„Zero Waste ist kein Dogma, sondern ein Weg“ – ein Café ohne Müll im Interview

„Zero Waste ist kein Dogma, sondern ein Weg“ – ein Café ohne Müll im Interview

Wenn man anfängt, sich mit einem müllfreien Leben zu beschäftigen, fühlt es sich schnell an, wie ein Fass ohne Boden. Alana Zubritz und Ina Choi-Nathan zeigen, dass (fast) alles ohne Müll möglich ist – auch in der Gastronomie. Seit Oktober 2017 führen sie das Hamburger Zero Waste Café ‚In guter Gesellschaft’. Ich habe Alana dort besucht und mit ihr gesprochen. Über Ihr Konzept, was Zero Waste eigentlich bedeutet und was jede*r von uns tun kann

Alana, als ich zum ersten Mal von ‚In guter Gesellschaft’ gehört habe, bin ich sofort am Namen hängen geblieben – der gibt ja Raum für Interpretation…

Das stimmt. In erster Linie ist natürlich die Gesellschaft im Sinne eines netten Freundes- oder Bekanntenkreises gemeint. ‚In guter Gesellschaft’ kann aber auch politisch verstanden werden. Genau diese Doppeldeutung hat uns an dem Namen besonders gefallen. Wir möchten zeigen, dass wir eben neue Wege gehen. Die erste Idee war ‚In neuer Gesellschaft’ oder ‚Neue Welt’. Allerdings sollte es nicht zu utopisch klingen, sondern ein netter Name sein, der alle anspricht.  

Wie bist Du denn zu Zero Waste gekommen und schließlich zusammen mit Ina auf die Idee, ein müllfreies Café zu eröffnen?

 Das war natürlich ein Prozess. Ich habe einen Master in nachhaltigem Design in England gemacht. Danach habe ich Workshops im nachhaltigen Bereich gegeben und mich mit Freunden für mehr Umweltbewusstsein engagiert. Wir wollten den Nachhaltigkeitsgedanken entstauben und etwas Cooles daraus machen. Dazu haben wir unter anderem Kleidertausch Cafés organisiert. Es sollte darum gehen, den Spaß daran zu entdecken.

Und Ina ist eine langjährige Freundin von mir. Sie hat mich bei einem Kaffee angefixt, dass wir doch mal ein Projekt zusammen angehen könnten. So war die erste Idee, ein permanentes Kleidertausch Café zu eröffnen. Während wir uns das Konzept überlegten, war ich in Brighton bei ehemaligen Kommilitonen zu Besuch. Über einen Freund bin ich dort auf das ‚ Silo’, dem ersten Zero Waste Restaurant Europas, aufmerksam geworden. Das Konzept fand ich so toll und habe mich lange mit dem Inhaber über die Idee dahinter unterhalten. Als ich dann zurückkam, war auch Ina total begeistert von dem Konzept.

Zero Waste ist ja ein sehr weiter Begriff – was bedeutet Zero Waste für Dich?

Man muss es als Leitfaden sehen. Zero Waste darf nicht als absolutes Dogma verstanden werden; als müsste man von heute auf morgen alles ändern und perfekt machen. Man schaut erstmal, wo denn eigentlich das Problem bei ‚waste’ ist. Da ist natürlich an oberster Stelle Plastik, weil es nicht biologisch abbaubar ist, sondern in mikroskopisch kleine Teilchen zerfällt. Im weiteren Schritt schaut man sich die weiteren Verpackungen an – TetraPaks zum Beispiel. Das sind Verbundstoffe, die nicht recycelbar sind, weil sie zusammengeklebt sind. Und dann fängt man eben an, sich Gedanken über „bösen Müll“ und „guten Müll“ zu machen. Die Natur produziert „guten Müll“ – Stichwort „Cradle to cradle“. Nehmen wir zum Beispiel den Kirschbaum. Dieser produziert sehr viele Blüten und Früchte, aber alles geht wieder zurück und wir wieder als Nährstoff verwendet. Und genau in diesem Kreislauf haben wir dann angefangen alles zu betrachten

Wie setzt Ihr diesen Kreislaufgedanken dann konkret um?

Wir schauen immer, was biologisch abbaubar ist. Gerade sparen wir sogar auf unser eigenes Kompostiergerät, das ist sehr teuer. Bis dahin bedienen wir uns klassisch der Bio-Tonne (lacht). Wobei das ja mittlerweile als kostbarer Rohstoff erkannt wurde.

