bedarf und auch nicht den Mehrwert für unsere Kunden. Vielmehr hoffen wir auf einheitliche EU-Standards oder staatliche Regelungen, die für den Kunden verständlich sind und einheitlich Anwendung finden.

Welche Tipps würdest Du bei der Suche nach Naturkosmetik geben? Gibt es Orientierungshilfen? Woran erkenne ich gute Naturkosmetik?

Ich würde neben den Siegeln die Code Check App empfehlen. Diese ist echt hilfreich und super einfach zu bedienen. Per Barcode-Scan werden alle bedenklichen Inhaltsstoffe aufgelistet und nach dem Ampelsystem bewertet. Das gibt eine gute Hilfe im Siegel-Dschungel und gibt eben auch genauen Aufschluss über gute Produkte ohne Siegel.

 

Du möchtest Naturschatz testen?

Alle Produkte findest du im Onlineshop oder beim Händler vor Ort. Mit dem Code allmydeer10 erhältst du 10% Rabatt auf deine Bestellung*.

 

 

www.naturschatz-kosmetik.com
Interviewgast: Ellen
Bilder: (c) Naturschatz

 

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HEYO! Granola: Das erste soziale Bio-Müsli im Glas

HEYO! Granola: Das erste soziale Bio-Müsli im Glas

HEYHO Granola macht Schluss mit Fließbandproduktion, Verpackungswahn und sozialer Ausgrenzung. In der Lüneburger Granola-Manufaktur rösten die Granola-Aktivisten Christian, Stefan und Tim mit ihrem Team Müslis in Handarbeit. Die Zutaten sind biologisch und großteils aus der Region. Die soziale Müslirösterei öffnet außerdem gesellschaftlich benachteiligten Menschen die Tür zur Teilhabe am Arbeitsleben. Ich habe mit Christian über’s Frühstücken, das bunte HEYHO Granola Team und Wachstum mit Grenzen gesprochen.

Christian, beim Thema Frühstück scheiden sich ja oft die Geister. Kann ein Granola Aktivist überhaupt ohne Frühstück das Haus verlassen?

Ich kann kurz ohne Frühstück aus dem Haus gehen, aber wo auch immer ich dann ankomme, muss ich tatsächlich erstmal frühstücken – am liebsten dann natürlich ein HEYHO Granola, man muss ja immer schauen, dass die Qualität stimmt.

Warum sollte ausgerechnet HEYHO Granola auf dem Frühstücktisch stehen?

Weil man sich mit unseren verrückten Sorten nicht nur sich selbst eine Freude machen kann, sondern auch den Leuten, die in der Produktion bei HEYHO arbeiten. Wir bauen einen bunten Produktionsstandort auf, wo wir für Menschen Perspektiven schaffen, die vom Jobmarkt ausgeschlossen sind. Je mehr Menschen HEYHO Granola essen, umso mehr Müsli können wir rösten und umso mehr Leute können wir beschäftigen.

Woher kommt dieser soziale Ansatz, gesellschaftlich benachteiligte Menschen zu beschäftigen?

Grundsätzlich haben wir bei HEYHO! den tiefen Wunsch nach mehr Fairness in der Gesellschaft. Wir leben in einer Welt, wo doch jeder ahnt: so kann es einfach nicht weitergehen. Wir wollen einfach zeigen, dass es auch anders gehen kann. Mit HEYHO! wollen wir beweisen, dass die Welt zwar nicht das vierhundertste Müsli braucht, aber ein anderes Wirtschaften. Mit einer klaren sozialen Zielsetzung bringen wir wieder mehr Abwechslung ins Müslisegment, dazugegeben ziemlich verstaubt ist. Durch einen guten Zufall haben Tim und ich Stefan kennengelernt. Er arbeitet seit 20 Jahren in der Wohnungslosenhilfe. Dadurch kam die konkrete Idee, mit dem Projekt wieder Perspektiven für Menschen zu schaffen, die aufgrund ihrer Lebensgeschichte vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind.

 

“Es gibt tausend Gründe, warum Menschen an Grenzen stoßen und keine Chance mehr auf eine fair bezahlte Anstellung bekommen.”

Seht ihr euch als Vorreiter in Sachen Verantwortung der Unternehmen für Mitarbeiter?