Als nächstes haben wir geschaut, welche Verpackungen „ok“ sind. Pfandbehälter zum Beispiel sind sowieso super. Papier geht für uns auch durch, denn es ist gut recycelbar und theoretisch biologisch abbaubar.  Die Rohstoffe kaufen wir daher viel in 25 kg Papiersäcken. Altglas versuchen wir tatsächlich so weit es geht zu vermeiden. Da haben wir nur noch Rum und Wodka. Der Rest ist alles Mehrweg – selbst Essig, Wein und Gin. Man richtet sich dann eben nach den Lieferanten und schaut was möglich ist. Nach diesem System haben wir dann unsere Speisekarte gestaltet.

Hört sich ja eigentlich ganz einfach an..

Natürlich ist alles ein Weg. Gewürze sind zum Beispiel noch so ein Problem. Da haben wir uns mittlerweile entschieden, große Plastiksäcke zu kaufen. Dafür reicht es dann 2 Jahre und wir können den Müll enorm reduzieren. Es geht wie gesagt nicht um das Dogma, sondern um den Weg dorthin.

Wir legen einfach viel Wert auf das frisches Kochen und Zubereiten. Wir machen viel selber, Marmeladen, Aufstriche, vegane Milch, und greifen nicht auf Convenient-Produkte zurück. Dadurch haben wir einen viel geringeren Wareneinsatz, weil wir nur die Rohstoffe kaufen. Aber es muss natürlich alles vorbereitet werden – dafür schaffen wir mehr Arbeitsplätze.

 

Stößt ihr dabei trotzdem auch an Grenzen?

 Klar, es gibt auch ein paar Ausnahmen. Verbandsmaterial zum Beispiel, es schneidet sich ja auch mal jemand in den Finger. Oder eben auch der Müll, den die Gäste liegen lassen – darauf haben wir natürlich keinen Einfluss.

Für unseren gastronomischen Geschirrspüler benötigen wir spezielle Reinigungsmittel, die eben in Plastikkanistern geliefert werden. Selber herstellen kann man die Mittel leider nicht. Da haben wir auch schon mehrmals mit dem Hersteller gesprochen, ob er sie nicht zurücknehmen könnte. Das wurde bis jetzt abgelehnt – da kommt man halt an Grenzen.

Reinigungsmittel sind ein gutes Stichwort. Viele Menschen haben bei selbst gemachten Sachen in Haushalt oft Angst um die Hygiene. Wie handhabt Ihr das im Café?

 Beim Gesundheitsamt hatten wir tatsächlich etwas Angst. Wir machen eben unsere Essigreiniger selber und putzen viel mit Soda und Zitronensäure. Da waren wir uns nicht sicher, ob das durchgeht. In der Schulung haben wir dann allerdings erfahren, dass das Gesundheitsamt sogar Essigreiniger eher begrüßt als die gängigen Glasreiniger. Das hat uns natürlich sehr gefreut.  

 

Du hast ja bereits die Gäste erwähnt. Wie reagieren die denn auf Euer Konzept?

Also die Resonanz ist durchweg positiv. Viele kommen natürlich wegen des Konzepts, aber einige wissen auch erstmal gar nicht, dass sie in einem Zero Waste gelandet sind. Dann muss man manchmal schon erklären, warum da Essen jetzt nicht nach 10 Minuten auf dem Tisch steht oder die vegane Milch jetzt alle ist. Dann öffnet sich plötzlich der Blick und sie entdecken die Stoffservietten und Edelstahl-Strohhlame.

Hast du konkrete Tipps, wie man als Gast grundsätzlich in Cafes/ Restaurants Müll vermeiden kann?

 Also natürlich erstmal seinen eigenen Müll nicht liegen lassen. Dann kann man immer sehr gut auf to go verzichten. Wenn ich mir beim Asiaten Sushi hole, dann kann ich auch meine eigene Dose mitbringen oder es mal dort essen. To go macht denke ich das meiste aus. Ansonsten kann man auch immer wieder bereits bei der Bestellung betonen, dass man keinen Strohhalm möchte, und auch auf Papierservietten so gut es geht verzichten. Es sind kleine Dinge, die aber eine große Wirkung haben können.

(VH)

In guter Gesellschaft
Sternstraße 25
20357 Hamburg

Di – So 9.30 – 21 Uhr / Montags geschlossen
www.in-guter-gesellschaft.com

Trester weiterverarbeiten: Rezept für vegetarische Bratlinge

Trester weiterverarbeiten: Rezept für vegetarische Bratlinge

Bewusst kochen kann so einfach sein! Das Beste dabei: Mit frischen Zutaten und einer Portion Kreativität werden auch aus Resten vielfältige Leckereien. Mit diesem einfachen Rezept gelingen pflanzliche Bratlinge mit und ohne Sojamilch-Trester

Kochen und Lebensmittel selber herstellen verbinden wir oft mit viel Aufwand und wenig Ertrag. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Sojamilch selber machen ist dafür das beste Beispiel. Selbst ohne Hochleistungs-Küchengeräte kann jede*r den Pflanzendrink ganz leicht selber herstellen und Tetra Paks vermeiden. Nach dem Abfiltern der Sojamilch bleibt der sogenannte Okara – der Trester der Sojabohnen – übrig. Um Abfall handelt es sich dabei keineswegs, sondern um eine fantastische Grundlage für leckere Rezepte.

Kurz erklärt: Als Trester werden die festen Rückstände bezeichnet, die beispielsweise noch dem Pressen von Apfelsaft übrig bleiben. Trester fällt unter anderem bei der Herstellung von Speiseöl und eben auch von pflanzlicher Milch an. Bei der Sojamilchproduktion wird dieser Okara genannt.


Rezept für vegetarische Bratlinge
 

Egal ob süß oder salzig – aus Okara lässt sich für jeden Hunger etwas zaubern. Ein aktueller Favorit: schmackhafte Bratlinge mit Karotte und Weißkohl. Sie gewinnen vielleicht keinen Schönheitswettbewerb, aber geschmacklich stehen sie auf dem Treppchen ganz oben, und stillen den herzhaften Hunger.

 

Zutaten für 6 Patties:

200g Okara / alternativ weiße Bohnen
1 TL Backpulver
1 EL geschrotete Leinsamen 
100g Dinkelvollkornmehl 
1 Karotte
1 Hand voll Weißkohl
1/2 TL Kreuzkümmel
1 TL Gemüsebrühe
2 TL Paprika edelsüß
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Den Okara gut auspressen und in eine große Schüssel geben. Alternativ die Bohnen mit etas Wasser pürieren. Dazu die geschroteten Leinsamen, Mehl und Backpulver geben und gut verrühren. Während die Leinsamen quellen, Karotte und Kohl waschen und in möglichst kleine Stücke schneiden. Das Gemüse zusammen mit den Gewürzen in die Schüssel geben und gleichmäßig vermengen.

 Je nachdem wie feucht bzw. trocken die Masse ist, noch etwas Mehl oder Wasser hinzugeben. Dann aus 6 Bratlinge formen. Die Patties können mit etwas Öl in der Pfanne kross gebraten oder im Ofen bei 170 Grad ca. 30 Minuten gebacken werden.


Bratlinge 
vielfältig kombinieren
 

 Die fertigen Bratlinge schmecken super als Burger-Patties zwischen zwei Brötchenhälften oder auch einfach pur als herzhafter Snack zwischendurch. Es ist noch etwas Reis vom Vortag übrig? Dann lege noch zwei Bratlinge und etwas frisches Gemüse dazu und Du hast ein super Mittagessen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt!

 

 

Du bist auf den Geschmack der Zero-Waste Küche gekommen? Dann findest Du hier 3 pfiffige Rezepte, die Du so noch nicht gesehen hast!

(VH)

 

Sojamilch selber machen – ohne Küchenmaschine

Sojamilch selber machen – ohne Küchenmaschine

Tetra Pak ade: So kannst Du Sojamilch – ohne Hight-Tech-Küchengeräte – ganz einfach selber machen. Probier’s doch gleich mal aus!  

Mandel, Cashew, Hafer, Dinkel, Reis… Die Auswahl an pflanzlichen Milchalternativen ist mittlerweile unglaublich vielfältig. Der Nachteil: Sie sind ausschließlich in Tetra Paks erhältlich. Während Kuhmilch auch in Pfandflaschen im Kühlregal steht, machen Pflanzendrinks in Sachen Zero Waste bis jetzt eine schlechtere Figur.