Vorreiter wär vielleicht etwas zu dick aufgetragen. Wir wollen einfach beweisen, dass man mit Vertrauen, Wertschätzung und Offenheit ganz viel Positives bei Menschen bewirken kann. Bei HEYHO Granola schaffen wir einen Ort, an dem Menschen, die vielleicht noch nie Wertschätzung erfahren haben, fair bezahlt werden und wo jemand sagt „Cool, dass du da bist“. Wir sind überzeugt, dass jeder etwas kann und tief drinnen auch den Wunsch verspürt, etwas zu machen. Sieben Tage Sonntag sind eben auch kein Highlight. Jeder Mensch will doch Teil von etwas sein und sich einbringen. Das ist der Antrieb, warum wir zur Arbeit gehen. Das ist ein wichtiger Grund, warum wir zur Arbeit gehen. Neben dem finanziellen Aspekt geht es am Ende doch um Wertschätzung und Teilhabe. Wenn wir da andere Unternehmen inspirieren können nehmen wir die Vorreiterrolle gerne an.

Du hast bereits erwähnt, dass HEYHO mit einem sehr bunten Team in der Rösterei steht. Wer gehört denn zu Eurer Crew?

Bei HEYHO! arbeiten Menschen aus den verschiedensten Himmelsrichtungen des Lebens. Es gibt tausend Gründe warum Menschen an Grenzen stoßen und keine Chance mehr auf eine fair bezahlte Anstellung bekommen. Wir kramen nicht in der Vergangenheit, sondern schauen nach vorne und fragen, worauf die Mitarbeiter*innen inhaltlich Lust haben und wo sie weiter kommen wollen. Bei uns ist es egal, was die Leute vorher gemacht haben. Wir schauen, worauf die Mitarbeiter*innen inhaltlich Lust haben zu arbeiten und wo sie weiterkommen wollen.

Milad ist z.B. vor drei Jahren aus dem Iran geflohen und hatte es aufgrund von Sprachbarrieren und mangelnder Ausbildung sehr schwer, einen Job zu finden. Bei HEYHO! sorgt er für gute Stimmung in der Produktion und packt bei allen Schritten in der Produktion mit an. Ohne Milad geht nix. Dieses Jar werden wir ihn hoffentlich fest anstellen können, das ist unser großes Ziel.

Dann arbeiten wir z.B. noch mit Karl (Name geändert). Aufgrund einer Depressionserkrankung ist er schon länger aus dem Arbeitsleben raus – frühverrentet mit Anfang 30, also echt noch jung. Karl braucht viel Ordnung und klare Strukturen. Deshalb schmeißt er bei uns das Versandlager und hilft, Ordnung in unseren Chaoshaufen zu bringen. Bei uns arbeiten auch noch Studierende der Uni Lüneburg, die lieber mit uns Müsli rösten, anstatt zu kellnern.

Die Vielfalt der Charaktere trägt eben wesentlich zur Stimmung in der Rösterei bei. mit. Ganz ehrlich: Am Ende hat doch jeder einen weg von uns. Es gibt keinen, der komplett knusper ist. (kurzer Lachflash beiderseits) Am Ende muss es natürlich funktionieren, aber eben immer auch Spaß machen. Wenn’s Spaß macht, kommt der Rest schon von alleine.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es beispielsweise ist, mit psychischen Krankheiten in der Arbeitswelt Fuß zu fassen und diese Teilhabe zu erfahren. Wie erlebt Ihr die Zusammenarbeit?

Bisher sammeln wir sehr positive Erfahrungen. Aus dem Bereich der Wohnungslosenhilfe haben wir tolles Feedback von den Betreuern. Seitdem J. und T. bei uns arbeiten – auch wenn sie nur zweimal die Woche kommen – sind sie Teil von HEYHO Granola. Das macht einfach viel Gutes mit den beiden. Für Karl, der eher Team Ordnungsliebhaber ist, ist so ein leicht chaotisches Startup wie HEYHO! auch eine Herausforderung. Wenn er sagt “Boah Jungs, ihr müsst mehr Ordnung rein bringen!”, sagen wir “Ja geil, hilf uns dabei! Du bist der Ordnungsprofi!” Wir kehren das dann sozusagen um.

Wenn sich jemand nicht gut fühlt, dann muss er auch nicht kommen. Er muss nur rechtzeitig Bescheid geben und dann ist es auch ok. Wir haben viel Geduld und Verständnis. Schließlich wollen wird ja dabei helfen, gute Potentiale zu entfalten. Das geht eben nicht an jedem Tag, das wissen wir.