Pflanzliche Milch selber machen

Getreide- und Nussmilch lassen sich verhältnismäßig einfach auch in der heimischen Küche zubereiten. Das Rezept für eine wunderbare Hafermilch hat zum Beispiel Swenja auf Lager. Bei Sojamilch wird es da schon schwieriger. Aber nichts ist unmöglich! So kann jeder seine Sojamilch ganz einfach selber zubereiten:

 

Zutaten für 1 l Sojamilch:

1 TL Natron
Wasser

Küchenutensilien:
Pürierstab
sauberes Küchentuch
großer Topf
große Schüssel
saubere Gläser zum Abfüllen

Zubereitung:

Die Sojabohnen 4 – 6 Stunden in Wasser einweichen (am besten über Nacht). Danach absieben und mit frischem Wasser spülen. Die Sojabohnen in einen großen Topf geben, mit frischem Wasser großzügig überdecken, 1 Teelöffel Natron dazugeben und aufkochen. Die Hitze auf mittlere Stufen reduzieren und 40 Minuten köcheln lassen. (Achtung: es kann stark schäumen, deshalb besser einen großen Topf verwenden.)

Wenn die Bohnen weich sind, den Topfinhalt absieben. Die abgetropften Sojabohnen zusammen mit 0,5 l frischem Wasser pürieren. Danach weitere 0,5 l frisches Wasser dazugeben und nochmal kurz aufkochen.

Sojamilch abfiltern

Das saubere Küchentuch über eine Schüssel legen und die Flüssigkeit nach und nach hineingeben und vorsichtig durch das Tuch pressen  (alternativ kann dazu ein Nussmilchbeutel oder ein ganz feines Sieb verwendet werden).

Zum Schluss bleibt im Küchentuch der Sojatrester – sog. Okara – zurück. Dieser kann für leckere Burger-Parties verwendet werden.
Die gefilterte Sojamilch am besten mit einem Trichter in saubere Flaschen füllen und direkt in den Kühlschrank stellen.

Gut zu wissen: Herkömmliche Pflanzendrinks sind oft gesüßt. Die pure Sojamilch kann Dir also ziemlich herb vorkommen. Eine angenehme Süße verleiht beispielsweise Kokosblütenzucker oder Honig. Am besten aber erst direkt bei der Verwendung süßen.

Jetzt steht der müllfreien Sojamilch nichts mehr im Weg! Solltest Du mein Rezept ausprobieren, freue ich mich sehr über Feedback!

(VH)

 

Dauerhaft Lebensmittelabfälle vermeiden – mit diesen 5 Tipps klappt’s garantiert

Dauerhaft Lebensmittelabfälle vermeiden – mit diesen 5 Tipps klappt’s garantiert

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Eigentlich wissen wir ja, dass wir nur das einkaufen sollten, was wir auch verbrauchen. Aber wie so oft hapert es bereits nach ein paar Tagen bei der Umsetzung. Deshalb habe ich dir 5 einfache Tipps zusammengestellt, die dir bei der (wirklich) dauerhaften Umsetzung helfen!

In der 4-Wochen-Challenge gegen Lebensmittelverschwendung zusammen mit RaboDirect und Max Green haben wir in den vergangenen Tagen so einiges gelernt – warum wir das MHD nicht bei der Zahl nehmen sollten und wie wir aus vermeintlichen Küchenabfällen noch kreative Mahlzeiten zaubern können. Außerdem ging es letzte Woche darum, die angesammelten Vorräte effektiv zu verbrauchen und worauf wir beim Essen in Restaurants sowie unterwegs achten sollten. Ganz schön viele Aspekte auf einmal; diese können wir natürlich nicht alle gleichzeitig und perfekt zu jeder Zeit umsetzen. Das soll auch überhaupt nicht das Ziel sein. Viel mehr möchte ich (einfache) Mittel und Wege aufzeigen, wie wir der unnötigen Lebensmittelverschwendung im Alltag einen Riegel vorschieben können. Denn noch einmal zur Erinnerung: 18 Millionen Tonnen landen jährlich allein in Deutschland im Müll. 18 Millionen Tonnen!

 

5 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

 Der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier. Anstatt uns aber über unsere „schlechten“ Angewohnheiten zu ärgern, sollten wir uns lieber darauf konzentrieren, uns positive anzueignen. Natürlich benötigen neue Routinen Zeit und fühlen sich auch manchmal etwas mühselig an – aber fange einfach an und bleibe dran! Los geht’s:

1. Jede Woche einen Vorrat aufbrauchen

Niemand benötigt langjährige Regalhüter. Damit diese erst gar nicht entstehen, nimm dir jede Woche eine Sache aus deinem Küchenschrank, die Du leeren möchtest. Am besten positionierst Du deine Wahl, beispielsweise eine Packung Nudeln, an einer Stelle, die regelmäßig in deinem Blickfeld ist.

2. Essen mit anderen teilen

Dir schmecken manche Sachen einfach nicht mehr oder Du schafft es nicht, diese alleine zu verbrauchen? Kein Problem! Frag doch mal im Freundes- und Bekanntenkreis nach. Alternativ kannst Du dich auch bei foodsharing oder UXA anmelden. Die Website bzw. App bieten dir eine kostenlose Plattform, Lebensmittel weiterzugeben bzw. von anderen anzunehmen. Auch regionale Tafeln nehmen Lebensmittelspenden an.

 

TIPP:
Veranstalte mit deinen Freunden regelmäßig Kochabende, an denen ihr lediglich eure Vorräte verwertet! 

3. Mahlzeiten grob planen

Die wohl effektivste Methodekeine Lebensmittel wegwerfen zu müssen, ist es, seine Mahlzeiten zu planennie hungrig und dafür immer mit Einkaufszettel einkaufen zu gehen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das vor allem am Anfang sehr schwer fällt. Wichtig: Das Leben läuft nie nach Plan. Es geht nicht um eine exakte Einhaltung des Plans, sondern um eine grobe Struktur. Allein zu wissen, wie viele Mahlzeiten man zuhause einnehmen wird, hilft bereits bei der Einkaufsplanung und verhindert, dass Unnötiges gekauft wird.

„Seit ich selbst Listen schreibe, kaufe ich viel weniger ein als früher.“  – Ronni Kahn, australische Foodaktivistin gegenüber der SZ

 

4. So viel wie möglich verwerten

Mit meinen Zero-Waste-Rezepten habe ich dir bereits gezeigt, was Du aus Blumenkohlblättern, Möhrengrün-Pesto und Kohlrabiblättern so Leckeres kochen kannst. Was außerdem (u.a.) noch essbar ist:

– Radieschenblätter

– Stiel vom Brokkoli

– Schale von Kiwis

– Kartoffel- sowie Karottenschale

Weitere Zero-Waste-Verwertungsoptionen:

– altes Brot/Brötchen zu Knödelverarbeiten

– Essig/Öl von eingelegtem Gemüse als Salatdressing verwenden

– überreifes Obst zu Smoothies oder Mus verarbeiten

– aus Gemüseschalen Brühe kochen

5. Darüber sprechen

 Themen bleiben nur präsent, wenn wir nicht aufhören, darüber zu sprechen. Erzähle deinen Freunden von dem Problem der Lebensmittelverschwendung. Das trägt die Botschaft nicht nur weiter, sondern motiviert uns selber.

TIPP:
Menschen lassen sich leichter überzeugen, wenn sie konkrete Handlungsalternativen bekommen. Kombinieredie Schilderungen über die Problematik der Lebensmittelverschwendung also gleich mit ein oder zwei einfachen Alltagstipps!

 

 

Sinnvoll sparen

Unterm Strich wirst Du mit den aufgeführten Tipps nicht nur unnötige Lebensmittelabfälle sparen, sondern auch bares Geld – denn schließlich musste alles einmal beim Einkaufen bezahlt werden. Verschwendung und Sparen – eigentlich zwei Gegensätze, die sich doch so nahe sind. Diesen Zusammenhang erkennt auch RaboDirect. Mit den Spareinlagen ihrer Kunden ermöglicht die Direktbank der RabobankGruppe, weltweit Projekte gegen Lebensmittelverschwendung zu fördern. Außerdem fördert sie Initiativen zur globalen Nahrungsmittelsicherheit. Mit dem Leitgedanken „Banking for Food“ zeigt RaboDirect, dass wirklich jeder Verantwortung übernehmen kann.