Nach dem Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit, sollten Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt stets gleichermaßen berücksichtig werden. Euer Konzept ist der Beweis, dass das möglich ist. Was hindert die meisten Unternehmen daran, diese Schritte ebenfalls zu gehen?

Ich glaube, es ist eine Profitgetriebenheit aufgrund von Aktionärsstrukturen. Viele Betriebe, die einmal mit guten Ideen gegründet wurden, gehören am Ende nicht mehr den Menschen, die den Betrieb eigentlich am Laufen halten. Hier kommen Interessen dazu, die immer nur auf Wachstum, Wachstum, Wachstum ausgerichtet sind. Ja, wir müssen wachsen und eine gewisse Größe haben, damit sich das ganze Projekt trägt. Aber auch das hat eben seine Grenzen. Allein der Gedanke, dass Wachstum Grenzen haben kann, ist in unserer heutigen Zeit völlig fremd.

Wir glauben, dass man einen Betrieb vernünftig und lieber langsam aufbauen sollte, anstatt schnell zu wachsen und wichtige Aspekte wie z.B. die Mitarbeiterzufriedenheit hinten runter fallen zu lassen. Firmen sollten sich klar werden, was eigentlich ihr Zweck ist – außer Wachstum und Geldvermehrung. In vielen Bereichen findet da gerade ein Wandel statt, weil die Menschen keinen seelenlosen Mist mehr kaufen wollen. Was man nicht vergessen darf: Wir leben in einer krassen Überflussgesellschaft. Dennoch kann man innerhalb dieser mit gutem Beispiel vorangehen und es anders machen. Dafür treten wir mit HEYHO! an. 

 

Die HEYHO Granola Sorten
LATE NIGHT BREAKFAST mit Schokolaugenbrezeln
– FRÜHSPORTFREUNDE mit Kokosnuss-Chunks und Himbeeren
– SALTICITY ORIGINAL mit karamellisierten Nüssen und Lüneburger Salz
– GOLDEN CHAICHAI mit Kurkuma, Zimt und Ingwer

Pssst: Im Sommer erscheint eine neue Sorte mit fruchtiger Ananas! 

HEYHO Granola – alles andere ist Müsli

Ich treffe die Granola-Aktivisten bereits zum zweiten Mal auf der BIOFACH in Nürnberg. Was sofort am bunten Stand auffällt: Der Spaß und das Miteinander stehen immer im Mittelpunkt. Die soziale Müslirösterei bezieht ihren Hafer aus der Region um Lüneburg. Auch die Zutaten, die nicht in Deutschland beheimatet sind, wählt HEYHO mit viel Bedacht aus. Die Idee, das fertige Müsli in Gläser zu verpacken, entstand eigentlich aus der Not heraus. “Wir hatten einen Testverkauf in einer Walldorfschule. Kartons hätten wir in dieser Zeit nie cool bemalen können und haben dann einfach Gläser genommen.”, erzählt mir Christian. “Auf dem Markt war die Resonanz auf das Glas so krass positiv, dass wir beim Glas geblieben sind.”

“Recycle oder mach was Schönes damit! Peace.”

HEYHO Granola arbeitet auch mit Unverpacktläden zusammen. Dort können die bunten Müsligläser dann ganz einfach wieder aufgefüllt werden. Der Aufdruck “Recycle oder mach was Schönes damit! Peace.” erinnert die Kunden*innen daran, verantwortungsbewusst mit der Verpackung umzugehen. Christian hat auch paar Upcycling-Tipps parat: “Die Gläser machen sich super als Aufbewahrungsgefäße in der Küche. Man kann auch einfach eine Kerze reinstellen oder eine Lampe daraus basteln.”

 

Du findest HEYHO! klasse und möchtest das coole Müsli-Team unterstützen? Dann schau doch gerne in Deinem nachten Alnatura vorbei. Hier findest Du den ganzen März über alle leckeren Sorten in den Regalen. Wenn genug Gläserner den Ladentisch gehen, hat HEYHO Granola die Chance auf eine Listung in den Alnatura-Märkten. Das würde ihnen beim Aufbau der sozialen Müslirösterei enorm helfen.

“Bei HEYHO! stellen wir keine Leute an, um Granola zu rösten. Wir rösten Granola, um Menschen einzustellen.”