 

Damit endet die 4-Wochen-Challenge gegen Lebensmittelverschwendung. Ich hoffe, dass dieses „Ende“ auch gleichzeitig der Anfang ist, dauerhaft umzudenken und wieder mehr Wert in unserer täglichen Nahrung zu sehen. Natürlich wird es auch in Zukunft viele weitere Themen rund um Lebensmittelverschwendung geben. Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich gerne bei mir! An dieser Stelle auch noch mal ein großes DANKE für die tollen Rückmeldungen zur Challenge – bin wirklich begeistert, wie viele mitgemacht haben!

(VH)

 

*Transparenz: In Kooperation mit RaboDirect

 

Aufbrauchen, einkaufen, auswärts essen – so klappt’s ohne Verschwendung

Aufbrauchen, einkaufen, auswärts essen – so klappt’s ohne Verschwendung

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„Mist, den Aufstrich im Kühlschrank habe ich ja total vergessen!“ – so klingt es, wenn unter dem Deckel ein weißer Film zum Vorschein kommt. Wer kennt es nicht: Wir kaufen ein, lagern, gehen spontan essen und sind dann schnell übers Wochenende weg. Was eigentlich noch im Kühlschrank liegt, bemerken wir erst, wenn sich bereits Schimmel breit gemacht hat. Doch das muss nicht sein. Mit kleinen Tricks können solch unnötige Lebensmittelabfälle ganz leicht vermieden werden

Es ist Mittwoch und die dritte Woche der 4-Wochen-Challenge gegen Lebensmittelverschwendung in vollem Gange! Nachdem wir bereits viele grundlegende Aspekte besprochen und tolle schmackhafte Zero-Waste-Rezepte ausprobiert haben, wollen wir die nächsten Tage etwas an unseren festgefahrenen Gewohnheiten rütteln.

#UseUpDontBuy – ran an den Vorratsschrank!

Bevor Du heute wie üblich nach Feierabend den Supermarkt ansteuerst, um das knurrende Loch in deinem Bauch zu stillen, wirf doch erst einmal einen Blick in Deine Küchenschränke! Hier ruht bestimmt noch etwas Essbares. Nicht selten sind es Produkte, die wir gar nicht mehr auf dem Schirm hatten. Von alleine werden diese allerdings nicht weniger und auch nicht besser.

 

So kommen wir zur Challenge-Aufgabe Nr. 3: Nimm 3 Produkte aus Deinen Vorräten, die Du diese Woche verbrauchen möchtest. Bei mir sind es Mandelsplitter, Buchweizen und Kartoffelknödel.

Am besten stellst Du die ausgewählten Dinge gut sichtbar in deiner Küche auf. Vielleicht ist bereits das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum überstrichen. Wie wir bereits wissen, ist das kein Grund, das Nahrungsmittel zu entsorgen. Lese dazu gerne noch mal im Artikel der ersten Woche nach.

Mahlzeiten und Einkäufe planen

Die effektivste Methode, seine eingekauften Lebensmittel auch zu verbrauchen, ist schlichtweg etwas Planung. So wie wir unsere Arbeit und Termine koordinieren, um den Überblick zu behalten, funktioniert es auch mit der Ernährung. Dazu ist kein steifer Mahlzeitenplan notwendig. Etwas Struktur und Überblick hilft hier schon ganz viel.

Überlege Dir vor jedem Einkauf, für wie viele Mahlzeiten du jetzt Essen besorgen willst. Nur für heute Abend oder soll es für die ganz Woche reichen? Idealerweise setzt Du dich einmal in der Woche kurz hin und notierst, wie oft Du die kommenden 7 Tage zuhause, auswärts oder unterwegs essen wirst. Im nächsten Schritt kannst du überlegen, was du gerne essen möchtest. Schau dazu am besten immer erst in den Kühlschrank und deine Schränke. Auch hier gilt: Erst aufbrauchen, dann neu kaufen.

 

Ein Beispiel:

  Frühstück Mittag Abend Vorrat/Kühlschrank Einkaufen
Montag Müsli mit Joghurt und Obst Kantine Spaghetti mit Gemüsesoße Müsli, Joghurt, Spaghetti, Dosentomaten Apfel, Zucchini, Paprika, Zwiebel
Dienstag Buchweizenbrei mit Mandelsplitter und Obst Kantine Essen mit Freunden

Buchweizen

Mandelsplitter

Birne
Mittwoch          
Donnerstag          

 

Mit solch einer groben Planung lassen sich auch alte Vorräte (Buchweizen, Mandelsplitter) spielerisch einbauen und verbrauchen. Wie gesagt: Es soll kein starrer Ernährungsplan sein. Sondern eine grobe Richtung vorgeben, um den Überblick nicht zu verlieren und unnötige Lebensmittelabfälle zu verhindern.

Danach marschieren wir mit einem Einkaufszettel los. Ziel ist es, nur das zu kaufen, was wir notiert haben. Ja, leicht gesagt bei all dem Überangebot soweit das Auge reicht. Eigentlich wird uns ununterbrochen vorgegaukelt, was wir denn noch alles unbedingt benötigen und ganz klar zum Schnäppchenpreis kaufen sollten. Wir werden getriggert mit Limited Editions und Niedrig-Preisen. Wirklich brauchen tun wir das meiste davon nicht. Sei dir dessen bewusst, wenn Deine Hand automatisch nach einer Neuentdeckung greift. So entstehen ganz leicht Fehlkäufe, die dann wiederum gegebenenfalls in der Tonne landen. So sparst Du nicht nur Müll, sondern schonst auch Deinen Geldbeutel

ZERO-WASTE-TIPP:
Du musst spontan auf Reisen und hast einen vollen Kühlschrank? Dann gib es doch an Freunde oder Nachbarn weiter!

Essengehen und TO GO

Wenn wir in Restaurants gehen, wird uns die Entscheidung bei so vielen wunderbaren Gerichten nicht gerade leicht gemacht. Am liebsten würden wir alles einmal kosten. Oft sind dann doch die Augen größer als der Magen und wir fühlen uns nach der Vorspeise eigentlich schon so gut wie satt. Vom Hauptgang schaffen wir dann nur drei Bisse, denn ein Dessert muss auf jeden Fall noch sein. Was wir nicht aufessen können, geht zurück in die Küche und wird.. genau: weggeworfen. Wir sehen es zwar nicht, aber es passiert. Täglich. Was Du tun kannst?

Überlege Dir erst, wie viel Hunger du wirklich hast. Schaffe ich meine bestellten 3 Gänge? Schlage vor, sich Speisen zu teilen und lass Dir deine Reste einpacken – schmeckt am nächsten Tag mindestens genauso gut. Besonders groß ist die Verschwendung bei All-You-Can-Eat-Buffets. Am besten meidest Du solche so gut es geht bzw. füllst Dir den Teller mehrmals mit kleinen Portionen. So verhinderst Du, dass Berge auf den Tellern bleiben und bist auch ein Vorbild für die anderen Gäste.

 

ZERO-WASTE-TIPP:
Eine mitgebrachte Box spart zusätzlich den Verpackungsmüll, wenn Du deine Portion nicht ganz aufessen kannst.

 

Gleiches gilt beim Essen unterwegs. Viele To-Go-Mahlzeiten sind aufwendig in Plastik verpackt. Lasse dir die Brezel auf die Hand geben oder bringe Deine eigenen Behältnisse mit. Am besten kochst Du am Abend zuvor eine doppelte Portion und packst die Hälfte in eine Box für unterwegs. So weißt Du, dass die Mahlzeit schmeckt und sicher aufgegessen wird.

Jetzt bist wieder Du dran! Weißt Du bereits, was diese Woche endlich aufgebraucht werden soll? Schreibe doch gerne in die Kommentare, was die kommenden Tag endlich verwertet werden soll. Natürlich kannst Du mir auch immer Fragen stellen. Ich freue mich über jede Rückmeldung!

(VH)

 

*Transparenz: In Kooperation mit RaboDirect

Zero-Waste-Küche: 3 pfiffige Rezepte, die Du so noch nicht gesehen hast

Zero-Waste-Küche: 3 pfiffige Rezepte, die Du so noch nicht gesehen hast

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Ob Blumenkohl, Kohlrabi oder Karotten – die Gemüseblätter nerven und überfüllen doch nur unnötig den Biomüll!? Nein, ganz und gar nicht – sie sind nämlich genauso essbar wie das eigentliche Gemüse. Mit diesen leckeren Rezepten bleibt Dein Mülleimer leer – garantiert!