(VH)

„Zero Waste ist kein Dogma, sondern ein Weg“ – ein Café ohne Müll im Interview

„Zero Waste ist kein Dogma, sondern ein Weg“ – ein Café ohne Müll im Interview

Wenn man anfängt, sich mit einem müllfreien Leben zu beschäftigen, fühlt es sich schnell an, wie ein Fass ohne Boden. Alana Zubritz und Ina Choi-Nathan zeigen, dass (fast) alles ohne Müll möglich ist – auch in der Gastronomie. Seit Oktober 2017 führen sie das Hamburger Zero Waste Café ‚In guter Gesellschaft’. Ich habe Alana dort besucht und mit ihr gesprochen. Über Ihr Konzept, was Zero Waste eigentlich bedeutet und was jede*r von uns tun kann

Alana, als ich zum ersten Mal von ‚In guter Gesellschaft’ gehört habe, bin ich sofort am Namen hängen geblieben – der gibt ja Raum für Interpretation…

Das stimmt. In erster Linie ist natürlich die Gesellschaft im Sinne eines netten Freundes- oder Bekanntenkreises gemeint. ‚In guter Gesellschaft’ kann aber auch politisch verstanden werden. Genau diese Doppeldeutung hat uns an dem Namen besonders gefallen. Wir möchten zeigen, dass wir eben neue Wege gehen. Die erste Idee war ‚In neuer Gesellschaft’ oder ‚Neue Welt’. Allerdings sollte es nicht zu utopisch klingen, sondern ein netter Name sein, der alle anspricht.  

Wie bist Du denn zu Zero Waste gekommen und schließlich zusammen mit Ina auf die Idee, ein müllfreies Café zu eröffnen?

 Das war natürlich ein Prozess. Ich habe einen Master in nachhaltigem Design in England gemacht. Danach habe ich Workshops im nachhaltigen Bereich gegeben und mich mit Freunden für mehr Umweltbewusstsein engagiert. Wir wollten den Nachhaltigkeitsgedanken entstauben und etwas Cooles daraus machen. Dazu haben wir unter anderem Kleidertausch Cafés organisiert. Es sollte darum gehen, den Spaß daran zu entdecken.

Und Ina ist eine langjährige Freundin von mir. Sie hat mich bei einem Kaffee angefixt, dass wir doch mal ein Projekt zusammen angehen könnten. So war die erste Idee, ein permanentes Kleidertausch Café zu eröffnen. Während wir uns das Konzept überlegten, war ich in Brighton bei ehemaligen Kommilitonen zu Besuch. Über einen Freund bin ich dort auf das ‚ Silo’, dem ersten Zero Waste Restaurant Europas, aufmerksam geworden. Das Konzept fand ich so toll und habe mich lange mit dem Inhaber über die Idee dahinter unterhalten. Als ich dann zurückkam, war auch Ina total begeistert von dem Konzept.

Zero Waste ist ja ein sehr weiter Begriff – was bedeutet Zero Waste für Dich?

Man muss es als Leitfaden sehen. Zero Waste darf nicht als absolutes Dogma verstanden werden; als müsste man von heute auf morgen alles ändern und perfekt machen. Man schaut erstmal, wo denn eigentlich das Problem bei ‚waste’ ist. Da ist natürlich an oberster Stelle Plastik, weil es nicht biologisch abbaubar ist, sondern in mikroskopisch kleine Teilchen zerfällt. Im weiteren Schritt schaut man sich die weiteren Verpackungen an – TetraPaks zum Beispiel. Das sind Verbundstoffe, die nicht recycelbar sind, weil sie zusammengeklebt sind. Und dann fängt man eben an, sich Gedanken über „bösen Müll“ und „guten Müll“ zu machen. Die Natur produziert „guten Müll“ – Stichwort „Cradle to cradle“. Nehmen wir zum Beispiel den Kirschbaum. Dieser produziert sehr viele Blüten und Früchte, aber alles geht wieder zurück und wir wieder als Nährstoff verwendet. Und genau in diesem Kreislauf haben wir dann angefangen alles zu betrachten

Wie setzt Ihr diesen Kreislaufgedanken dann konkret um?

Wir schauen immer, was biologisch abbaubar ist. Gerade sparen wir sogar auf unser eigenes Kompostiergerät, das ist sehr teuer. Bis dahin bedienen wir uns klassisch der Bio-Tonne (lacht). Wobei das ja mittlerweile als kostbarer Rohstoff erkannt wurde.

Als nächstes haben wir geschaut, welche Verpackungen „ok“ sind. Pfandbehälter zum Beispiel sind sowieso super. Papier geht für uns auch durch, denn es ist gut recycelbar und theoretisch biologisch abbaubar.  Die Rohstoffe kaufen wir daher viel in 25 kg Papiersäcken. Altglas versuchen wir tatsächlich so weit es geht zu vermeiden. Da haben wir nur noch Rum und Wodka. Der Rest ist alles Mehrweg – selbst Essig, Wein und Gin. Man richtet sich dann eben nach den Lieferanten und schaut was möglich ist. Nach diesem System haben wir dann unsere Speisekarte gestaltet.

Hört sich ja eigentlich ganz einfach an..

Natürlich ist alles ein Weg. Gewürze sind zum Beispiel noch so ein Problem. Da haben wir uns mittlerweile entschieden, große Plastiksäcke zu kaufen. Dafür reicht es dann 2 Jahre und wir können den Müll enorm reduzieren. Es geht wie gesagt nicht um das Dogma, sondern um den Weg dorthin.

Wir legen einfach viel Wert auf das frisches Kochen und Zubereiten. Wir machen viel selber, Marmeladen, Aufstriche, vegane Milch, und greifen nicht auf Convenient-Produkte zurück. Dadurch haben wir einen viel geringeren Wareneinsatz, weil wir nur die Rohstoffe kaufen. Aber es muss natürlich alles vorbereitet werden – dafür schaffen wir mehr Arbeitsplätze.

 

Stößt ihr dabei trotzdem auch an Grenzen?

 Klar, es gibt auch ein paar Ausnahmen. Verbandsmaterial zum Beispiel, es schneidet sich ja auch mal jemand in den Finger. Oder eben auch der Müll, den die Gäste liegen lassen – darauf haben wir natürlich keinen Einfluss.

Für unseren gastronomischen Geschirrspüler benötigen wir spezielle Reinigungsmittel, die eben in Plastikkanistern geliefert werden. Selber herstellen kann man die Mittel leider nicht. Da haben wir auch schon mehrmals mit dem Hersteller gesprochen, ob er sie nicht zurücknehmen könnte. Das wurde bis jetzt abgelehnt – da kommt man halt an Grenzen.

Reinigungsmittel sind ein gutes Stichwort. Viele Menschen haben bei selbst gemachten Sachen in Haushalt oft Angst um die Hygiene. Wie handhabt Ihr das im Café?

 Beim Gesundheitsamt hatten wir tatsächlich etwas Angst. Wir machen eben unsere Essigreiniger selber und putzen viel mit Soda und Zitronensäure. Da waren wir uns nicht sicher, ob das durchgeht. In der Schulung haben wir dann allerdings erfahren, dass das Gesundheitsamt sogar Essigreiniger eher begrüßt als die gängigen Glasreiniger. Das hat uns natürlich sehr gefreut.  

 

Du hast ja bereits die Gäste erwähnt. Wie reagieren die denn auf Euer Konzept?

Also die Resonanz ist durchweg positiv. Viele kommen natürlich wegen des Konzepts, aber einige wissen auch erstmal gar nicht, dass sie in einem Zero Waste gelandet sind. Dann muss man manchmal schon erklären, warum da Essen jetzt nicht nach 10 Minuten auf dem Tisch steht oder die vegane Milch jetzt alle ist. Dann öffnet sich plötzlich der Blick und sie entdecken die Stoffservietten und Edelstahl-Strohhlame.

Hast du konkrete Tipps, wie man als Gast grundsätzlich in Cafes/ Restaurants Müll vermeiden kann?

 Also natürlich erstmal seinen eigenen Müll nicht liegen lassen. Dann kann man immer sehr gut auf to go verzichten. Wenn ich mir beim Asiaten Sushi hole, dann kann ich auch meine eigene Dose mitbringen oder es mal dort essen. To go macht denke ich das meiste aus. Ansonsten kann man auch immer wieder bereits bei der Bestellung betonen, dass man keinen Strohhalm möchte, und auch auf Papierservietten so gut es geht verzichten. Es sind kleine Dinge, die aber eine große Wirkung haben können.

(VH)

In guter Gesellschaft
Sternstraße 25
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