In der zweiten Woche der 4-Wochen-Challenge gegen Lebensmittelverschwendung, die ich zusammen mit RaboDirect Deutschland und Max Green veranstalte, geht’s ab in die Zero-Waste-Küche. Ich zeige Dir, dass das, was oft selbstverständlich im Müll landet, eigentlich genießbar ist. Vieles tun wir, weil man es halt so macht. Allerdings sollten wir öfter unseren Gewohnheitstrott hinterfragen und mehr nach links und rechts schauen. Deshalb zeig ich dir, was Du aus Blumenkohlblättern, Möhrengrün und Kohlrabiblättern geniales zaubern kannst.

 

 

Cremiges Süppchen aus Blumenkohlblättern

Zutaten: (3-4 Portionen)

  • Blätter von einem Blumenkohl
  • 500ml Gemüsebrühe
  • Salz/Pfeffer
  • 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 50g Joghurt oder Sahne
  • Olivenöl

Zubereitung:

Die Blätter vom Kohlkopf entfernen, in Stücke schneiden und gründlich abwaschen. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. In einem großen Topf 2 EL Öl erhitzen und Zwiebel sowie Knoblauch darin anbraten. Wenn die Zwiebeln glasig sind, die gestückelten Blumenkohlblätter hinzugeben und mit der Gemüsebrühe aufgießen. Alles bei mittlerer Hitze ca. 30 min köcheln lassen, bis auch die dicken Striemen der Blätter gar sind. Die Sahne hinzugeben und alles nach und nach pürieren, bis eine cremige Suppe entsteht. Zum Schluss würzen und anrichten.

 

Möhrengrün-Pesto

Zutaten: für ein Glas (ca. 300 ml)

  • 100g Möhrengrün, gewaschen
  • 80g Cashewmus
  • 150 ml Kürbiskernöl oder Olivenöl
  • 2 EL Hefeflocken
  • Salz/Pfeffer

Zubereitung:

Das Möhrengrün hacken und mit den anderen Zutaten in eine Schüssel geben. Alles pürieren, bis ein homogenes, cremiges Pesto entsteht. In ein sauberes Behältnis füllen und im Kühlschrank lagern.

 

TIPP:

Schmeckt fantastisch zu Nudeln & macht sich auch auf Brot hervorragend 

Kohlrabi-Rouladen mit Blättersalat 

Zutaten: (für 6 Rouladen)

  • 1 Kohlrabi inklusive den Blättern
  • 200g Räuchertofu
  • 100g Hüttenkäse (alternativ veganer Frischkäse)
  • 3 TL scharfer Senf
  • 2 Tomaten
  • 2 EL Nussmus
  • 2 EL Essig
  • Öl
  • Salz/Pfeffer/Gewürze

Zubereitung:

Zunächst die 6 größten Blätter von den Stängeln entfernen, waschen und abtropfen lassen. Den Tofu in lange Streifen schneiden und (optional) in etwas heißem Öl kross anbraten. Die Tomaten klein würfeln. Dann die Blätter mit scharfem Senf bestreichen und mit Tofu, Hüttenkäse und Tomate füllen sowie nach Belieben würzen. Anschließend zu kleinen Rouladen einrollen und bei 160 °C ca. 10-15 min in den Backofen geben. Währenddessen die restlichen Blätter waschen und kleinschneiden sowie die Kohlrabiknolle schälen und klein schneiden. Für das Dressing das Nussmus, 1 TL Senf, Essig, Salz, Pfeffer und ein Schuss Öl vermengen. Den Kohlrabi zusammen mit Blättern und der restlichen Tomate zu einem kleinen Salat vermengen und mit den Rouladen anrichten. Zum Schluss das Dressing dazugeben und genießen!

 

 

 

 

 

Jetzt bist Du dran!

Damit kommen wir zu Deiner zweiten Challenge-Aufgabe: Verwerte ein Lebensmittel(teil), das bei dir so bis jetzt noch nicht auf den Teller kam. Kleiner Tipp: Ebenfalls essbar ist der Stiel von Brokkoli, die Schale von Kiwis und Radieschen-Blätter. Teile doch gerne deine Kreation auf Instagram mit dem Hashtag #EssenMitMehrwert! Oder schau mal auf dem Instagram von RaboDirect Deutschland oder Max Green vorbei.

Nächste Woche nehmen wir uns noch einmal unsere Vorratsschränke vor. Außerdem habe ich tolle Tipps auf Lager, wie wir leichter unsere Vorräte aufbrauchen, anstatt ständig neue Dinge zu kaufen – da freut sich auch der Geldbeutel.

(VH)

 

*Transparenz: In Kooperation mit RaboDirect